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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-810
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/1999/81/


Zum Einsatz injizierbarer Infodex®-Transponder zur Kennzeichnung von Mastschweinen unter besonderer Berücksichtigung von Desinfektions- und Sterilisationsmaßnahmen an Transponder und Implantationskanüle

Ober, Kathrin


pdf-Format: Dokument 1.pdf (17.440 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Wiederkäuer und Schweine, Professur für Schweinekrankheiten (InnereMedizin und Chirurgie)
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 19.07.1999
Erstellungsjahr: 1999
Publikationsdatum: 28.09.1999
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Untersuchung wurden insgesamt 360 Mastschweinen je ein glasumhüllter Infodex®-Transponder (Destron/IDI) der Größe 18 x 3,0 mm
subkutan im Bereich der rechten Ohrbasis implantiert. Diese 360 Tiere wurden anhand der Kombination unterschiedlicher Sterilisations- und
Desinfektionsmaßnahmen am Transponder und an der Implantationskanüle in 9 Gruppen eingeteilt. Gassterilisierte, unsterile oder mit 2%iger Savlon®-Lösung
desinfizierte Transponder wurden mit Implantationskanülen implantiert, die zwischen den einzelnen Implantationen nicht desinfiziert wurden oder die einer
Zwischendesinfektion mit 1%iger Savlon®-Lösung oder Ethanol (70 %) unterzogen wurden.
Während der Mastperiode wurden klinische Befunde im Bereich der Implantationsstelle protokolliert und die Größe aufgetretener Umfangsvermehrungen
vermessen. Die erhaltenen Daten wurden einer statistischen Auswertung unterzogen, die Aussagen über den zeitlichen Verlauf der Einheilung der Transponder
und die Wechselwirkungen der Implantationskanülen- und Transponderbehandlung der einzelnen Gruppen ermöglichen sollten. Weiterhin wurden die
Funktionsfähigkeit, die Auffindbarkeit und das Migrationsverhalten der Transponder während des Untersuchungszeitraumes sowie die Entnahme der
Transponder am Schlachthof untersucht.


Folgende Ergebnisse wurden erzielt:


1.) Die Implantation ist mit einer Implantationspistole im Bereich der Ohrbasis schnell und einfach durchführbar. Eine sachgerechte und sorgfältige Implantation
ist eine Voraussetzung für eine ortsstabile Positionierung des Transponders.


2.) Die Untersuchungsergebnisse zeigen weitgehend übereinstimmend mit den Angaben in der Literatur, daß sich die Ohrbasis beim Mastschwein generell als
Implantationsstelle eignet.


3.) Nach der Implantation wurden drei Stadien der klinischen Symptome beobachtet. In den ersten Tagen post impl. lagen in zahlreichen Fällen die klinischen
Symptome einer akuten Entzündung in gering- bis mittelgradiger Ausprägung vor. Zwischen dem 1. und 42. Tag traten guppenabhängig in Einzelfällen
entzündliche Umfangsvermehrungen oder Abszesse auf und ab dem 56. Tag dann nichtentzündliche, geringgradige Umfangsvermehrungen. Ein statistisch
signifikanter Zusammenhang zwischen den entzündlichen Veränderungen zu Beginn und den geringgradigen Umfangsvermehrungen gegen Ende der
Mastperiode bestand nicht.


4.) Die Ergebnisse der statistischen Auswertung führen zu der Aussage, daß eine Implantation von Transpondern beim Schwein unter Praxisbedingungen nicht
ohne Sterilisations- oder Desinfektionsmaßnahmen an Transponder und Implantationskanüle durchgeführt werden sollte. Ein paarweiser
Gruppen-Mittelwert-Vergleich mittels des Tukey-Tests ergab, daß sich die Gruppe 2/2, in der unsterile Transponder ohne Zwischendesinfektion der
Implantationskanüle implantiert wurden, signifikant von einigen anderen Gruppen abhob. In dieser Gruppe 2/2 sind deutlich mehr Abszesse aufgetreten als in
den anderen acht Gruppen. Die Anwendung einer Gassterilisation oder Savlon®-Desinfektion am Transponder hat nachweisbar einen positiven Effekt auf den
Einheilungsprozeß des Transponders. Die Kanülendesinfektion ist gegenüber der Desinfektion bzw. Sterilisation des Transponders von untergeordneter
Bedeutung. Die Wechselwirkung zwischen Transponder- und Kanülenbehandlung ist statistisch signifikant, aber eine eindeutige Aussage über eine zu
bevorzugende Methode der Kombination der Sterilistaions- und Desinfektionsmaßnahmen an Transponder und Implantationskanüle ist anhand der statistischen
Auswertung nicht möglich. Ein positiver Effekt durch die Anwendung eines flüssigen Desinfektionsmittels gleichzeitig an Transponder und Implantationskanüle
konnte statistisch nicht nachgewiesen werden. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der deskriptiven Statistik und der klinischen Befunde kann aber die
Aussage getroffen werden, daß eine gleichzeitige Anwendung bei der Implantation unter Praxisbedingungen empfehlenswert erscheint. Eine Kombination der
beiden Desinfektionsmittel Savlon® und Ethanol (70 %) an Transponder und Kanüle ist dabei möglich. Die Ergebnisse zeigen, daß sich Savlon® zur
Desinfektion von implantierbaren Transpondern generell sehr gut eignet.


