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Dynamische Texttheorie

Fritz, Gerd


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-92437
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2013/9243/


Freie Schlagwörter (Deutsch): Textlinguistik , Textdynamik , Wissensaufbau im Text , Themenbehandlung , IntertextualitĂ€t
Universität Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen
Institut: Institut fĂŒr Germanistik
Fachgebiet: Germanistik
DDC-Sachgruppe: Sprachwissenschaft, Linguistik
Dokumentart: Buch (Monographie)
Zeitschrift, Serie: Linguistische Untersuchungen ; 05
ISBN / ISSN: 978-3-9814298-6-2
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2013
Publikationsdatum: 19.03.2013
Kurzfassung auf Deutsch: Das vorliegende Buch bietet einen Überblick ĂŒber grundlegende Fragen der Texttheorie aus einer handlungstheoretischen Perspektive. Bei der Entwicklung der hier vorgestellten Konzeption stehen Aspekte der Textdynamik im Zentrum der Betrachtung. Die Dynamische Texttheorie modelliert die schrittweise Lösung kommunikativer Aufgaben im Text, die KontextverĂ€nderung bzw. den Wissensaufbau, die lokale und globale Sequenzierung und ihre Varianten sowie die Dynamik der Themenbehandlung. Dabei werden die Prinzipien und Verfahren der Textorganisation als Ressourcen verstanden, die die Textproduzenten und Textrezipienten nutzen, um Texte herzustellen und zu verstehen. Die Strukturen der entstehenden Texte sind das Produkt der Anwendung dieser Verfahren.
In Teil I des Buches werden grundlegende Theorieelemente eingefĂŒhrt und diskutiert. Nach einleitenden Überlegungen zu den Aufgaben einer Texttheorie werden zunĂ€chst (Kapitel 2) funktionale Textbausteine unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe beschrieben (von funktionalen Elementen unterhalb der Satzebene bis zu Abschnitten), es wird das handlungstheoretische Grundinventar eingefĂŒhrt (ein komplexer Handlungsbegriff und verschiedene Konstellationen von Handlungen/Handlungsmustern) und es wird exemplarisch ein Ausschnitt des Repertoires an sprachlichen Äußerungsformen fĂŒr die Lösung kommunikativer Aufgaben im Deutschen beschrieben. Eine Erweiterung des rein sprachlichen Repertoires bilden multimodale Dokumente, fĂŒr die ebenfalls eine handlungstheoretische Betrachtungsweise expliziert wird. Den nĂ€chsten Schritt bildet in Kapitel 3 die Darstellung von Prinzipien der lokalen Textorganisation. Dabei spielen Sequenzmuster und die Eigenschaften und Formen des Wissensaufbaus (Common Ground Management) eine zentrale Rolle. Gleichzeitig werden Probleme von Referenz und Koreferenz sowie der Zusammenhang von Wissensaufbau und Informationsverpackung behandelt.
Mit den darauf folgenden zwei Kapiteln (4 und 5) wird die BrĂŒcke zwischen lokaler und globaler Textorganisation geschlagen: Jeweils ein Kapitel ist den Themenstrukturen und Formen des Themenmanagements und der Rolle von Kommunikationsprinzipien bei der Textproduktion und -rezeption gewidmet.
Den Abschluss von Teil I des Buches bildet Kapitel 6, ein zentrales Kapitel, das Prinzipien der globalen Textorganisation behandelt, von der globalen Sequenzierung von funktional-thematischen Textbausteinen und dem globalen Wissensaufbau bis hin zur globalen Organisation von Texttypen. Am Beispiel von Anleitungstexten und narrativen Texten werden texttypspezifische Aspekte der globalen Textorganisation beschrieben und diskutiert. Hier wird insbesondere auf Sequenzierungsvarianten und deren strategische Nutzung eingegangen. Ein kurzer Abschnitt widmet sich der Frage, welche Möglichkeiten und Probleme des Wissensaufbaus sich ergeben, wenn Texte in Serien veröffentlicht werden (Kontroversen, Zeitungsberichte ĂŒber lĂ€ngere Ereignisse, Serien von Kriminalromanen). Ein abschließender, lĂ€ngerer Abschnitt geht dann auf methodische Fragen der Beschreibung und Klassifikation von Texttypen ein. Dabei stehen Parameter der globalen Textorganisation und die Genese von Texttypen im Vordergrund der Betrachtung.
Teil II des Buches behandelt Anwendungen und Perspektiven der hier entwickelten Theorie. Dieser Teil beginnt mit kleineren Fallstudien zu Chancen und Risiken des Textanfangs, zur textuellen Nutzung von Wiederholungen und zur Metaphernentfaltung im Text. Die darauf folgenden grĂ¶ĂŸeren Kapitel behandeln Formen der IntertextualitĂ€t, geben eine exemplarische Analyse von Texttypen am Beispiel von wissenschaftlichen Blogs und diskutieren Probleme der TextqualitĂ€t und Textoptimierung. Es folgt zur Lockerung ein kleines Kapitel ĂŒber Formen des „anarchischen Schreibens“, und den Abschluss des Buches bildet eine knappe kritische Auseinandersetzung mit der „Rhetorical Structure Theory“, eine Auseinandersetzung, die Gelegenheit bietet, nochmals grundlegende Fragen der Texttheorie aufzugreifen.



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