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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2001/409/


Zur Entwicklung der Diversifikationssparten in ländlichen Warengenossenschaften der Primär- und Sekundärstufe

Berneiser, Markus


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Warengenossenschaft
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Ländliches Genossenschaftswesen
Fachgebiet: Agrarwissenschaften und Umweltmanagement
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.10.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 09.02.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Die Zielsetzung des Forschungsprojektes bestand darin, die Entwicklung der Diversifikationssparten in ländlichen
Warengenossenschaften zu untersuchen.

An eine Literaturanalyse schließt eine sekundärstatistische Analyse der strukturellen Entwicklung des ländlichen Genossenschaftswesens
an. Die hieraus gewonnenen Erklärungsansätze stellen die Basis für die empirische Erhebung dar. Darin wurden mit Hilfe einer
kombinierten mündlich-schriftlichen Befragung von Experten ländlicher Warengenossenschaften der Primär- und Sekundärstufe
differenzierte Daten erhoben, analysiert und in einen Gesamtzusammenhang gebracht.
Im Vordergrund der Diversifikationsentscheidung standen ökonomische Ziele, während metaökonomische Zielsetzungen wie die Erfüllung
des Förderungsauftrages, die Versorgung des ländlichen Raumes und die Werbung neuer Mitglieder eine untergeordnete Bedeutung
einnahmen. Durchgeführt wurde die Diversifikation i.d.R. in zwei Schritten. Aufbauend auf der Nutzung des vorhandenen Know-hows in mit
der Agrarsparte verbundenen Geschäftsfeldern wurden im zweiten Schritt nichtlandwirtschaftliche Bereiche erschlossen. Die
Diversifikationssparten entwickelten sich im Untersuchungszeitraum (1970-1996) mit 2,25- bis 6,90-fach höherer Geschwindigkeit als das
originäre Agrargeschäft. Daraus erwuchsen unternehmensinterne und -externe Um- und Neustrukturierunen. Signifikante Unterschiede
zwischen Agrar- und Diversifikationssparten bestehen u.a. bei der saisonalen Verteilung der Arbeitsspitzen, der Preispolitik und den
realisierbaren Handelsspannen. Die mit der genossenschaftlichen Diversifikationspolitik einhergehende Ausdehnung des
Nichtmitgliedergeschäftes berührt den Förderungsauftrag und das Wesen der Unternehmensform Genossenschaft an ihrer Basis. Das
Verhältnis zwischen Mitglied und Genossenschaft ist nicht mehr durch idealtypische Gesichtspunkte, sondern durch rationale Aspekte
geprägt. Der hohe Zielerfüllungsgrad der Diversifikationsaktivitäten ist Basis für die Planung und Realisierung zukünftiger Maßnahmen.
Dabei sind Pflege und Ausbau der bestehenden Sparten wichtiger als Investitionen in neue Geschäftsfelder.