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Mittel- und langfristige Resultate nach subkapitaler Metatarsalosteotomie zur Therapie des Hallux valgus mit Metatarsus primus varus

Vollmert, Olaf


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Orthopädische Klinik am Evangelischen Fachkrankenhaus in Ratingen
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.04.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 04.05.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Der Hallux valgus mit Metatarsus primus varus – sogenannter Spreizfuß - stellt auch schon bei jüngeren Patienten ein häufig vorzufindendes orthopädisches
Krankheitsbild dar. Aufgrund der Insuffizienz konservativer Methoden erscheint ein operative Korrektur der Vorfußdeformität sinnvoll. In diesem
Zusammenhang haben sich subkapitalen Osteotomien als vorteilhaft erwiesen, da sie auch bei fortgeschrittener Hallux-valgus Deformität eine Besserung der
Beschwerdesymptomatik versprechen.

Die subkapitale Osteotomie mit Keilentnahme zur Behandlung des Hallux valgus und Metatarsus primus varus stellt ein von Kramer erstmals 1972 in
Winthertur angewandte Methode zur Beseitigung der Achsabweichung der I. Zehe und Verschmälerung des Vorfußes dar. Im Evangelischen Fachkrankenhaus
in Ratingen konnten 108 Patienten (146 Füße) im Alter von 16 bis 66 Jahren , bei denen eine isolierte subkapitale Kramer-Osteotomie durchgeführt wurde,
nachkontrolliert werden. Die Studie erstreckte sich über einen Nachuntersuchungszeitraum von 11 Jahren. Die durchschnittliche Nachkontrolldauer betrug 8
Jahre (Min: 2,5Jahre; Max: 12,8 Jahre; SD:3,1 Jahre).
Durch die Kramer-Osteotomie konnte die Großzehendeviation in entscheidenden Maße verbessert werden. Die postoperative Korrektur des Hallux-Winkels
auf 16,7° im Durchschnitt stellt ein sehr gute Annäherung an den physiologischen Hallux-abductus-Winkel dar. Eine vollständige Korrektur konnte nicht erzielt
werden.

Bemerkenswert ist die Korrektur des Metatarsus-primus-varus-Fehlstellung. Hier konnte der Intermetatarsalwinkel auf 8,1° erfolgreich reduziert werden.
Dieses Ergebnis liegt im Rahmen physiologischer Werte.
Auch konnte eine Vorfußverschmälerung von durchschnittlich 4mm nachgewiesen werden. Eine Korrektur der Abflachung des vorderen Quergewölbes und
Wiederherstellung der physiologischen Statik des Vorfußes konnte nicht erzielt werden. Bei 57,5% der Patienten zeigte sich eine pathologische Beschwielung
der mittleren Metatarsalköpfchen, die für deutliche Vorfußinsuffizienz sprechen. Auch die durchgeführte Plantarisierung des distalen Metatarsalfragments scheint
dieses Phänomen nicht zu beeinflussen.

Die überaus gute funktionelle und ästhetische Beurteilung der Methode durch den Patienten kann man als überzeugendes Argument für die Kramer-Osteotomie
aufgefaßt werden. Auch wenn die Untersucher kritischer als die Patienten urteilten, konnten die zufriedenstellende Bewegungsausmaße im
Großzehengrundgelenk und die Verbesserung der Gehleistungen und Schmerzsituation überzeugen.
Bei der subkapitalen Osteotomie nach Kramer handelt es sich um eine etablierte Methode zur Korrektur des Hallux valgus mit Metatarsus primus varus mit
großer Indikationsbreite. Bei ausreichender Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk konnten auch bei Patienten in der zweiten Lebenshälfte in der Mehrzahl
der Fälle durchaus überzeugende Resultate erzielt werden.