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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-4640
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2001/464/


Diagnostik und Therapie von Malnutritionssyndromen bei HIV-Infektion/AIDS und Mukoviszidose

Holbach, Ingeborg


pdf-Format: Dokument 1.pdf (2.895 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Malnutritionssyndrom , Mukoviszidose , HIV-Infektion , AIDS
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: III. Medizinische Klinik und Poliklinik
Fachgebiet: Haushalts- und Ernährungswissenschaften - Ökotrophologie
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 31.05.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 12.07.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Malnutrition ist ein häufig beobachteter Risikofaktor sowohl bei der HIV-Infektion als auch bei der Mukoviszidose. Da die Mangelernährung
in signifikanter Weise die Mortalität und Morbitität beider Krankheitsbilder mitbeeinflußt, ist es von Bedeutung, die Malnutrition frühzeitig zu
erfassen und zu behandeln.


Fragestellung:

An der Justus-Liebig-Universität wurde nach einer Evaluierung des Ernährungsstatus von ambulanten HIV- und Mukoviszidosepatienten
über einen Zeitraum von zwei Jahren eine individuelle Ernährungsbetreuung angeboten. In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht,
inwieweit sich der Ernährungszustand während des Untersuchungszeitraums veränderte und sich eine eventuelle Mangelernährung
verhindern ließ.


Patienten und Methodik:

Es wurden die Daten von 10 HIV-Patienten (Stadium B; C) und von 123 CF-Patienten (Alter 0-38 Jahre) ausgewertet. Bei beiden
Patientenkollektiven wurde neben den anthropometrischen Parametern die Körperzusammensetzung mittels einer bioelektrischen
Impedanzanalyse BIA erhoben. Eine Ruheumsatzmessung der HIV-Patienten erfolgte mit der indirekten Kalorimetrie. Mit einer Blutanalyse
bestimmte man biochemische Ernährungsparameter. Die Patienten erhielten ein standartisiertes Ernährungsprotokoll mit nach Hause, um
über 7 Tage die Nahrungsmittel quantitativ und qualitativ zu notieren. Die Mukoviszidosepatienten sollten zusätzlich die eingenommenen
Pankreasenzyme dokumentieren.


Ergebnisse:

Der BMI der HIV-Patienten lag, trotz einzelner, starker Gewichtsveränderungen, zu beiden Untersuchungszeitpunkten im Normbereich. Es
hatte somit kein Wasting stattgefunden. Die Auswertung der Ernährungsprotokolle ergab eine Abnahme der Energiezufuhr, aber die
Nährstoffzusammensetzung konnte verbessert werden, indem die Proteinzufuhr erhöht wurde. Hinweise für eine Proteinmalnutrition gab es
nicht. Bei den Mukoviszidosepatienten konnte die Energiezufuhr ebenfalls nicht gesteigert werden, aber die Fett- und Enzymzufuhr
verbesserten sich. Dieser Erfolg zeigte sich in der Stabilisierung des Längen-Soll-Gewichts und in der Zunahme des BMI.


Schlussfolgerungen:

Die Ernährungsbetreuung sollte frühzeitig nach der Diagnosestellung beginnen und regelmäßig und kontinuierlich von einer
Ernährungsfachkraft durchgeführt werden.
Kurzfassung auf Englisch: Introduction:

Malnutrition is a frequent risk factor of both HIV-infection and cystic fibrosis. Because malnutrition influences the mortality and morbidity of
both diseases, early assessment and treatment of malnutrition is very important


Design:

At the Justus-Liebig-University individualized Nutritional Support was offered over a period of two years to outpatients with HIV-infection
and cystic fibrosis, after evaluation of their nutritional status. The present study was designed to assess the change of the nutritional status
and prevention of a potential malnutrition during the investigation period.


Patients and Methods:

Data of 10 HIV-infected patients (stages B; C) and 123 CF-Patients (age 0-38) were analysed. Beside anthropometric parameters, the
body composition of both patient-groups was determined by bioelectrical impedance analysis. The resting energy expenditure of the
HIV-infected patients was measured with indirect calorimetry. Biochemical parameters of nutrition were determined from serum samples.
Dietary intake was assessed using 7-day protocols at home. The patients with cystic fibrosis were also asked to document pancreatic
enzyme replacement therapy.


Results:

At both time points the BMI of the HIV-infected patients was within normal range, despite some changes in weight. The evaluation of the
nutrition recalls demonstrate a restricted total energy intake, but a higher protein intake. There was no sign of protein malnutrition. The
energy intake of the CF-patients could not be increased, but the fat and enzyme intake were both increased. The successful nutritional
counseling resulted in the stabilisation of the LSG and in the increases in BMI.


Conclusions:

Nutritional support and therapy are mandatory at an early stage of the disease and should be implemented by a qualified and experienced
dietician or nutritionist.