Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-2875
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2000/287/


Erprobung einer Middleware-Architektur im Gesundheitswesen

Schweiger, Ralf


pdf-Format: Dokument 1.pdf (809 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Ökologie, Institut für Medizinische Informatik
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 27.10.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 17.11.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der vorliegenden Arbeit war die Erprobung des DHE (Distributed Healthcare Environment) im Rahmen des europäischen Projektes
HANSA (Healthcare Advanced Network System Architecture). Das DHE stellt eine Implementierung der standardisierten
Middleware-Referenzarchitektur HISA (Healthcare Information System Architecture, CEN/TC251/PT013) dar, welche die Integration von
Anwendungssystemen im Gesundheitswesen (Laborsystem, Pathologiesystem etc.) vereinfachen soll. Beispielsweise übergibt das
Pathologiesystem einen Befund nur noch an die DHE-Middleware (Integrationsplattform), das seinerseits den Befund den anderen
Anwendungssystemen bereitstellt. Für die Erprobung des DHE wurden mehrere Anwendungssysteme mit dem DHE verbunden und somit
insgesamt über das DHE integriert. Ziel dieser Arbeit war konkret die Entwicklung einer Schnittstelle zwischen dem DHE und dem
Gießener Tumordokumentationssystem GTDS, das sich in über 30 deutschen Tumorzentren im Einsatz befindet.


Aufgrund der Entwicklungserfahrungen kommt man zu folgender Bewertung des DHE. Grundsätzlich muß man zwei Integrationsszenarien
unterscheiden. Anwendungssysteme werden von vornherein unter Berücksichtigung der DHE-Infrastruktur (standardisiertes Datenmodell,
standardisierte Zugriffsschnittstelle) entwickelt. In diesem Fall spricht man von Pre-Integration. Das GTDS stellt auf der anderen Seite ein
vom DHE unabhängig gewachsenes Anwendungssystem dar, das nachträglich mit DHE-basierten Anwendungen integriert werden soll. In
diesem Fall spricht man von Post-Integration. Während die DHE-Preintegration eher ein langfristiges Ziel darstellt und die Entwicklung
zahlreicher DHE-basierter Anwendungen voraussetzt, wurde die Postintegration vom DHE nicht unterstützt. Die Postintegration wird aber
auch in Zukunft eine Rolle spielen.


Aus diesem Grunde wurde im Rahmen dieser Arbeit ein Verfahren entwickelt, mit dem man beliebige Systeme einfacher auf das DHE
abbilden kann. Das Schlüsselkonzept dieses Verfahrens ist die Trennung zwischen inhaltlichen und technischen Aspekten einer solchen
Abbildung. Der Integrationsentwickler muß idealerweise nur noch die Konzepte der existenten Anwendungssyteme (Patient, Untersuchung,
Befund etc.) auf die Konzepte des DHE abbilden. Aus diesem sogenannten Schnittstellenmodell wird dann weitgehend automatisch ein
entsprechendes Schnittstellenprogramm generiert. Das Verfahren wurde im Rahmen des Projektes anerkannt und ist heute integraler
Bestandteil der DHE-Infrastruktur.
Kurzfassung auf Englisch: The goal of this work was the evaluation of the DHE (Distributed Healthcare Environment) within the European project HANSA (Healthcare
Advanced Network System Architecture). The DHE is an implementation of the standard middleware architecture HISA (Healthcare
Information System Architecture, CEN/TC251/PT013). HISA wants to simplify the integration of healthcare related application systems such
as lab systems, pathology systems and ward systems. A pathology system for example simply passes the pathology reports to the
integration plattform (DHE) and the DHE is in charge of providing it to the requesting application systems. In this work, we connected a
tumor documentation system (GTDS: Gießener Tumordokumentationssystem) to the DHE.


Basically, we have to distinguish two integration scenarios. Application systems are developed taking into account the DHE infrastructure
(standardized data model, standardized application programming interface). This scenario is called a pre-integration. The GTDS on the
other hand was developed independently from the DHE and had to be integrated with the DHE and other DHE-based applications later on.
This integration scenario is called a post-integration. The pre-integration with the DHE is rather a long term goal and assumes the
development of numerous DHE based applications. The post-integration with the DHE was not supported at that time, although it will play
an important role also in future.


For this reason we developed a method that allows to map existing, i.e. legacy systems to the DHE in a comfortable way. The key concept
of this method is the separation of meaningful and technical issues of such a legacy-to-DHE mapping. The integration engineer essentially
needs to map the legacy concepts (e.g. patient, tumor, histology finding) to the DHE concepts (e.g. health data). From this so called
'interface model' we may generate almost automatically a corresponding interface program. This method was acknowledged inside the
project and is now part of the DHE infrastructure.