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Einfluß eines dynamisch pulsatilen Perfusionsmodus bei extrakorporaler Zirkulation auf die Funktion des Gehirns

Mischnick, Ina


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anästhesiologie und Urologie, Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.05.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 14.06.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Die chirurgische Behandlung von erworbenen und angeborenen Herzerkrankungen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Obwohl die meisten
kardiochirurgischen Operationen einen komplikationslosen postoperativen Verlauf zeigen, kommt es bei einigen Patienten zu nachteiligen Folgen der
extrakorporalen Zirkulation im Sinne eines Postperfusionssyndromes.


Trotz Rückgang von Mortalität und Morbidität ist das Auftreten neurologischer und neuropsychologischer Schäden nach kardiochirurgischen Eingriffen mit
extrakorporaler Zirkulation noch immer hoch. Die Häufigkeit dieser Schäden ist höher als bei anderen Operationstypen. Mit schweren fokalen neurologischen
Schäden muß bei 2%-5% der Patienten gerechnet werden, reversible diffuse Encephalopathien sind in größerer Zahl der Fälle vertreten je nach Literatur von
20%-80%.


Bei der Erforschung dieser Komplikationen nehmen die Herz-Lungen-Maschine und die verschiedenen Perfusionsarten - nicht-pulsatile und pulsatile Perfusion
- eine zentrale Stellung ein.


Nicht-pulsatile Perfusionstechniken während extrakorporalem Kreislauf sind bewährte Standardmethoden in der Herzchirurgie. Aufgrund der Ergebnisse von
Studien läßt sich vermuten, daß das pulsatile Perfusionsverfahren das Auftreten neurologischer und neuropsychologischer Störungen durch Verbesserung der
cerebralen Mikrozirkulation vermindern kann.


In der Arbeit wurde untersucht, inwieweit eine dynamisch pulsatile Perfusion im Gegensatz zu einer nicht-pulsatilen Perfusion zu klinisch relevant geringeren
Funktionseinbußen des Gehirns führt. Dazu wurde der Grünberger-Motorik-Test (GMT) verwandt, ein neuropsychologisches Testverfahren, das die
psychomotorische Leistungsfähigkeit erfaßt. Der Test wurde praeoperativ und sechs Tage postoperativ durchgeführt. Desweiteren wurden noch praeoperativ
und sechs Tage postoperativ die neuropsychologische Einschätzung der Patienten sowohl vom Stationsarzt als auch vom Pflegepersonal eingeholt und
statistisch ausgewertet. Ebenso wurden postoperativer Mobilisationsgrad und postoperative Psychosyndrome hinsichtlich eines Unterschiedes zwischen den
verschieden perfundierten Patienten statistisch ausgewertet.


Bei der Ausführung des GMTs schnitten die pulsatil perfundierten Patienten etwas günstiger ab als die nicht-pulsatil perfundierten Patienten, jedoch lagen die
Werte noch im Zufallsbereich. Die pulsatil perfundierten Patienten wurden auch vom Stationsarzt günstiger eingeschätzt als die Patienten der nicht-pulsatilen
Perfusionsgruppe. Kein zu erfassender Unterschied ergab sich zwischen beiden Gruppen hinsichtlich der neuropsychologischen Einschätzung durch das
Pflegepersonal und hinsichtlich des Mobilisationsgrades am sechsten postoperativen Tag. Ein deutlicher Unterschied zwischen beiden Perfusionsgruppen ergab
sich bei der Häufigkeit des Auftretens postoperativer Psychosyndrome. In der pulsatilen Perfusionsgruppe traten weniger postoperative Psychosyndrome auf
als in der nicht-pulsatilen Perfusionsgruppe.


Aus den Ergebnissen der Arbeit kann kein eindeutiger Vorteil der pulsatilen Perfusion in Hinblick auf die psychomotorische Leistungsfähigkeit der Patienten
abgeleitet werden.