5.) Im gesamten Untersuchungszeitraum fielen 41 (11,39 %) von insgesamt 360 implantierten Transpondern aus. Hierbei entfielen 29 (8,05 %) der
Funktionsausfälle auf die Zeit der Mastperiode und 12 (3,33 %) auf den Schlachtvorgang. Als Ursachen waren während der Mastperiode 21 (5,83 %)
Transponderverluste und acht (2,22 %) Transponderdefekte sowie während des Schlachtvorganges je sechs (1,66 %) Transponderverluste und
Transponderdefekte zu verzeichnen.
Kurzfassung auf Englisch: In the present investigation from altogether 360 fattening pigs one glas-covered Infodex®-Transponder (Destron/IDI) of the size of 18 x 3,0 mm was injected
to each pig subcutaneously in the area of the base of the right ear. Because of the combination of different methods of sterilization and disinfection of
transponder and injection needle the 360 animals were divided into nine groups. Gassterilized, non-sterile and with 2% Savlon® solution disinfected
transponders were injected with needles which were not disinfected or disinfected in 1% Savlon® solution or 70% ethanol between each injection.
During the fattening period the clinical findings at the implantation site were recorded and the size of the observed swellings was measured. The data received
were subjected to a statistical evaluation, which should reveal statements about the temporal progress of healing of the tissue around the transponders and the
interactions of the treatments of the injection needle and the transponder for each group. Furthermore, the functioning, the discovery and the behaviour of
movement of the transponders during the period of investigation and the removal from the carcass at the slaughterhouse were investigated.


The following results were obtained:


1.) The injection can be carried out quickly and easily with an injection pistol in the area of the base of the ear. A competent and careful injection is an
assumption for a constant non-moving positioning of the transponder.


2.) The results of the presented study show that the base of the ear is a suitable implantation site for the pig, as has also been previously shown in other
publications.


3.) After implantation three series of clinical symptoms have been noticed. During the first days after implantation low-grade or medium-grade signs of an acute
inflammation have been found in numerous cases. Between the day 1 and the 42 after implantation inflammatory swellings or abcesses occurred in single cases
depending on the group, and from the day 56 non-inflammatory, low-grade swellings were found. No statistically significant correlation was seen between the
inflammatory signs at the beginning and the non-inflammatory swellings at the end of the fattening period.


4.) The results of the statistical evaluation give strong evidence that for the implantation of transponders in pigs in practice it is necessary to sterilize or disinfect
the transponder and the injection needle. A comparison by pairs of the mean values of the groups with the Tukey test showed that the group 2/2, in which the
injection needle was not disinfected between the consecutive implantations of non-sterile transponders, was significantly different from several other groups. In
the group 2/2 there were clearly more abcesses than in the other eight groups. It was proved that the application of a gassterilization or disinfection with
Savlon® to the transponder has a positive effect on the healing of the tissue around the transponder. The disinfection of the injection needle is not nearly as
important as the disinfection or sterilization of the transponder. The interaction between the treatment of the transponder and of the injection needle is
statistically significant, but the results of the statistical evaluation do not give clear evidence to which method of combination of sterilization and disinfection of
the transponder and injection needle has to be preferred. A positive effect could not be proved when liquid disinfectants were used for the treatment of
transponder and injection needle at the same time. But considering the results of the descriptive statistics and the clinical findings it is clear that the simultaneous
use for the implantation in practice seems to be recommendable. For this a combination of both disinfectants Savlon® and ethanol (70%) can be used. The
results showed that Savlon® is generally suitable for the disinfection of injectable transponders.


5.) During the whole period of investigation 41 (11,39%) of altogether 360 implanted transponders failed. Of the failures 29 (8,05%) occurred during the
fattening period and 12 (3,33%) during the process of slaughter. As reasons for the failures 21 (5,83%) were registered as losses and eight (2,22%) as defects
of transponders during the fattening period and six (1,66%) losses and six (1,66%) defects of transponders during the process of slaughter.


6.) The calculated mean value of the distance of migration from day 0 to 14 after implantation was 1,5 cm. On average there was only a low-grade variation of
the relative position of the transponder in % in relation to the mean size of the ear from day 3 to 98 after implantation. Altogether a clear tendency of migration
of the transponders to medial in direction of the neck was observed. From the 314 transponders that still existed, at the beginning of the carving of the
carcasses 221 (70,38%) transponders were visible, 65 (20,7%) were palpable and 28 (8,92%) were not discoverable.


7.) The presented results demonstrate that the removal of all transponders from the carcass could not been carried out quickly and reliably during the routine
process of slaughter. In this study 306 (97,45%) from 314 transponders could be removed from the carcass by cutting off the right ear. Eight (2,55%)
transponders remained for the present in the carcass in the area of the head.