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Schmelzbildungsstörungen unbekannter Genese an Sechsjahrmolaren und bleibenden Inzisivi - ein Versuch der Ursacheneingrenzung

Schleenbecker, Frank


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Kinderzahnheilkunde
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 25.01.2000
Erstellungsjahr: 2000
Publikationsdatum: 10.04.2000
Kurzfassung auf Deutsch: Es wurde eine Studie zur Eingrenzung der Ursachen des gehäuften Auftretens von fehlstrukturierten Sechsjahrmolaren und bleibenden Schneidezähnen mit 130
Patienten im Alter von 6-14 Jahren vorgenommen. Als Vergleichsgruppe fungierte ein Kollektiv von 130 Kindern mit noch naturgesunden ersten bleibenden
Molaren. Es wurde eine umfassende Befunddokumentation sowie eine Befragung zu Erkrankungen, Medikamentengaben, Trink- und Nuckelgewohnheiten, zur
Vitaminzufuhr und Oralhygiene in den ersten drei Lebensjahren durchgeführt, an der sich 62 Patienten- und 53 Probandeneltern beteiligten. Schließlich wurden
bei 28 Patienten detaillierte klinische Nachuntersuchungen vorgenommen und für jeweils 15 Patienten und Probanden die ärztlichen Daten über Erkrankungen
und Medikamentengaben in den ersten drei Lebensjahren verglichen.


73,0% der Patienten mit fehlstrukturierten Zähnen wiesen vier, 9% drei, 9,9% zwei und 8,1% einen fehlstrukturierten Sechsjahrmolaren auf. Die
Schmelzanomalien traten in 34,8% als Opazitäten, in 41,3% als leichte Hypoplasien und zu 23,9% als größere Schmelzverluste auf. Die Patienten hatten mit
DMF/dmf(T/t)=6,8 (< 8 Jahre), DMF/dmf(T/t)=-7,2 (8-9 Jahre) und DMF/dmf(T/t)=5,8 (10-11 Jahre) eine deutlich höhere Karies-prävalenz als die
Probanden mit 2,3 (< 8 Jahre), 2,8 (8-9 Jahre) und 1,9 (10-11 Jahre). Nach elterlichen Angaben benutzten die Patienten deutlich häufiger als die Probanden
Kunststoffflaschen und seltener Glasflaschen. Auch tranken mit 46,3% im ersten Lebensjahr und 25,9% nach dem 1.Lebensjahr wesentlich mehr Patienten als
Probanden mit 24,0% im ersten Lebensjahr und 4,0% nach dem ersten Lebensjahr Insttantees aus Nuckelflaschen. Die Auswertung der ärztlichen
Krankenblätter erbrachte deutliche Differenzen in der Medikamentenverordnung. So bekamen Patienten, die Antibiotika erhalten hatten, diese durchschnittlich
3,3mal und Probanden nur 1,3mal verabreicht. Die Verordnung von Rhinologika erfolgte für die Patienten durchschnittlich 3,6mal und für die Probanden
1,4mal.


Aus den Ergebnissen läßt sich folgern, daß als mögliche Ursachen des Auftretens von fehlstrukturierten Sechsjahrmolaren und bleibenden Frontzähnen in erster
Linie gehäufte Medikamentenverabreichungen sowie die Trinkzufuhr aus Kunststoffsaugerflaschen in Frage kommen. Abzuklären bleibt jetzt, ob dabei
bestimmte pharmakologische Inhaltsstoffe der Medikamente, Mangelzustände während früher Erkrankungen, Fremdstofffreisetzungen aus Kunststoffflaschen
oder pflanzliche Sedativa der Instanttee-Käutercocktails für die Schadsetzung am Zahnschmelz einzeln oder in Kombination wirken.