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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-4283
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2001/428/


Steroide, biochemische Knochenmarker, Knochendichte und Histomorphometrie bei männlichen Osteoporosepatienten

Balli, Markus


pdf-Format: Dokument 1.pdf (181 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Knochenmarker , Knochendichte , Histomorphometrie , Osteoporosepatient
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Innere Medizin, Medizinische Klinik III und Poliklinik
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.03.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 15.05.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Die Absicht der vorliegenden Studie war die Untersuchung der prognostischen Vorhersagbarkeit von Sexualsteroiden, insbesondere von
Östrogen und Testosteron in Bezug auf den Schweregrad der Osteoporose des Mannes. In der Studie wurden Patienten mit sekundärer
Osteoporose eingeschlossen.


Besonders häufige Risikofaktoren waren Alkoholkonsum, Nikotinabusus, Steroid-medikation und die Behandlung mit Antikonvulsiva. 100
männliche Patienten der Medizinischen Poliklinik der Justus-Liebig-Universität Gießen im Alter von 30 bis 78 Jahren wurden klinisch
untersucht und biochemisch auf bestimmte Knochen-umsatzparameter aus dem venösen Blut und dem 24 Stunden-Urin hin kontrolliert.
Außerdem wurde die Knochendichte gemessen. In 40 Fällen fand eine Knochen-marksbiopsie zur histomorphometrischen Untersuchung
statt. Labor-chemisch bestimmten wir Kalzium, Phosphat, Parathormon, Osteokalzin, Prokollagen Typ I Propeptid, Alkalische
Phosphatase, knochenspezifische Alkalische Phosphatase, 25 OH-Vitamin D3, Testosteron, Östradiol, Gonadotropine, T3 und TSH aus
dem Serum und Desoxypyridinolin und Hydroxyprolin aus dem 24 Stunden-Urin.



Die Ergebnisse der deskriptiven Statistik zeigen im Vergleich zum entsprechenden Normalkollektiv bei 26.4% der gemessenen Patienten
einen Hypogonadismus, einen Mangel an 25 OH-Vitamin D3 bei 26.2% und erhöhte Serumestradiolwerte bei 59.1%. Bei 8.5% des
Kollektivs fanden sich erhöhte PTH-Serumwerte.



Bei der multiplen Kovarianzanalyse konnten weder signifikante Korrelationen zwischen der Knochendichte und der semiquantitativen
Histomorphometrie, noch positive Korrelationen zwischen Testosteron bzw. Estradiol und der Knochendichte gemessen werden.



Signifikante Korrelationen fanden sich zwischen Testosteron und Estradiol (r=0.398, p=0.008) und zwischen der knochenspezifischen
Alkalischen Phosphatase und der Knochendichte am Ward'schen Dreieck (p=0.001). In der mit Steroiden behandelten Patientengruppe
(n=12) fanden sich bei PTH (p<0.01), bei 25 OH-Vitamin D (p<0.05) und bei dem im Urin gemessenen Desoxypyridinolin (p<0.05)
signifikante Unterschiede im Vergleich zur anderen Patientengruppe (n=88).



Zusammenfassend können wir sagen, dass wir zwischen der Knochendichte und der semiquantitativen Histomorphometrie keine
Korrelation feststellen konnten. Die untersuchten biochemischen Knochenumsatzparameter zeigten ebenfalls keine Korrelation zu den
Sexualsteroiden Estradiol und Testosteron. Im Gegensatz zu anderen Veröffentlichungen, die im Zusammenhang mit der männlichen
Osteoporose auf ein Östrogendefizit hinweisen, fanden wir bei unserer Patientengruppe überwiegend erhöhte Werte vor.



Ausblickend ist festzustellen, dass das Östrogen, wie bei der postmenopausalen Osteoporose, auch bei der Pathogenese der männlichen
Osteoporose eine zentrale Rolle spielt, während das Testosteron in diesem Zusammenhang an Bedeutung zu verlieren scheint. Dies läßt
sich ebenso durch unsere Studie bestätigen.