Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Hinweis zum Urheberrecht

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-533
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/1999/53/


Die Paarbeziehungen ungewollt kinderloser Paare und das Erleben einer In-vitro-Fertilisation

Meyer, Friedhelm


pdf-Format: Dokument 1.pdf (526 KB)

Bookmark bei Connotea Bookmark bei del.icio.us
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Psychosomatische Medizin, Klinik fürPsychosomatik und Psychotherapie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.11.1998
Erstellungsjahr: 1998
Publikationsdatum: 26.02.1999
Kurzfassung auf Deutsch: In der vorliegenden Arbeit wurden die Paarbeziehungen ungewollt kinderloser Paare und der Zusammenhang zwischen ihnen und dem Erleben einer
IvF-Behandlung untersucht.
Ausgehend von verschiedenen theoretischen Ansätzen zum Verständnis von Paarbeziehungen wurde gefolgert, daß die Kommunikation ein wesentlicher
Aspekt derselben ist. Frühere empirische Untersuchungen zur Paarbeziehung ungewollt kinderloser Paare wurden dargestellt, welche im wesentlichen
durchschnittliche bis gute Einschätzungen der Paarbeziehung ermittelt hatten. Dieser Befund sollte repliziert werden. Der Schwerpunkt der Arbeit bestand darin,
zu untersuchen, ob sich Paare in Abhängigkeit von ihrer Kommunikation im Erleben einer IvF-Behandlung unterscheiden.
Es wurden insgesamt 46 Paare vor, während und nach einer IvF-Behandlung befragt. Während der Behandlung erfolgte die Befragung begleitend zu den
medizinischen Behandlungsschritten (z.B. hormonelle Stimulation, Follikelpunktion, Embryotransfer). Neben anderen Verfahren wurde der
Befindlichkeitsfragebogen von Becker (1988) eingesetzt, um die Stimmung der befragten Personen während einer IvF zu erfassen.
Im Partnerschaftsfragebogen von Hahlweg (1979) beschrieben die Frauen und Männer ihre Paarbeziehung vor IvF besser als die Normgruppe. Es zeigte sich
desweiteren keine Abnahme der Partnerschaftszufriedenheit im Vergleich der Einschätzungen vor der Behandlung mit denen drei Monate danach.
Weiter wurden die Paare mit Hilfe neukonstruierter Skalen in Untergruppen aufgeteilt. Dabei wurde unterschieden in Paare mit 'mehr bzw. weniger
gesprächsförderndem Verhalten' und Paare mit 'mehr bzw. weniger entwertendem Gesprächsverhalten'. Es wurde erwartet, daß die Paare eine
IvF-Behandlung dann weniger belastend erleben würden, wenn sie (a) mehr 'gesprächsförderndes Verhalten', oder (b) weniger 'entwertendes
Gesprächsverhalten' aufweisen. Während die Hypothese für die Paare mit mehr 'gesprächsförderndem Verhalten' weitgehend bestätigt werden konnte, ließ sich
die Hypothese für die Paare mit weniger 'entwertendem Gesprächsverhalten' nicht verifizieren.
Es wurde gefolgert, daß die Paarbeziehung eine wesentliche Variable im Zusammenhang mit dem unerfüllten Kinderwunsch ist. Als ein wesentlicher Aspekt der
Paarbeziehung ließ sich die Kommunikation beschreiben. Die Relevanz der Ergebnisse für weitere Forschungsansätze wie für die reproduktionsmedizinische
Praxis wurden diskutiert.