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URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/1999/105/


Katheterablation des AV-Knotens mit Implantation frequenzadaptiver Herzschrittmachersysteme : Behandlung therapierefraktärer atrialer Tachyarrythmie : Methoden und klinische Behandlungsergebnisse

Siemon, Gregor


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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Max-Planck-Institut für Physiologische und Klinische Forschung,Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 28.10.1999
Erstellungsjahr: 1999
Publikationsdatum: 17.12.1999
Kurzfassung auf Deutsch: Vorhofflimmern - chronisch oder paroxysmal - stellt neben der ventrikulären Extrasystolie die häufigste Herzrhythmusstörung überhaupt dar. Trotz einer großen
Auswahl potenter Antiarrhythmika findet sich jedoch immer noch ein Teil der Patienten, bei welchen eine solche Therapie klinisch unzureichend erscheint oder
sich aufgrund ausgeprägter Nebenwirkungen verbietet. In erster Linie sind hier zu starke Bradykardisierung zum Beispiel bei latent vorliegendem Syndrom des
kranken Sinusknotens ebenso zu nennen wie Hypotonie oder QT-Zeit-Verlängerung bei Therapie mit Klasse-I-oder-III- Antiarrhythmika. Antiarrhythmika mit
betablockierenden Eigenschaften sind außerdem bei einer Vielzahl anderer internistischer Erkrankungen kontraindiziert oder nur unter engmaschiger Kontrolle
zu verordnen.

Für diese Patientengruppe, in welche auch Patienten mit paroxysmalem, jedoch therapierefraktärem Vorhofflimmern gehören, ergibt sich durch die
Kombination aus Unterbrechung der AV-Knoten-Überleitung und Schrittmacherimplantation eine effektive, jedoch symptomatische Therapieoption. Die
anfangs mit Gleichstrom (DC) durchgeführten Ablationen werden seit Anfang der 90er Jahre mit Hilfe von Radiofrequenzstrom komplikationsloser und mit
besserem Ergebnis durchgeführt. Gleichzeitig ergab sich bei der notwendigen Schrittmachertherapie in den letzten Jahren eine sich überschlagende
Weiterentwicklung. Hier sind vor allem die verschiedenen Systeme der Frequenzadaptation zu nennen, welche nach Ablation bei jetzt fehlender chronotroper
Kompetenz unabdingbar für das Wohlbefinden der Patienten ist. In den letzten Jahren kam der sogenannte automatische Mode-Switch (AMS) zur Erkennung
atrialer Tachykardien hinzu. Diese Form der Zweikammerstimulation kommt vor allem herzinsuffizienten Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern zugute,
welche auf den Vorhofbeitrag angewiesen sind.

Im Rahmen unserer Erhebungen fanden wir eine Akzeptanz der so behandelten Patienten von 85% für diese Therapieform. Schwere Komplikationen konnten
in nur sehr wenigen Fällen beobachtet werden. Bei einer mittleren Nachbeobachtungsperiode von ca. 2 Jahren war kein Patient mit idiopathischem,
sogenanntem lone atrial fibrillation, verstorben. In einer begleitenden Untersuchung konnten wir zusätzlich belegen, daß bei frequenzadaptiver Stimulation
deutlich niedrigere Serumkatecholaminspiegel im Vergleich zu festfrequenter Stimulation meßbar sind. Dies kommt vor allem herzinsuffizienten Patienten jeder
Genese zugute, welche in der Regel schon alleine wegen ihrer Grunderkrankung eher sympathicoton sind.
Die Kombination aus AV-Knoten-Ablation und Implantation eines frequenzadaptiven Schrittmachers ist somit eine sichere und komplikationsarme Therapie bei
medikamentös-therapierefraktärem Vorhofflimmern mit guter Akzeptanz seitens der Patienten.