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Kommunikationsprobleme von Hörgeräteträgern bei der Telefonkommunikation : Ansätze zu deren Objektivierung und Lösung

Latzel, Matthias


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Hörgerät , Telefonkommunikation , Kommunikationsproblem
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Hals-Nasen-Ohrenklinik
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.05.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 27.06.2001
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit wird ein Teilaspekt der Audiologie betrachtet, welcher im allgemeinen nur sehr wenig Beachtung findet: die
Telefonkommunikation unter zu Hilfenahme von Hörgeräten.


Zu Beginn der Arbeit wird anhand mehrerer Studien, die die Zufriedenheit von Hörgeräteträgern mit ihren Hörsystemen, insbesondere in
Kommunikationssituationen in Fragebögen untersuchen, gezeigt, inwieweit sich die Funktionalität der Hörgeräte bei der Kommunikation
am Telefon auf die Gesamtzufriedenheit auswirkt. Es muss festgestellt werden, dass trotz Verwendung modernster Technologien in
Hörgeräten, diese in dieser speziellen Situation im Mittel keinen besonderen Nutzen bringen, insbesondere wegen des Auftretens von
akustischem Feedback. In einem kommerziellen digitalen Hörgerät wurde ein digitales Rückkopplungsunterdrückungssystem (DFS: Digital
Feedback Suppression) implementiert, das die Rückkopplungsneigung von Hörgeräte-Systemen verringert, wobei die für eine
Verbesserung der Sprachverständlichkeit eingestellte Verstärkung des Hörgerätes weitgehend erhalten bleibt. Daraus ergibt sich die
Fragestellung, ob diese Verstärkungsreserve zur Verbesserung der Kommunikation am Telefon mit einem Hörgerät tatsächlich ausgenutzt
werden kann.


Zur Objektivierung des möglichen Nutzen eines Hörgeräts für die Telefonkommunikation wird in der vorliegenden Arbeit ein spezieller
Telefon-Sprachtest entwickelt, der über einen Telefonhörer das Sprachsignal darbietet und die richtige Position des Telefonhörers
überwacht. Dieser Test wird in psychoakustischen Messungen mit normalhörenden Probanden validiert.


Im Hauptteil werden mit Hilfe des Telefon-Sprachtests unterschiedliche Hörsysteme bezüglich des Nutzens für die Telefonkommunikation
evaluiert. In einer Untersuchung, mit 12 schwerhörigen Teilnehmern mit leichten bis mittelgradigen Hörverlusten, ergibt sich im Mittel eine
Verbesserung der Sprachverständlichkeit am Telefon, wenn die vom DFS System zur Verfügung gestellte Verstärkungsreserve zur
Betonung des Frequenzbereiches des Telefonbandes ausgenutzt wird. In einer weiteren Studie werden im Gegensatz zu Arbeiten in der
Vergangenheit, in der immer nur einzelne Einflussfaktoren (Kopplungsart oder Hörgerätebauart oder Hörgerätegeneration/-technologie)
betrachtet werden, alle diese Parameter gemeinsam in die Analyse mit einbezogen. An dieser Studie nehmen Schwerhörige mit mittel- bis
hochgradigen Hörverlusten teil. Es zeigt sich, dass keine der verschiedenen Einstellungen oder Hörgerätebauarten grundsätzlich besser für
die Telefonkommunikation ist. Es stellen sich jedoch die Verstärkungswerte bei 3 kHz und 4 kHz als zuverlässige Indikatoren für eine
erfolgreiche Versorgung heraus.
Kurzfassung auf Englisch: In this thesis a specialized area of audiology is investigated whose importance in general is underestimated: Hearing aids and telephone
communication.


At the beginning of this study the satisfaction of hearing aid users with their hearing systems especially in communication situations are
measured by means of several questionnaire studies. It would be interesting in this connection to find out how much these results have been
influenced by the functionality of the hearing aids for telephone use. The result is disenchanting: although using very sophisticated
technology these hearing aids do not provide much benefit for the user in this communication situation, especially because of acoustical
feedback. In a commercial digital hearing aid a digital feedback suppressing system (DFS System) has been implemented which reduces
feedback. The gain, adjusted to improve the speech intelligibility, is kept constant which raises the question: Is it possible to use this extra
gain to improve the communication skills at the phone when a hearing aid is used?


To objectify the eventual benefit of a hearing aid for telephone communications a special telephone speech test is developed which
presents the speech signal via the telephone receiver and monitors the correct position of the receiver at the ear. The test is validated in
psychoacoustic measurements in normal hearing listeners.


In the main part of the thesis the benefit of different hearing systems is evaluated with regard to telephone communication. One study
analyses the same hearing system with and without the DFS system activated in hearing impaired persons with mild to moderate hearing
losses. The outcome is an improvement of speech intelligibility at the phone if the gain reserve provided by the DFS system is used to
emphasize the frequency band of the telephone transmitting system.


In the second study all parameters (type of coupling, hearing aid type (BTE or ITE), hearing aid generation/technology) are considered in
contrast to several studies in the past when only some selected parameters have been considered. In this study hearing impaired persons
with moderate-severe to severe hearing losses participated. It can be shown that neither the adjustments nor the hearing aid type is
consistently superior for telephone communication. However, as a major result the gain values at 3 kHz and 4 kHz represent reliable
indicators for a successful fitting.