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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-2967
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2000/296/


Wirkmechanismen der Stereoisomere von Mepivacain, Ropivacain und Bupivacain an Tetrodotoxin-resistenten Natriumkanälen isolierter Spinalwurzelganglienneurone der erwachsenen Ratte

Branitzki, Pierre


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Stereoisomere , Mepivacain , Ropivacain , Bupivacain , Spinalwurzelganglienneurone , Ratte
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Physiologisches Institut
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.11.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 06.12.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung von Wirkmechanismen der Stereoisomere Mepivacain, Ropivacain und Bupivacain sowie der
Razemate zweier experimenteller Abkömmlinge an Tetrodotoxin-resistenten Natriumkanälen isolierter Hinterwurzelganglienneurone der
erwachsenen Ratte. Diese sogenannten Piperidinderivate sind, wie andere Lokalanästhetika auch, die wichtigste Waffe im Kampf um die
Schmerzausschaltung am peripheren Nerv. Die daraus resultierende Blockade der Erregbarkeit des Nerven ist das Resultat der
Blockierung des Stromes durch Natriumkanäle. Alle Experimente dieser Arbeit wurden mit der 'Whole-cell-Patch'-Methode ausgeführt.


Besonderes Augenmerk legten wir dabei auf die Lipidlöslichkeit und die Stereospezifität der verwendeten Substanzen. Die wichtigsten
Ergebnisse dieser Arbeit lassen sich zu 3 Leitsätzen zusammenfassen:


a.Piperidin-Lokalanästhetika erzeugen einen vom jeweiligen Kanalzustand abhängigen Block.

b.Die Lipidlöslichkeit des Piperidinderivats bestimmt die Potenz des tonischen und phasischen Blocks.

c.Eine niedrige bis gar nicht vorhandene Stereoselektivität ist charakteristisch für die Blockade des TTX-resistenten Natriumkanals
durch Piperidin-Lokalanästhetika.


Die Stereoisomere von Mepivacain, Ropivacain und Bupivacain zeigen eine niedrige bis gar nicht vorhandene signifikante
Stereoselektivität am TTX-resistenten Natriumkanal bei annähernd gleicher Blockierungspotenz. So lassen sich isomerspezifische
Nebenwirkungen durch die Anwendung des jeweils nebenwirkungsärmeren Stereoisomers reduzieren. Das R(+)-Enantiomer von
Bupivacain zeigt zum Beispiel eine im Vergleich zum S(-)-Enantiomer deutlich erhöhte Kardiotoxizität. Die Applikation des
S(-)-Enantiomers von Bupivacain in der Anästhesie hätte den entscheidenden Vorteil der Nutzung eines größeren therapeutischen
Spielraums. Bisher werden jedoch in vielen Kliniken nach wie vor die Razemate der obengenannten Substanzen verwendet.


In der Diskussion steht ebenfalls die Beteiligung des TTX-resistenten Natriumkanals an der neuropathischen Schmerzentstehung. Die
Blockade des TTX-resistenten Natriumkanals mittels einer spezifischen Substanz ist deshalb zu einem Wettlauf unter den
Pharmakonzernen geworden.