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Untersuchungen zur Wirksamkeit einer Spendervorbehandlung mit den immunsuppressiven Substanzen Cyclosporin A und Rapamycin in einem akzelerierten Herztransplantationsmodell bei Ratten

Künzel, Jens Ulrich


pdf-Format: Dokument 1.pdf (708 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Cyclosporin A , Rapamycin , Herztransplantationsmodell , Ratte
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anaesthesiologie und Urologie, Klinik für Allgemein- und Thoraxchirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.11.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 20.12.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Diese Studie sollte die Wirksamkeit einer Spendervorbehandlung mit den immunsuppressiven Substanzen Cyclosporin A und Rapamycin
in einem akzelerierten Abstoßungsmodell untersuchen.


Hinter dieser konkreten Fragestellung stand das Phänomen der weiterhin zunehmenden Organknappheit und den immer noch als
unzureichend zu bezeichnenden immunsuppressiven Therapiestrategien innerhalb der Transplantationsmedizin. Es stand daher vor allem
die Frage nach einer Erweiterung des Spektrums an Organspendern zur Disposition. Eine sinnvolle Erweiterung diese Spektrums wäre
die Forcierung der Lebendspende wie bereits dargelegt, vgl. Kapitel 2. Hinzu könnte, um dieses spezielle Kontingent an Organspendern
nochmals zu erweitern, der Risikospender/Empfänger (sensibilisiert, infiziert,etc.) miteinbezogen werden.


Der Vorteil, den man hätte, wenn man einen potentiellen Organspender präoperativ bereits suffizient immunsuppressiv anbehandeln
könnte, liegt auf der Hand. Dies trifft in besonderem Maße auf den Risikospender zu. Hierzu fehlen allerdings weitestgehend suffiziente
Therapiestrategien, da diese Verfahren in praxi noch kaum Verwendung finden.


Es kamen in dieser Studie positiv zu bewertende Wirksamkeitsaspekte, sowohl von Cyclosporin als auch von Rapamycin, zum Vorschein.
Beide Substanzen bewirkten beim Spender präop. angewandt eine in den einzelnen Untersuchungsmethoden zu verzeichnende
Suppression der akzelerierten Abstoßungsreaktion durch den Empfänger. Es wurden Wirksamkeitsaspekte sowohl auf der zellulären
Ebene als auch auf der humoralen Ebene nachgewiesen.


Daß diese Therapiestrategien zu einer Wirkung innerhalb des Transplantates bereits in der präoperativen Phase führen, ist anhand dieser
Studie anzunehmen. Es ist weiterhin anzunehmen, daß diese Wirkung hauptsächlich durch die spezifischen Wirkungen dieser
Immunsuppressiva auf die sog. 'passenger leucocytes' und anderer APC’s, wie z.B. die dendritischen Zellen, zustande kommt. Hierbei ist
die Wirkung in einer spezifischen Blockade der Aktivierung dieser Zellen und damit der Antigenexpression zu sehen.


Auch ist weiterhin denkbar, daß diese immunsuppressiven Substanzen in die Regulation der Extracellulären-Matrix-Proteine, vornehmlich
des Fibronectins, eingreifen. Die Expression dieser ECM scheint zytokinabhängig zu sein (141). Gerade aber die Suppression der
Cytokinproduktion ist eine der hervorstechenden Wirkungsweisen dieser beiden Immunsuppressiva. Da die extracellulären Matrixproteine
wie Tenascin und Fibronectin an der Gewebemigration gerade auch der passenger leukocyten, der dendritischen Zellen und ebenfalls der
immunkompetenten Zellen des Akzeptororganismus beteiligt sind (122,123,124,142), wäre hier ein weiterer Ansatzpunkt dieser
Substanzen bereits innerhalb des Spenderorganismus zu sehen. Eine präoperative downregulation dieser Proteine würde während des
Transplantationsreizes eine effiziente Gewebemigration in beide Richtungen verhindern.


Es sind der Erfolg dieser Studie und die Erfolge der anderen Studien als ein weiterer Schritt vorwärts innerhalb der
Transplantationsmedizin zu sehen. Es zeigt sich, daß es durchaus positive Auswirkungen auf das große Problem der
Transplantatabstoßung hat, wenn der Transplantatspender mit in das immunsuppressive Therapieregime einbezogen wird. Es zeigt sich
weiterhin, daß bereits innerhalb dieser Therapiestrategien etablierte Medikamente wie Cyclosporin A, Rapamycin und auch Corticoide
eine Wirkung innerhalb der Spendervorbehandlung entfalten können.