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Bone Sialoprotein (BSP) ein neuer Knochenstoffwechselparameter : Wertigkeit unter Berücksichtigung der etablierten Knochenumsatzparameter

Ruf, Tilla


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Bone Sialoprotein , Knochenstoffwechselparameter
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinische Klinik III und Poliklinik
Fachgebiet: Haushalts- und Ernährungswissenschaften - Ökotrophologie
DDC-Sachgruppe: Biowissenschaften, Biologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.07.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 23.02.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Osteoporose ist eine chronische Knochenstoffwechselerkrankung, die mit Abnahme der Knochendichte und einem somit erhöhten
Frakturrisiko einhergeht und hauptsächlich ältere Menschen betrifft. Durch die zunehmende Lebenserwartung in der Bevölkerung, steigt die
Häufigkeit dieser Erkrankung. Ihre schleichende Entwicklung bis hin zur manifesten Osteoporose macht eine Früherkennung besonders
wichtig. Bislang stehen diagnostische Mittel hierfür jedoch nur unzureichend zur Verfügung.


Ziel dieser Arbeit war es, den neuen Knochenstoffwechselparameter Bone Sialoprotein (BSP) hinsichtlich seiner Wertigkeit in bezug auf
das Screening und die Diagnose osteoporotischer Krankheitsbilder festzustellen.
Hierfür stand eine Patientenpopulation aus 170 Patienten, 144 Frauen und 26 Männern, im Alter von 20 bis 93 Jahren, zur Verfügung, die
mit dem Verdacht auf Osteoporose in die Klinik kamen.


Aufgrund einer Entnahme von venösem Blut und das Sammeln von Urin wurden die Konzentrationen osteotropher Hormone (Parathormon
(PTH), Östradiol, Testosteron), biochemischer Marker des Knochenstoffwechsels (knochenspezifische alkalische Phosphatase (BAP),
Osteocalcin (OC), Prokollagen Typ I-Propeptid (PICP), Bone Sialoprotein (BSP)) sowie Kalzium, Vitamin D3 und Phosphat bestimmt. Die
Konzentrationen der Knochenstoffwechselparameter und des PTH wurden mittels verschiedener Immunoassays bestimmt. Weiterhin
erfolgte die Messung der Knochendichte der Lendenwirbelsäule (frontal und seitlich) und eine frontale des Schenkelhalses mittels
Dual-Röntgen-Absorptiometrie. Die Patienten wurden nach der Knochendichte, die das Hauptdiagnosemittel bei einer Osteoporose ist,
diagnostiziert und in eine osteoporotische bzw. eine gesunde Gruppe aufgeteilt.


Der Zusammenhang der gemessenen Parameter zum BSP wurde in den eingeteilten Gruppen mittels der Pearson's Korrelation bestimmt.
Es stellte sich heraus, daß das Bone Sialoprotein sich wie die bekannten Knochenanbauparameter (BAP, OC, PICP) verhält, d.h. die
BSP-Konzentration stieg beim Vorliegen einer Osteoporose an, was einen erhöhten Knochenmetabolismus bezeichnet. Es liegen gute
Korrealtionskoeffizienten vor.

Neben diesen biochemischen Parametern spielt die Knochendichte in der Diagnostik der Osteoporose die wichtigste Rolle. Ist der
altersbedingte Abfall der Knochendichte pathologisch beschleunigt, erreicht die Knochendichte einen unteren Schwellenwert, der zu
Knochenfrakturen führt, was ein sicheres Zeichen für das Vorliegen einer Osteoporose ist. Die Korrelation zwischen BSP und der
Knochendichte der Lendenwirbelsäule sowie der Knochendichte des Schenkelhalses war invers. Somit ist eine niedrige Knochendichte
mit hohen BSP-Werten vergesellschaftet, was wiederum ein Zeichen für einen erhöhten Knochenstoffwechsel ist.


Das Bone Sialoprotein ist ein aussagekräftiger Ergänzungsparameter bei der Diagnose einer Osteoporose, dessen weitere Untersuchung
durchaus als lohnenswert zu betrachten ist.