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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-611
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/1999/61/


Tierversuchsmodell zur Untersuchung cerebroprotektiver Eigenschaften eines Pharmakon während des hypothermen Herz - Kreislauf - Stillstandes, am Beispiel des Nimotop®S

Danneberg, Dirk-Jonas


pdf-Format: Dokument 1.pdf (172 KB)

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Chirurgie, Anästhesiologie und Urologie, Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 05.05.1999
Erstellungsjahr: 1999
Publikationsdatum: 18.05.1999
Kurzfassung auf Deutsch: Der Einsatz der extracorporalen Zirkulation und die Verlängerung des Herz-Kreislauf-Stillstandes bei herzchirurgischen Eingriffen mit Hilfe der Hypothermie
geben dem Chirurgen die Möglichkeit, eine Vielzahl komplizierter Eingriffe am Herzen durchzuführen.


Wie bereits in der Enleitung angeführt, beschreiben verschiedene Autoren eine auf 60 Minuten limitierte Herz-Kreislauf-Stillstandzeit.


Wobei eine Verlängerung dieser Ischämiezeit mit dem Auftreten cerebraler Komplikationen einher geht. Zweck der hier vorliegenden Tierexperimentellen
Untersuchung ist es, eine Methode darzustellen, die Ischämie-bedingten cerebralen Schäden mit der Gabe eines Pharmakon zu reduzieren, wenn nicht sogar zu
verhindern.


In der vorliegenden Arbeit wird ein Versuchsaufbau vorgestellt, der die Möglichkeit bietet, im Tierversuch unterschiedliche Pharmaka auf ihre
cerebroprotektive Wirksamkeit hin zu untersuchen.


Als Substanz wurde das Nimodipin gewählt, da hiermit ein Medikament vorliegt, welches der Behandlung der cerebralen Ischämie dient und auch dahingehend
mehrfach von anderen Autoren untersucht wurde.


An dreißig Versuchstagen wurde jeweils ein Schaf nach Anschluss an eine Herz-Lungen-Maschine über 90 Minuten bei 18°C im Low - flow
Perfusionsverfahren einer tiefen Hypothermie ausgesetzt.


Vom Operationsbeginn bis zum Ende der Operation wurde dem Tier über einen Dauerperfusor intravenös das Medikament Nimotopâ mit dem Wirkstoff
Nimodipin verabreicht.


In der Doppelblind - Studie gab es drei Dosierungen


· Placebo


· NIM 1/2 ( Nimotop®S 5 mg in 50 ml alkoholischer Trägerlösung )


· NIM 1/1 ( Nimotop®S 10 mg in 50 ml alkoholischer Trägerlösung )


Nach Abschluss aller Versuche erfolgte eine entsprechende Gruppenzuordnung.


In der vorliegenden Studie wurden die Daten für den Sauerstoffgehalt und die Sauerstoffsättigung, sowie die Bestimmung von Kreatinkinase (CK) und dem
Isoenzym Kreatinkinase CK (bb) ( body / brain - type ) der statistischen Auswertung zugeführt.


Der OP - Ablauf wurde in Phasen und Stufen gegliedert, wobei jede Stufe einen Meßpunkt darstellt, so daß die einzelnen Messergebnisse einer
entsprechenden statistischen Auswertung und Gegenüberstellung zugeführt werden konnten.


Neben signifikanten Unterschieden in den Gruppen und den Phasen zeigten zunächst die mit Nimotopâ behandelten Tiere von Phase 3 und Phase 4, verglichen
mit der Placebo - Gruppe, gemessen am Anstieg des CK (bb) ein geringeres Ausmaß an cerebraler Schädigung sowie höhere Werte für den Sauerstoffgehalt
und die Sauerstoffsättigung.


Erstaunlicherweise wiesen die postoperativen Daten in Phase 5 auf eine deutlich geringere cerebrale Schädigung in der Placebo - Gruppe hin.


Diese Aussage wird gestützt mit den Ergebnissen der CK (bb)- Messungen, so das man feststellen musste, daß die Gabe von Nimodipin zu Beginn der
Abkühlphase eher zu einem Anstieg des Sauerstoffbedarfs und somit zu einer vermehrten cerebralen Ischämie führte.


Bei dem vorliegenden Ergebnis zeigt sich, daß zumindest während einzelner Phasen des Versuches tendenzielle Verbesserungen mit Hilfe von Nimotopâ zu
erzielen waren.


Daher bleibt festzustellen, daß bei ähnlichen Versuchen und Untersuchungsabläufen die cerebroprotektive Medikation erst am Ende der Low - Flow - Phase
oder nach Beendigung der Operation instilliert werden sollte und in der hier vorgestellten Arbeit eine cerebroprotektive Wirksamkeit von Nimodipin unter den
angegebenen Versuchsbedingungen nachgewiesen werden konnte.