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Sportmedizinische Aspekte des Judo bei Kindern und Jugendlichen : Auswertung von Sportverletzungen mit Konsequenzen für Trainings- und Wettkampfbetreuung

Erdmann, Ute


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Judo , sportmedizinische Aspekte , Kinder , Jugendliche
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Orthopädie und Physikalische Medizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 13.07.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 27.09.2000
Kurzfassung auf Deutsch: In einer aktuell erhobenen Studie wurde das Auftreten von Sportverletzungen bei Kindern und Jugendlichen im Judo auf Breitensportebene
ausgewertet. Bei Wettkampf, Lehrgang und Training wurden 129 Verletzungen bei 107 Verletzten erfasst. Es ergab sich eine Verletzungsinzidenz
von 9,6 % bei Wettkämpfen und 37,5 % bei Lehrgängen. Nur 4,7 % der 129 Verletzungen waren schwer, darunter keine Lehrgangsverletzung. In der
Gesamtstatistik dominierten Verletzungen an den unteren Extremitäten mit 38 % vor Verletzungen an Kopf/Hals (26,5 %), oberen Extremitäten (20,9
%) und Rumpf (14 %). Beim Wettkampf überwogen Verletzungen an Kopf/Hals, gefolgt von Verletzungen der unteren Extremitäten. Die Verteilung
der aktuell beobachteten Verletzungen auf die verschiedenen Körperregionen unterschied sich von den Angaben anderer Autoren über retrospektiv
erfasste Verletzungen. Das Profil der erfragten früheren Verletzungen war jedoch ähnlich wie in den retrospektiven Studien in der Literatur, lediglich
frühere Kopf- und Schulterverletzungen wurden seltener angegeben. Bei den Wettkampfverletzungen überwogen Kontusionen, bei den früheren
Verletzungen Distorsionen. In 26,5 % handelte es sich bei den früheren Verletzungen um schwere Verletzungen wie Frakturen, Bandverletzungen
und Luxationen.


Von den 107 erfassten Judoka konnten 55 orthopädisch nachuntersucht werden. Am Knie wurden mit 65 % extrem häufig Befunde einer
Chondropathia patellae erhoben. Am Sprunggelenk fiel eine Häufung der Laxität der Außenbänder auf. Auch Belastungsschmerzen beim Judo
wurden am häufigsten an den Knien, am zweithäufigsten an den Sprunggelenken angegeben. 17 Judoka gaben ältere und/oder aktuelle
Fingerverletzungen an, 11 der 55 Untersuchten Mikro- und Makrotraumen am Ellenbogengelenk. Die Untersuchungsbefunde an der Muskulatur
ergaben einen sehr hohen Prozentsatz an Verkürzungen der ischiocruralen Muskulatur, des M. rectus femoris, des M. trapezius und des M. levator
scapulae. Dies wird in Zusammenhang gebracht mit judotypischen Bewegungsmustern. Weiterhin fand sich eine extrem häufige Abschwächung
des M. gluteus maximus.


Es werden präventive Ansätze diskutiert bezüglich sportmedizinischer Betreuung und sportartspezifischer Gesichtspunkte zur Reduzierung von
Sportverletzungen und späterer Sportschäden.