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Einfluß der Substrate Sauerstoff (O2) und L-Arginin der Stickstoffmonoxid(NO)-Synthase auf die endogene NO-Bildung und die Atemluftkonzentration von NO

Herzog, Nadine


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Sauerstoff , L-Arginin , Stickstoffmonoxid-Synthase , NO , Atemluftkonzentration
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Kinderheilkunde, Abt. Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie des Klinikums
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.02.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 28.02.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Zielsetzungen: Beeinflussung der endogenen NO-Bildung durch die Substrate der NOS und durch NO selbst. Entwicklung von
NO-Atemkurven und von Meßmethoden für die eNO-Bestimmung in der Atemluft, um die Etablierung der NO-Messung in Diagnostik und
Therapieüberwachung weiterzuentwickeln. Weiterentwicklung der NO-Meßtechnik, so daß Atemluftkurven online abgeleitet werden können
und damit eine bessere örtliche Zuordnung ermöglicht wird.
Probanden: An Gruppe 1 wurden Untersuchungen zum Meßgasvolumenstrom durchgeführt. An Gruppe 2 machten wir Nasenmessungen.
Vergleichsmessungen zwischen eNO-Reservoir und eNO-Atemluftkurve wurden an Gruppe 3 durchgeführt. Mit Gruppe 4 wurden
Messungen zur Stabilität von eNO durchgeführt. Der Einfluß der Umgebungsluft auf eNO wurden an Gruppe 5 untersucht. In Gruppe 6 wurde
der Effekt von Sauerstoff untersucht, ebenso in Gruppe 7. Die Argininbelastungsmessungen erfolgten an Gruppe 8. An den Gruppen 9 und
10 erfolgten Untersuchungen an intubierten Probanden.

Ergebnisse: Die Untersuchung zum Meßgasvolumenstrom an Gruppe 1 zeigten Werteabweichungen zwischen 9±4 ppb und 11±4 ppb bei
Meßgasvolumenströmen zwischen 1000 ml/min und 500 ml/min. Die Nasenmessungen an Gruppe 2 zeigten Nasen-NO-Mittelwerte von
147±92 ppb.

An Gruppe 3 wurden die Vergleichsmessungen von eNO-Reservoir und eNO-Atemluftkurve durchgeführt. Die MW der Atemluftkurve lagen
um 4 ppb höher als die MW der Reservoirmessungen. Bei einer Korrelation von r2=0,83 zeigten die Werte nach Bland-Altman keine
Übereinstimmung.

Die Messungen zur Stabilität von eNO wurden an Gruppe 4 durchgeführt. An fünf aufeinanderfolgenden Tagen zeigten die Mittelwerte der
Probanden VK zwischen 0,13-0,57 bei 21% FiO2, bei 50% FiO2 lagen die VK zwischen 0,14-0,65. Es fanden sich große Schwankungen
bei diesen Werten. Bei den fünf aufeinanderfolgenden Messungen an einem Tag zeigten die Probanden bei 21% FiO2 VK von 0-0,13. Bei
50% FiO2 lagen die VK zwischen 0,05-0,2. Die Abweichungen dieser Werte waren sehr gering, eNO war relativ stabil.
An Gruppe 5 wurden die Messungen zum Einfluß der Umgebungsluft auf eNO durchgeführt. Bei den Messungen mit Umgebungs-NO > 0
lag der MW mit 13±4 ppb höher, als bei den Messungen mit Umgebungs-NO = 0 (MW = 9±5 ppb). Die Werteabweichungen der
Probanden erfolgten in alle Richtungen.

An Gruppe 6 wurden Messungen zum Einfluß von O2 mit fünf unterschiedlichen FiO2-Konzentrationen durchgeführt. Es ergab sich ein
Anstieg von 3±2 ppb bei 10% FiO2 auf 7±2 ppb bei 21% FiO2. Bei einer Erhöhung auf 50% FiO2 stieg eNO auf 12±5 ppb an. Die NOS
scheint durch O2 stimulierbar zu sein, eNO steigt signifikant an, oberhalb von 50 % FiO2 kommt es zur Sättigung. Bei Hypoxie fällt eNO ab.
An Gruppe 7 wurden Messungen zum Einfluß von O2 mit zwei FiO2-Werten durchgeführt. Hier wurde ein Werteanstieg von 5±4 ppb bei
21% FiO2 auf 8±5 ppb bei 50% FiO2 gemessen. Bei einem Breathholding-Manöver konnte ebenfalls ein eNO-Anstieg erreicht werden.
Die Argininbelastungsmessungen erfolgten mit Gruppe 8. Es kam zu einem eNO-Anstieg von 3±2 ppb vor Arginingabe auf 10±5 ppb 30
Minuten nach Arginininfusion. Es folgte ein Werteplateau mit einem leichten Abfall von eNO auf 9±5 ppb nach 120 Minuten.
An den Gruppen 9 und 10 wurden eNO-Messungen an intubierten Probanden durchgeführt. Mit eNO-MW zwischen 1±1 ppb und 3±1 ppb
lagen sie niedriger als die Werte bei nichtintubierten Probanden.

Schlußfolgerungen: Es wurde gezeigt, daß NO in der Atemluft meßbar ist und daß die Werte eines Atemzyklus als Kurve aufgezeigt
werden können. Messungen mit einem empfindlicheren Meßgerät könnten die Kurven und ihre Aussagekraft weiter verbessern. Die
Untersuchungen haben bestätigt, daß die Bildung und Freisetzung von NO stimulierbar ist. Dadurch scheint es möglich, Aussagen über die
Anwesenheit von NOS zu machen. Die eNO-Messung könnte eine neue Möglichkeit in der Diagnostik und Therapieüberwachung von
Krankheiten bieten, die mit veränderter NOS-Aktivität einhergehen. Der NO-Analysator konnte verbessert werden. Für die Fortführung der
Untersuchungen sollte ein Gerät mit einer höheren Empfindlichkeit verwendet werden, um niedrige eNO-Werte besser erfassen zu können.