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Pharmakologische und toxikologische Prüfung von chemischen Stoffen und Zubereitungen an Wirbeltieren im Rahmen von Rechtsvorschriften : Art, Umfang und Einschränkungsmöglichkeiten

Henke-Saipt, Alice


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Ernährungswissenschaften
Fachgebiet: Haushalts- und Ernährungswissenschaften - Ökotrophologie
DDC-Sachgruppe: Haushaltswissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 02.07.1999
Erstellungsjahr: 1999
Publikationsdatum: 13.04.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung folgender Fragen:


1.Welche Rechtsvorschriften und behördlichen Auflagen führen in der Bundesrepublik Deutschland zu Versuchen an Wirbeltieren?

2.Welcher Art sind diese Tierversuche, insbesondere im Hinblick auf die pharmakologische und toxikologische Prüfung von chemischen Stoffen und
Zubereitungen?

3.In welchem Umfang werden diese Tierversuche durchgeführt?

4.Welche Einschränkungsmöglichkeiten gibt es hierzu?


Im Rahmen einer Studie für das Umweltbundesamt sollten diese Fragen zunächst für das Jahr 1987 geklärt werden. Als Methode wurde die Befragung
eingesetzt. Es wurden Interviews mit über 80 Personen geführt. In die anschließende schriftliche Umfrage wurden insgesamt 1.121 Einrichtungen aus Industrie
und öffentlicher Hand einbezogen. Der Rücklauf der Fragebögen war mit 54,8 % sehr hoch, jedoch enthielten nur 6 % der zurückgesandten Fragebögen
relevante Angaben. Die erhobenen Daten waren damit nicht in der Lage, für das Jahr 1987 gesicherte Auskünfte zu der gewählten Fragestellung zu geben.


Um den heutigen Stand von Art, Umfang und Einschränkungsmöglichkeiten zu Tierversuchen im Rahmen von Rechtsvorschriften und behördlichen Auflagen zu
ermitteln, wurden Anfang 1999 die gültigen Gesetze, Verordnungen, EG-Richt- und Leitlinien und Empfehlungen - soweit bekannt - erneut auf ihre Relevanz zu
diesem Thema geprüft.
Im Fazit ist festzustellen, daß sich heute die im Rahmen der UBA-Studie gestellten und in dieser Arbeit wiederholten Fragen zufriedenstellender beantworten
lassen als vor 10 Jahren. So ist inzwischen grundsätzlich geregelt, welche Rechtsvorschriften überhaupt Tierversuche ausdrücklich vorschreiben. Es herrscht
auch mehr Klarheit zum Umfang der für eine gesetzlich erforderliche Prüfung für die Anmeldung oder Zulassung von Stoffen oder Produkten verwendeten
Wirbeltiere. Dieser stagniert seit einigen Jahren um einen Wert von etwa 500.000 Tieren pro Jahr und macht damit zur Zeit etwa ein Drittel aller in der BRD
verwendeten Versuchstiere aus. Unklar ist aber nach wie vor, welcher Anteil davon auf die einzelnen Rechtsbereiche entfällt.


Die Tierversuche, die im Rahmen von Rechtsvorschriften zur pharmakologischen und toxikologischen Prüfung vorgenommen werden, sind in den vergangenen
Jahren durch


die Verpflichtung zur Anwendung der Grundsätze der Guten Laborpraxis und die damit erleichterte gegenseitige Anerkennung der Versuchsergebnisse,

die in den meisten Rechtsbereichen getroffene Zweitanmelderregelung,

die Voranfragepflicht im Chemikalien- und im Pflanzenschutzgesetz und

den punktuell gefundenen geeigneten in vitro-Methoden


leicht gesunken.


Die Chance des Ersatzes möglichst aller dieser Versuche durch eine neue Prüfstrategie scheint derzeit allerdings noch sehr gering zu sein.