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Einfluss des Alltagskontextes auf den Prozess einer Ernährungsverhaltensmodifikation : eine qualitative Untersuchung von Personen mit erhöhten Cholesterinwerten

Influence of day-to-day life contexts on the process of a change in nutritional behaviour : a qualitative investigation of individuals with increased cholesterol levels

Hildebrandt, Karen


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-90095
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/9009/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Ernährungsverhaltensmodifikation , Alltag , Handlungsbarrieren , Handlungsressourcen , Stadienmodell
Freie Schlagwörter (Englisch): change in nutritional behaviour , day-to-day life , behaviour-modelling barriers and resources , stage models
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Ernährungswissenschaft
Fachgebiet: Haushalts- und Ernährungswissenschaften - Ökotrophologie
DDC-Sachgruppe: Haushaltswissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.06.2012
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 01.11.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Das erkenntnisleitende Forschungsinteresse gilt einer umfassenden Betrachtung ernährungsbezogenen Handelns in den drei Alltagsbereichen „Haushalt/Familie“, „Arbeitsplatz/Kollegen“ und „Freizeit/Freunde“ mit dem Ziel, individuell erlebte Bedingungen und Faktoren einer Ernährungsverhaltensmodifikation herauszuarbeiten. In die Untersuchung sind Personen mit einer Fettstoffwechselstörung eingeschlossen worden, die sich in verschiedenen Stadien einer Gesundheitsverhaltensmodifikation befinden.
Als Vorstudie hat eine Gruppendiskussion mit Ernährungsberatern stattgefunden. Die Ergebnisse der sich anschließenden 20 Einzelinterviews der Haupterhebung legen nahe, dass Handlungsressourcen und Handlungsbarrieren den gesamten Prozess einer Ernährungsverhaltensänderung beeinflussen und sich stadienspezifisch unterschiedlich auswirken können. Im Sinne einer problemadäquaten, effektiven Gesundheitsförderung kann demnach eine Ernährungsmodifikation gefördert werden, wenn je nach Phasenzugehörigkeit des Individuums passende Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden: Beispielsweise ist es für präaktionale Personen hilfreich, sie in ihren Planungskompetenzen familiärer und beruflicher Tagesabläufe zu stärken. Sehen sie sich in der Lage, diese optimal zu koordinieren, scheint dies dafür förderlich zu sein, die Intention zur Ernährungsänderung auszubilden (oder: zu verwirklichen). Auf der Basis dieser Befunde können Strategien aufgezeigt werden, den Ernährungsalltag zu organisieren und an die bestehenden strukturellen Handlungsspielräume anzupassen. Aktionale Personen sollten darin bestärkt werden, ihr angestrebtes Zielverhalten auch in besonderen und außergewöhnlichen Situationen der Ernährungsversorgung sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich (z. B. beim Außer-Haus-Verzehr) aufrechtzuerhalten.
Insgesamt betrachtet implizieren die gewonnenen Erkenntnisse die Forderung, ernährungsbezogene Interventionen stärker als bisher auf ihre Akteure und deren persönliche Lebens- und Alltagsumstände zu fokussieren und dabei zugleich gesundheitspsychologische Befunde einfließen zu lassen.
Kurzfassung auf Englisch: The research interests are focused on a comprehensive review of nutritional activities in the three areas of day-to-day life ‘household/family’, ‘work place/colleagues’ and ‘leisure time/friends’ with the objective to determine conditions and factors of a change in nutritional behaviour that are experienced individually. The study included people with dyslipidaemia in different stages of health behaviour modification.
In a first step, a group discussion with practicing nutritionists took place. The results of the following main survey, which is based on 20 individual interviews, suggest that barriers to and resources for action are in effect throughout the whole process of a change in nutritional behaviour, and these influences may differ from phase to phase. Therefore, in the spirit of a problem-adequate, effective promotion of health, a nutritional modification can be promoted by providing recommen¬dations for action based on the phase the person is currently in: As such, it seems e.g. helpful for pre-actional people to support them in their planning skills for family and work life schedules. Once they see that they are able to optimally coordinate them, this seems to promote the formation (or: realisation) of an intent for nutritional change. Based on these findings, strategies for organising day-to-day nutrition and adapting to the existing structural leeway can be pointed out. Actional people should be encouraged to maintain the desired target behaviour also in special and exceptional situations of nutritional activities, both in private and in professional field (e. g. at out-of-home consumption).
Reviewed all-in-all, the insights that were won imply the demand that nutrition-related interventions should be applied to their acting parties more strongly than it has been done to date. They should focus on individual overall and day-to-day life circum¬stances, and at the same time should include health psychology findings.
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