Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Digitale Wissenschaftskommunikation 2010-2011 : Eine Online-Befragung

Bader, Anita ; Fritz, Gerd ; Gloning, Thomas

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Baranauskaite, Jurgita


Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (5.324 KB) Dokument 2.pdf (549 KB)

Weitere Mitarb.: Kerstin Engel, Sarah Rögl

Dokument 1.pdf: Hauptteil
Dokument 2.pdf: Anhang



Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-85396
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2012/8539/


Freie Schlagwörter (Deutsch): Wissenschaftskommunikation , Wissenschaftler-Befragung , Open Peer Review , Wissenschaftsblogs , wissenschaftliche Mailinglists
Universität Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen
Institut: Zentrum fĂŒr Medien und InteraktivitĂ€t
Fachgebiet: Germanistik
DDC-Sachgruppe: Sprachwissenschaft, Linguistik
Dokumentart: Buch (Monographie)
Zeitschrift, Serie: Linguistische Untersuchungen ; 04
ISBN / ISSN: 978-3-9814298-1-7
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2012
Publikationsdatum: 19.01.2012
Kurzfassung auf Deutsch: Digitale Formate wie Mailinglists, Blogs, digitale Rezensionsportale und Open-Peer-Review-Zeitschriften haben in den letzten Jahren verstĂ€rkt Eingang in die Praxis der Kommunikation unter Wissenschaftlern gefunden und damit die Voraussetzung fĂŒr VerĂ€nderungen in der Wissenschaftskommunikation und der Wissenschaftspraxis allgemein geschaffen.
Der vorliegende Band bietet die Auswertung und Analyse einer Online-Befragung zur digitalen Wissenschaftskommunikation von WissenschaftlerInnen in Deutschland, die in der Zeit vom 23.06.2010 bis 09.03.2011 in zwei Wellen durchgefĂŒhrt wurde (RĂŒcklauf: 1053 Fragebogen). Die wesentlichen Ziele der hier ausgewerteten Befragung bestehen darin, fĂŒr unterschiedliche Gruppen von WissenschaftlerInnen in Deutschland Aufschluss zu bekommen ĂŒber ihre Nutzung digitaler Formate in ihrer wissenschaftlichen Praxis und ĂŒber ihre EinschĂ€tzung des Potenzials und der tatsĂ€chlichen Nutzung dieser Formate in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen.
In der Einleitung werden zunĂ€chst methodische Aspekte der Befragung diskutiert, es wird die Datenbasis beschrieben und die Struktur des Fragebogens erlĂ€utert. Die Einleitung schließt mit einem Überblick ĂŒber die wichtigsten Ergebnisse der Befragung. Diese lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: 1. Wissenschaftler nutzen digitale Formate derzeit vor allem dann, wenn diese Nutzung sich unmittelbar in ihre schon etablierte wissenschaftliche Praxis einbetten lĂ€sst und dort zur (besseren) Lösung schon existierender kommunikativer Aufgaben beitrĂ€gt (z.B. E-Mail). 2. Wissenschaftler nutzen digitale Formate dann, wenn die Nutzung auf erkennbare Art und Weise effizient und wenig zeitintensiv ist, z.B. die Nutzung von Mailinglists als Servicelists zur Information ĂŒber Calls for Papers etc. 3. Dagegen gilt fĂŒr viele Wissenschaftler die aktive Teilnahme an Diskussionen oder gar Kontroversen in digitalen Formaten (Mailinglists, Blogs, Open Peer Review) als wenig attraktiv, weil sie zeitintensiv und im Hinblick auf die Reputation auch risikotrĂ€chtig sein kann 4. Die kollaborative Nutzung von geeigneten digitalen Formaten (Blogs, Wikis) scheint bisher noch wenig etabliert zu sein. 5. Grundlegende VerĂ€nderungen der Wissenschaftspraxis, die man von der Nutzung von digitalen Formaten in der Wissenschaftskommunikation erwarten könnte, scheinen bisher in der Breite der Wissenschaften in Deutschland noch nicht eingetreten zu sein. Wir sehen hier einen Kontrast zwischen der Existenz von erfolgreichen Modellen fĂŒr die Nutzung digitaler Formate auf der einen Seite und der zögernden Aufnahme dieser Formate auf der anderen. Die folgenden Kapitel untersuchen jeweils die Detailbefunde zu einzelnen Formaten, in der Reihenfolge Open-Peer-Review-Zeitschriften, wissenschaftliche Mailinglists und Blogs.
Kapitel 2 skizziert zunĂ€chst Formen der Open Peer Review und stellt dann die Ergebnisse der Befragung zu diesem Format öffentlicher Begutachtung im Überblick dar. Dabei ergeben sich differenzierte Befunde fĂŒr die Nutzung und die EinschĂ€tzung des Formats in unterschiedlichen FĂ€cherzonen und Statusgruppen (vgl. auch Kap. 5). Insgesamt wird die Veröffentlichung von Gutachten zu wissenschaftlichen AufsĂ€tzen und die kontroverse öffentliche Diskussion von AufsĂ€tzen und Gutachten hĂ€ufig mit Skepsis betrachtet, insbesondere im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften. Die damit verbundene erhöhte Transparenz wird vor allem von jungen WissenschaftlerInnen begrĂŒĂŸt.
Kapitel 3 widmet sich der EinschĂ€tzung und Nutzung von wissenschaftlichen Mailingslists. Unter den verschiedenen Funktionen – Information, Diskussion und Kollaboration – ist es besonders die Funktion der Information ĂŒber wissenschaftsorganisatorische Dinge wie Calls for Papers („Servicelist“), die geschĂ€tzt wird, insbesondere im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften. Die Nutzung als Forum fĂŒr Diskussion und Kollaboration tritt dahinter weit zurĂŒck.
Kapitel 4 behandelt die Rolle von wissenschaftlichen Blogs. Obwohl es international hochkarÀtige wissenschaftliche Blogs gibt, werden in unserer Stichprobe Blogs nur in verschwindendem Umfang zur Wissenschaftskommunikation genutzt. Tendenziell gelten sie als unwissenschaftlich, und ihre Nutzung gilt als Zeitverschwendung.
In Kapitel 5 werden die Befunde statt aus der Perspektive der einzelnen Formate aus der Perspektive von FĂ€cherzonen und einzelnen FĂ€chern betrachtet, mit dem Ziel, fĂŒr diese Bereiche jeweils ein Profil der Nutzung digitaler Formate zu erstellen. AusfĂŒhrlich werden die Daten der Geistes- und Kulturwissenschaften sowie die der Naturwissenschaften betrachtet. Dazuhin wird jeweils eine Sondierung zum Fach der Geschichtswissenschaft sowie zu einer Vertreterin der Sprachwissenschaft unternommen. Weiterhin werden Spezifika der Statusgruppen von den Doktoranden bis zu den (emeritierten) Professoren untersucht.
Im Schlusskapitel werden die Ergebnisse der Untersuchung nochmals im Zusammenhang mit den bekannten Potenzialen der behandelten Formate betrachtet, und es werden Perspektiven fĂŒr die Entwicklung der digitalen Wissenschaftskommunikation skizziert.
Lizenz: Lizenz-Logo  Veröffentlichungsvertrag für Publikationen mit Print on Demand