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Charakterisierung der Promotor-Region des Fre2-Gens, einer Integrationsstelle des Friend-Mäuseleukämievirus

Burdak, Susanne Christine


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Fre2-Gen , Friend-Mäuseleukämievirus
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Zentrum für Medizinische Mikrobiologie und Medizinische Virologie, Institut für Medizinische Virologie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.06.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 17.10.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Im Rahmen der Friend-Virus induzierten Erythroleukämie kommt es zur Integration des F-MuLV im Fre2-Locus sowie zum Rearrangement des
Fre2-Locus auch ohne nachweisbare Provirusintegration. Die Struktur des Fre2-Gens ist bis auf die Ermittlung der vollständigen Sequenz des
Intron 2 aufgeklärt, die Funktion ist jedoch unbekannt. In hämatopoetischen Zellen ist die Expression des Fre2-Gens höher als in
nicht-hämatopoetischen Geweben.

In der vorliegenden Arbeit wurde die vermutete Promotor-Region des Fre2-Gens in einem Luciferase-Reportergen-Assay auf ihre Funktion
untersucht. Es fand sich eine starke Aktivie-rung der Expression des Reportergens durch einen Promotorabschnitt, der ein 92-bp-Fragment
stromaufwärts des Transkriptionsstarts enthält. Eine geringer ausgeprägte Aktivierung wurde durch ein 234-bp-Fragment vermittelt, das den
92-bp-Promotorabschnitt sowie einen weiter stromaufwärts angrenzenden Bereich enthält, von dem offenbar eine negativ-regulatorische Wirkung
ausgeht. Beide Promotorabschnitte des Fre2-Gens führten in Fibroblasten zu einer stärkeren Expression des Reportergens als der frühe
SV40-Promotor/Enhancer. Es fanden sich Hinweise auf eine Induktion des Fre2-Promotors durch Veränderungen der Wachstumsbedingungen der
transfizierten Zellen, was über induzierbare Transkriptionsfaktoren wie AP1 vermittelt werden könnte. Ein Vergleich der Ergebnisse des
Reportergen-Assays in Fibroblasten und erythroiden Zellen ergab für beide Zellinien ähnliche Ergebnisse mit jeweils stärkerer
Transkriptionsaktivierung durch den 92-bp-Promotorab-schnitt. Die gewebsspezifische Expression des Fre2-Gens wird vermutlich von anderen
regulatorischen Elementen (z. B. Enhancer) außerhalb der hier untersuchten Promotor-Region gesteuert.
In einer Analyse der Promotor-Region auf Transkriptionsfaktor-Bindemotive mit Hilfe einer Transkriptionsfaktor-Datenbank ergaben sich potentielle
Bindestellen für ubiquitär exprimierte Faktoren wie Sp1 und AP1, sowie für Faktoren, die vorwiegend in hämatopoetischen Zellinien exprimiert
werden, wie GATA1, Ik2 und MZF1. Eine potentielle Repressorfunktion könnte über Bindemotive für Myb und deltaEF1 im stromaufwärts gelegenen
Abschnitt des 234-bp-Promotorabschnittes vermittelt werden.

Hybridisierungsexperimente ergaben, daß eine DNA-Sonde aus der Sequenz des Exon 3 des Fre2-Gens aufgrund unspezifischer DNA-Bindung
durch repetitive Sequenzanteile nicht zum Screenen einer genomischen Cosmid-Bibliothek auf einen Klon, der das Intron 2 des Fre2-Gens enthält,
geeignet ist.