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Veränderungen der neurophysiologischen Abläufe im visuellen Cortex des Menschen während einer optischen Lernaufgabe

Lang, Gudrun


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Freie Schlagwörter (Deutsch): visueller Cortex , neurophysiologische Abläufe , optische Lernaufgabe
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Physiologisches Institut
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.06.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 15.11.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Die wiederholte Präsentation von Reizen im Bereich der Übersehschärfe (Noniuslinien) führt zu einer signifikanten Verbesserung der
Wahrnehmungsschwelle und zu Änderungen der neurophysiologischen Aktivität im menschlichen Gehirn.
23 erwachsene Probanden nahmen an einem psychophysischen Experiment teil, in welchem innerhalb von 25 Minuten die Schwelle der
Übersehschärfe für horizontale und vertikale Linien festgelegt wurde. Gleichzeitig wurde die evozierte Hirnaktivität über 30 Elektroden über
der Occipitalregion abgeleitet. Anschließend wurden für jeden Probanden die Potentiale für zwei Bedingungen berechnet, vor dem Lernen
(entsprechend der ersten Hälfte des Experimentes) und nach dem Lernen (entsprechend der zweiten Hälfte des Experimentes). Die visuell
evozierte Hirnaktivität wurde zu diesen beiden Bedingungen verglichen.
Im psychophysischen Teil des Experimentes sank die Noniusschwelle signifikant für beide Orientierungen, ein Anhalten der Verbesserung
konnte in einer Kontrollsitzung nach 9 Wochen gefunden werden. Das Lernen erwies sich als stimulusspezifisch, da kein Transfer auf den
identischen Stimulus der anderen Orientierung erfolgte.
Spezifische Effekte durch die Verbesserung der Diskriminierungsfähigkeit über die Zeit wurden in der neurophysiologischen Aktivität des
menschlichen Gehirnes beobachtet. Signifikant kürzere Komponentenlatenzen und höhere Amplituden traten während der zweiten Hälfte
des Experimentes auf. Zusätzlich beeinflußte das Lernen die topographische Verteilung der evozierten Potentialfelder, weshalb
angenommen werden kann, daß die Rindenneurone vor und nach dem Wahrnehmungslernen anders aktiviert werden.