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Das Kieferbasis- und Apikalbasisdreieck bei der Distalbißbehandlung mit funktionskieferorthopädischen Geräten : Eine röntgenkephalometrische Studie

Kötter-Jelitte, Kerstin


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Freie Schlagwörter (Deutsch): Kieferbasisdreieck , Apikalbasisdreieck , Distalbißbehandlung
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Abteilung Kieferorthopädie
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.05.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 04.07.2000
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit wurden röntgenkephalometrisch Kieferwachstums-veränderungen als Ganzes in Form eines Kieferbasis- und
eines Apikalbasisdreiecks bei der Aktivator-, Herbst- und Bass- Behandlung erfaßt und die drei Behandlungsmethoden miteinander
verglichen.


Es wurden 75 (38 weibliche und 46 männliche) Patienten mit dem Gebißbefund einer Angle-Klasse II.1 untersucht. Davon waren 31 (17
weibliche und 14 männliche) Patienten mit dem Aktivator, 36 (21 weibliche und 15 männliche) Patienten mit der Herbst-Apparatur und 17
männliche Patienten mit der Bass-Apparatur behandelt worden. Die drei Patientengruppen wurden miteinander sowie mit einer eugnathen
Kontrollgruppe ('Bolton-Standards') verglichen. Bei der Herbst- und Bass-Gruppe umfaßte die Untersuchung einen Zeitraum von 6 ½
Jahren und beinhaltete sowohl Behandlungs- als auch Nachuntersuchungszeiträume. Bei der Aktivator-Gruppe wurde nur der
Behandlungszeitraum von 3 Jahren beurteilt.


Auf Basis der röntgenkephalometrischen Punke Basion, Spina und Gnathion wurde das Kieferbasisdreieck auf Basis der Punkte Basion,
A-Punkt und B-Punkt das Apikalbasisdreieck konstruiert. Lineare, anguläre und Flächenmessungen wurden durchgeführt.


Die Ergebnisse der Untersuchung lassen sich wie folgt zusammenfassen:


Sagittale Veränderungen

- Einen Einfluß auf das Oberkieferwachstum konnte bei keiner der drei verwendeten Apparaturen kurz- oder langfristig nachgewiesen
werden.


- Das Unterkieferwachstum bei der Herbst- und Bass-Gruppe wurde während der Behandlung in bezug zur Kontrollgruppe vergrößert. Kein
Einfluß auf das Unterkieferwachstum war während der Aktivator-Behandlung zu finden. Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung lag bei der
Bass- und Herbst-Gruppe kein Unterschied zur Kontrollgruppe vor.


Vertikale Veränderungen

- Am Ende des aktiven Behandlungszeitraums vergrößerte sich die Höhe der skelettalen und apikalen Oberkieferbasis-/ Unterkieferbasis
besonders bei der Aktivator- und Herbst-Gruppe, bei der Bass-Gruppe hingegen gering.


- Am Ende des Nachuntersuchungszeitraumes war die Höhe der skelettalen und apikalen Oberkieferbasis-/ Unterkieferbasis der
Herbst-Gruppe annähernd gleich der Kontrollgruppe, die Patienten der Bass-Gruppe zeigten hingegen eine Vergrößerung.


Flächenveränderungen

- Am Ende des aktiven Behandlungszeitraumes wiesen alle drei Patientengruppen eine Vergrößerung der Kieferbasis- und
Apikalbasisarea auf. Die größte Differenz zur Kontrollgruppe lag bei der Aktivator- und Herbst-Gruppe vor.


- Am Ende des Nachuntersuchungszeitraumes wurde bei der Herbst-Gruppe eine nahezu gleiche Vergrößerung der Kieferbasisarea und
ein vermindertes Wachstum der Apikalbasisarea gegenüber der Kontrollgruppe festgestellt. Die Bass-Gruppe wies ein erhöhtes
Wachstum beider Flächen in bezug zur Kontrollgruppe auf.


Anguläre Veränderungen

- Die vertikalen skelettalen und apikalen Oberkieferbasis-/ Unterkieferbasis-Angulationen zeigten sich am Ende des aktiven
Behandlungszeitraumes bei allen Behandlungsgruppen unbeeinflußt.


- Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung waren die vertikalen skelettalen und apikalen Oberkieferbasis-/ Unterkieferbasis-Angulationen der
Herbst- und Bass-Gruppe geringer als die der Kontrollgruppe. Insbesondere bei der Herbst-Gruppe verkleinerte sich die apikale
Oberkieferbasis-/ Unterkieferbasis-Angulation, bei der Bass-Gruppe die skelettale Oberkieferbasis-/ Unterkieferbasis-Angulation.


- Die sagittalen skelettalen und apikalen Oberkieferbasis-/ Unterkieferbasis-Angulationen wiesen bei allen drei Behandlungsgruppen am
Ende des Behandlungszeitraumes eine deutliche Vergrößerung auf. Die deutlichste Vergrößerung war bei der Aktivator-Gruppe
festzustellen.


- Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung waren die sagittalen skelettalen und apikalen Oberkieferbasis-/ Unterkieferbasis-Angulationen der
Herbst- und Bass-Gruppe geringer als die der Kontrollgruppe. Die Herbst-Gruppe wies dabei die größte Abweichung bei der apikalen, die
Bass-Gruppe bei der skelettalen Oberkieferbasis-/ Unterkieferbasis-Angulation auf.


Schlußfolgernd kann festgestellt werden, daß das Kieferbasis- und Apikalbasisdreieck zur ganzheitlichen Analyse der sagittalen und
vertikalen Kieferwachstumsveränderungen gut geeignet ist.