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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-4555
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2001/455/


Verlaufskontrolle von Flavivirusinfektionen in Deutschland am Beispiel des GB-Virus C

Hauptmann, Gabi


Originalveröffentlichung: (2001) Wettenberg : VVB Laufersweiler 2001
pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.664 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Flavivirusinfektion , GB-Virus C
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Medizinische Virologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 3-89687-566-3
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.06.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 05.07.2001
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Studie wurde der Infektionsverlauf sowie die Neuinfektionsrate von GB-Virus Typ C (GBV-C) untersucht. GBV-C ist ein
parenteral übertragbares, wahrscheinlich nicht pathogenes Virus, das der Familie Flaviviridae zugeordnet wird. Der Nachweis von
GBV-C-RNA zeigt eine bestehende, der Nachweis von E2-Antikörpern eine frühere Infektion an. Für unsere Nachuntersuchung testeten wir
200 Dialysepatienten mit bekanntem GBV-C-Infektionsstatus in einem Untersuchungsabstand von 2 ½ Jahren erneut auf GBV-C-RNA
mittels RT-PCR und auf GBV-C-E2-Antikörper mittels ELISA. Von den 200 Patienten hatten 85 in der Vorstudie eine GBV-C-Infektion,
davon 38 eine bestehende (darunter fünf mit gleichzeitig vorhandenen E2-Antikörpern) und 47 eine frühere GBV-C-Infektion, und 115 keine
GBV-C-Infektion.


Acht der 33 Patienten mit ehemals GBV-C-Virämie ohne E2-Antikörper und alle fünf Patienten mit GBV-C-Virämie mit E2-Antikörpern
haben ihre Virämie verloren. Wir schätzen die durchschnittliche Virämiedauer auf über fünf Jahre. Eine GBV-C-Infektion verläuft demnach
chronisch, kommt es aber zur E2-Antikörperbildung, verschwindet normalerweise die Virämie. Insgesamt wurde nur bei zwei von 200
Patienten im Follow-up GBV-C-RNA und E2-Antikörper gleichzeitig nachgewiesen. Eine GBV-C-Virämie und E2-Antikörper kommen also
nicht längere Zeit gemeinsam vor.


Kein Patient, der E2-Antikörper zumindest auch in der Nachuntersuchung aufwies, hat sich erneut mit GBV-C infiziert. Das Vorhandensein
von E2-Antikörpern, scheint einen Schutz vor Reinfektionen zu bieten.


Elf von 47 Patienten haben ihre Antikörper verloren. GBV-C-E2-Antikörper persistieren demnach normalerweise nicht lebenslang. Wir
schätzen die Dauer der Nachweisbarkeit von E2-Antikörpern auf über fünf Jahre.


Insgesamt haben sich mindestens neun Patienten neu mit GBV-C infiziert. Davon hatten fünf Patienten eine bestehende GBV-C-Infektion,
darunter einer mit gleichzeitigem Vorhandensein von E2-Antikörpern. Vier Patienten haben ihre Virämie schon wieder überwunden und
wiesen nur noch E2-Antikörper auf. Die daraus resultierende Inzidenz von 3 % ist sehr hoch. Auf der Suche nach dem Übertragungsweg
von GBV-C sollte eine nosokomiale Infektion während der Dialysebehandlung, z.B. durch mangelnde Hygiene diskutiert werden. Würden
pathogene Viren mit ähnlich leichter Übertragbarkeit wie GBV-C Einzug halten, wären erhebliche Probleme zu erwarten.


Schließlich konnten wir keinen Faktor unter den Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Transfusionsstatus, Dialysedauer und
HCV-Infektionsstatus ermitteln, der einen Einfluß auf die Veränderungen im GBV-C-Infektionsstatus hatte.
Kurzfassung auf Englisch: In this study the course of infection and the de novo infection rate of GB virus C (GBV-C) was investigated. GBV-C is a parenterally
transmitted, probably not pathogenic virus that belongs to the Flaviviridae family. The presence of GBV-C-RNA indicates a current ongoing
infection, the presence of GBV-C-E2 antibodies past infection. Two-hundred hemodialysis patients with a known status of GBV-C infection
were followed-up after a median period of 2 ½ years. GBV-C-RNA was tested by RT-PCR and E2 antibodies by ELISA. In the original
study, 85 of 200 patients had markers of GBV-C infection. 38 of which had RNA (five together with E2 antibodies), 47 had only GBV-C-E2
antibodies, and 115 had no sign of GBV-C infection.


In eight of 33 patients with only GBV-C-RNA and all five patients with GBV-C-RNA and E2 antibodies viremia disappeared during
follow-up. We estimate, that the average period of viremia was longer than five years. Therefore, GBV-C infection takes a chronic course,
but when patients develop E2-antibodies, infection is overcome.


During follow-up, only two patients had GBV-C-RNA and E2 antibodies simultaneously. RNA and antibodies do not exist simultaneously for
extended periods. None of the patients, that had E2 antibodies at least in the follow-up, acquired GBV-C-RNA again. The presence of E2
antibodies may indicate a protection against reinfection.


Out of 47 patients, eleven lost their E2 antibodies. Therefore, GBV-C-E2 antibodies do not persist normally for life. We estimate, that E2
antibodies are demonstrable for more than five years.


At least nine patients without markers acquired GBV-C-RNA. Of those de novo infections five patients had a current (one simultaneously
had E2 antibodies) and four patients had past GBV-C infection and only E2 antibodies were detected. The resulting incidence of 3 % is
quite high. We assume, there is a patient to patient transmission of GBV-C in the hemodialysis centers, possible resulting from insufficient
hygiene. We expect much greater problems if pathological viruses occur with the same transmission characteristics as GBV-C.


Finally, we did not find an indicator such as age, sex, status of transfusion, period of dialysis and status of HCV infection, which had an
influence on the variation of the GBV-C infection status.