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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-2830
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2000/283/


Frühergebnisse nach computerunterstütztem Robotereinsatz in der zementfreien Hüftgelenkstotalendoprothetik

Alwan, Alae


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Hüftgelenkstotalendoprothetik , computerunterstützter Robotereinsatz
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt am Main
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.09.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 13.11.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Die Entwicklung eines computerunterstützten Roboters in der zementfreien Hüftgelenkstotalendoprothetik erfolgte zur exakteren Planung
und passgenauen Implantierung eines zementfreien Schaftes.

Die Operation besteht aus zwei Teilen, zunächst werden 3 Orientierungspins in den Trochanter majus, sowie die mediale und laterale
Femurkondyle implantiert, anschließend wird eine Computertomographie des Femurs erstellt. Die gewonnenen CT-Daten werden in den
Orthodoc, einem Graphikprogramm zur präoperativen Planung von Prothesen, übertragen. Orthodoc errechnet ein dreidimensionales Bild
des Femurs und stellt es in drei Schnittebenen dar. Jede Veränderung in der Schnittebene in einem Fenster führt zu entsprechenden
Veränderungen in den anderen Fenstern. Die Knochendichte wird in unterschiedlichen Farben dargestellt. Aus einem Prothesenkatalog
wird eine Prothese herausgesucht , die dann unter Monitorkontrolle exakt im Femur positioniert werden kann. Die Planungsgenauigkeit
beträgt 0,1 mm axial und 01° bei der Rotation.

Die Planungsdaten bilden die Grundlage für den Fräsvorgang von Robodoc. Robodoc ist ein 5-Achsen Industrieroboter an dem zahlreiche
Modifikationen zur Erhöhung der Sicherheit durchgeführt wurden. Er besitzt einen Kraftdrehmoment-sensor und einen
'Bone-Motion'-Sensor. Er überprüft das bisher ausgefräste Volumen mit dem zu fräsenden Volumen, jeder Schritt des Roboters muß zuvor
vom Chirurgen bestätigt werden, der Fräsvorgang ist jederzeit manuell abbrechbar. An der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik
Frankfurt am Main wurden in der Zeit vom 19.08.1994 bis zum 02.04.1995 51 Patienten mit dem Robodocsystem operiert, davon standen
49 Patienten für die Nachuntersuchungsreihen zur Verfügung. Nachuntersucht wurde 3, 6 und 12 Monate postoperativ nach dem Merle
d´Aubigné und Postel, sowie nach dem Harris Hip Score. Die Röntgenbilder wurden unmittelbar, 6 und 12 Monate postoperativ
ausgewertet.

Der Score nach Merle d´Aubigné und Postel betrug präoperativ 8,08 Punkte, 3 Monate postoperativ 13,55 Punkte, 6 Monate postoperativ
15,31 Punkte und 12 Monate postoperativ 16,41 Punkte.

Der Harris Hip Score betrug präoperativ 45,09 Punkte, 3 Monate postoperativ 75,93 Punkte, 6 Monate postoperativ 86,64 Punkte und 12
Monate postoperativ 90,88 Punkte. Die postoperativen Röntgenkontrollen stimmten in allen Fällen mit dem Prothesensitz und der
Prothesenlage, wie am Orthodoc geplant, überein. Es fanden sich primär keine Varus- oder Valgusfehlstellungen, der Kortikaliskontakt der
Prothese war jeweils vollständig vorhanden. Im weiteren Verlauf waren weder Prothesensinterungen noch Varus- oder Valgusmigrationen
nachweisbar.


In dieser Arbeit konnte nachgewiesen werden, dass eine passgenaue Schaftimplantation mittels eines computerunterstützen
Robotersystems durchführbar und dass der Schaft postoperativ sofort belastbar ist.