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Studien zur Hämodynamik unter S-(+)-Ketamin versus Ketamin-Razemat

Quis, Stephan


pdf-Format: Dokument 1.pdf (476 KB)

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Freie Schlagwörter (Deutsch): S-(+)-Ketamin , Ketamin-Razemat , Hämodynamik
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anästhesiologie und Urologie, Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.11.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 14.11.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel der Studien

Prüfung der hämodynamischen Effekte von S-(+)-Ketamin im Vergleich zum Ketamin-Razemat zur Narkoseeinleitung, im steady-state einer
Basisnarkose und bei sistierender myokardialer Funktion während der extrakorporalen Zirkulation.


Methodik

Patienten: 90 männliche Patienten, die sich einer elektiven koronarchirurgischen Operation unterziehen mußten.

Studiendesign: doppelblind, randomisiert.


Studie I: Narkoseeinleitung mit 3 mg/kg Ketamin-Razemat plus 0,15 mg/kg Midazolam oder 1,5 mg/kg S-(+)-Ketamin plus 0,15 mg/kg
Midazolam als Kurzinfusion über 10 Minuten.

Meßparameter: erweitertes hämodynamisches Monitoring mit rechts-ventrikulären Volumina und Drücken.


Studie II: Bolusgabe von 3 mg/kg Ketamin-Razemat, 1,5 mg/kg S-(+)-Ketamin oder NaCl 0,9% als Plazebo in einer
Fentanyl-Midazolam-Basisnarkose.

Meßparameter: erweitertes hämodynamisches Monitoring entsprechend der Studie I, zusätzlich linksventrikulärer systolischer und
enddiastolischer Druck sowie die maximale Druckanstiegsgeschwindigkeit (dp/dt) des linken Ventrikels. Bestimmung von Parametern der
Oxygenierung und des Säure-Basen-Haushaltes aus arteriellen und gemischtvenösen Blutgasanalysen.


Studie III: Im steady-state einer Fentanyl-Midazolam Basisnarkose während der extrakorporalen Perfusion an der Herz-Lungenmaschine
erfolgte die Bolusgabe von 3 mg/kg Ketamin-Razemat, 1,5 mg/kg S-(+)-Ketamin, 1,5 mg/kg Ketamin-Razemat und Plazebo (NaCl 0,9%).

Meßparameter: mittlerer arterieller Druck, zentralvenöser Druck und Volumen im venösen Reservoir der Herz-Lungenmaschine.


Ergebnisse

Studie I: Herzfrequenz und arterieller Blutdruck blieben bis zu der Intubation konstant, diese führte zu einem signifikanten Anstieg dieser
Parameter. Schlagvolumenindex und Cardiac index reduzierten sich unter S-(+)-Ketamin verglichen mit dem Ketamin-Razemat
geringfügig. Die links- und rechtsventrikulären Füllungsparameter waren konstant.


Studie II: Systolischer arterieller Druck und linksventrikulärer Druck nahmen unter Ketamin-Razemat während der ersten 3 Minuten des
Beobachtungszeitraumes um 12% ab, die rechts- und linksventrikulären Füllungsparameter verhielten sich konstant. Unter S-(+)-Ketamin
zeigten sich keine signifikanten Änderungen der Hämodynamik über den Untersuchungszeitraum. Klinisch relevante Veränderungen von
Parametern der Oxygenierung und des Säure-Basen-Haushaltes fanden sich nicht.


Studie III: Es zeigte sich eine signifikante arterielle Vasodilatation in der Ketamin-Razemat-Gruppe während der ersten Minute des
Beobachtungszeitraumes, die venösen Parameter zeigten keine Gruppenunterschiede.


Schlußfolgerung: S-(+)-Ketamin zeigte im Vergleich zu dem bisher verfügbaren Ketamin-Razemat keine relevanten Unterschiede im
hämodynamischem Verhalten.