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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2001/443/


Entwicklung eines in vivo-Modells in der Nacktmaus und der NOD-SCID Maus zur Untersuchung der humanen Endometriose

Bainczyk, Katja


pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.999 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): vivo-Modell , Nacktmaus , NOD-SCID Maus , Endometriose
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Anatomie des Universitätsklinikums Essen, eingereicht über das Institut für Veterinär-Anatomie, -Histologie, und Embryologie
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 18.04.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 21.06.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Die Endometriose ist eine gutartige gynäkologische Erkrankung, die durch das Auftreten von endometrialem Gewebe außerhalb des
Uterus charakterisiert ist. Diese Erkrankung führt zu schwerwiegenden Symptomen wie Dysmenorrhö, zyklischen/azyklischen
Beckenschmerzen und ist mit einer hohen Inzidenz von Infertilität verbunden. Sowohl nach zunächst erfolgreicher hormoneller als auch
chirurgischer Behandlung kommt es jedoch mit sehr hoher Inzidenz zu Rezidiven. Da die Entstehung dieser Erkrankung jedoch mit dem
Vorhandensein eines Menstruationszyklus einhergeht, ist das Vorkommen von Endometriose auf den Menschen und nahe verwandten
Primaten beschränkt. Um ein geeignetes in-vivo-Modell zur Entwicklung neuer Therapiekonzepte zu schaffen, wurde ein Nacktmausmodell
entwickelt, bei dem die intraperitoneale Implantation von humanem Endometriumsgewebe sowie die Morphologie, das Wachstum und die
Angiogenese nach unterschiedlicher Implantationsdauer untersucht wurden. Humanes Endometriumsgewebe aus der Proliferationsphase
wurde in die Bauchhöhle von zyklischen und ovariektomierten athymischen Mäusen sowie von zyklischen NOD-SCID Mäusen implantiert.
Um den Einfluß von Steroidhormonen untersuchen zu können, wurden die Gewebefragmente, die in ovariektomierte, unbehandelte Mäuse
implantiert wurden, mit den Fragmenten verglichen, die in ovariektomierte, östrogensubstituierte und normale zyklische Mäuse implantiert
wurden.

Die ektopischen Läsionen wurden nach 2 bis 21 Tagen entnommen und mittels Paraffinschnitten auf ihre Morphologie untersucht. Eine
Anheftung der Fragmente erfolgte nach 2 Tagen. Eine Proliferation des Drüsenepithels konnte auch noch nach einer Implantationsdauer
von 28 Tagen beobachtet werden, während eine Expression von Östrogen- und Progesteronrezeptoren nur in den Fragmenten festgestellt
werden konnte, die aus den zyklischen Mäusen stammten. Bereits nach 5 Tagen konnte eine Neubildung und Einsprossung von Gefäßen
des Wirtsgewebes in die ektopischen Endometriumsfragmente hinein beobachtet werden. So erscheint dieses in-vivo-Modell als eine
vielversprechende Möglichkeit, die Wirkung von (Anti-) Hormonen oder (anti-) angiogenetischer Faktoren auf die Entstehung und das
Wachstum von Endometrioseherden zu testen und so neue Therapieansätze entwickeln zu können.
Kurzfassung auf Englisch: Human endometrial tissue grown in nude and NOD-SCID mice seems to be a suitable model to test the effect of different (anti-)hormones
or (anti-)angiogenetic factors on the development and the growth of ectopic endometrium fragments.
Furthermore this model allows the investigation of the cell biological mechanisms involved in the very early events of implantation and
persistance of the endometrial lesions. Attachment of the fragments occurs already 2 days after implantation and neoangiogenesis derived
from the host tissue is observed after 5 days.

The endometriotic lesions represent an intact morphological structure with glandular epitheliums surrounded by stroma up to 14 days in
nude mice. Later on, the glands reveal a more cystic appearance and the epithelium cells are more flattened.
A very good morphological appearance of the endometrial fragments is observed in NOD-SCID mice even after 4 weeks of culturing. In
conclusion, implantation of human endometrial fragments into nude mice seems to be a promising model to develop new therapeutical
concepts like the anti-angiogenetic factors, and the NOD-SCID mice model seems to be suitable for long-term experiments.