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Zum Einfluß der Dexamethason-Dosis auf Chemotherapie-induzierte akute Nausea und Emesis

Müller-Friedl, Helmut


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Nausea , Emesis , Dexamethason-Dosis
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.08.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 06.10.2000
Kurzfassung auf Deutsch: 20 mg Dexamethason oder eine dessen Wirkung äquivalente Dosis eines Corticosteroids- in Verbindung mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonisten-
erscheint derzeit als Goldstandardt der Prophylaxe zytostatisch induzierter Emesis. Neben der negativen Auswirkung auf die Tumorbiologie, sei es
ein beschleunigtes Zellwachstum oder eine verminderte Tumorzellvernichtung durch die körpereigene Immunabwehr, besteht begründeter
Verdacht, daß eine hohe Cortisol-Dosierung am Tag der Chemotherapie vermehrt Nausea und Emesis in der verzögerten Phase begünstigt.
Deshalb erscheint es sinnvoll, den Stellenwert einer mittleren Steroiddosierung in der Prophylaxe der akuten Emesis zu überprüfen.


In einer prospektiven, einfachblinden randomisierten Studie wurden zwei Dexamethason-Dosierungen -20 mg Dexamethason gegen 8 mg
Dexamethason- jeweils in Verbindung mit dem 5-HT3-Rezeptorantagonisten Tropisetron in Cisplatin-haltigen Therapien anhand objektiver und
subjektiver Parameter verglichen. Nach einer Zwischenanalyse von 121 Fällen (69 Patientinnen), in der keine signifikanten Unterschiede zwischen
den beiden Behandlungsstrategien festgestellt werden konnten, wurde die Untersuchung beendet.


Hohe Dexamethason-Dosierungen (20 mg) als antiemetische Prophylaxe ergeben weder in der Anzahl der Emesis-Episoden, noch bei den
subjektiven Parameter der Rotterdam Symptoms Checklist Vorteile gegenüber einer mittleren (8 mg) Dosis. Dagegen wird gezeigt, daß das
endogene Cortisol, vor der Chemotherapie und nach der Dexamethason- Applikation untersucht, die Ausprägung von Nausea und Emesis
mitbeeinflußt. Die Patientinnen, deren Cortisol-Werte vor Therapiebeginn unterhalb des errechneten Medians von 169 [ng / ml] liegen, leiden im
Vergleich mit den Patientinnen, deren Wert oberhalb dieser Schwelle liegen, verstärkt unter Übelkeit (p = 0,038). Weiterhin tritt bei den Patientinnen,
deren Serum-Cortisol an Tag 2 unterhalb des Medians von 21 [ng/ml] liegt, subjektiv erheblichere Übelkeit (p = 0,020) und Emesis (p = 0,046) auf.


Aufgrund dieser Ergebnisse ist die antiemetische Prophylaxe mit der Dosis 8 mg Dexamethason der Dosis 20 mg Dexamethason vorzuziehen, um
in Verbindung mit einem 5-HT3 Rezeptorantagonisten in hoch emetogenen Chemotherapien von nicht-hämatologischen Tumoren Übelkeit und
Erbrechen zu verhindern.