Giessener Elektronische Bibliothek

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Etablierung eines kryochirurgischen Behandlungsverfahrens an Knochengewebe mittels Miniaturkryosonden und erste klinische Ergebnisse bei Osteosarkomen

Bläcker, Dominik


Originalveröffentlichung: (2009) Giessen : VVB Laufersweiler
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.615 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-69463
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2009/6946/

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Universität Justus-Liebig-Universit√§t Gie√üen
Institut: Institut f√ľr Veterin√§r- Anatomie, -Histologie und ‚ÄďEmbryologie u. Institut II f√ľr Anatomie; Institut f√ľr Experimentelle Medizin der Universit√§t zu K√∂ln
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-5389-5
Sprache: Deutsch
Tag der m√ľndlichen Pr√ľfung: 18.02.2009
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 16.04.2009
Kurzfassung auf Deutsch: Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines neuartigen kryochirurgischen Verfahrens zur Behandlung von Osteosarkomen als Alternative zu den bisherigen chirurgischen Vorgehensweisen. Durch die Entwicklung neuartiger Miniaturkryosonden k√∂nnen die Steuerung des Friervorgangs und die K√ľhlleistung optimiert werden. Zur Verwendung kommt ein neuartiges geschlossenes System mit hochleistungsf√§higen d√ľnnkalibrigen Kryosonden.

Im Tierversuch wird das kryochirurgische Verfahren im Hinblick auf Knochenstabilität und sicherer Apoptose des behandelten Gewebes untersucht. Alle Versuchstiere erreichen nach dem Eingriff wieder volle Belastbarkeit der betroffenen Gliedmaßen. Spontanfrakturen treten nicht auf.

Die zu behandelnden Knochen werden auf ihre Belastungsf√§higkeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten getestet. Im Bereich des Femur wird ein Biegemoment und im Bereich der Tibia eine Kompressionskraft ausge√ľbt. Kontrollseite ist das jeweils korrespondierende gesunde Femur bzw. die Tibia. F√ľr die Tibiapr√ľfung wird ein Ger√§t zur Belastungsf√§higkeit entwickelt.

Die Resultate zeigen eine maximale Instabilit√§t der Tibia und eine geringere, jedoch nicht signifikante Schw√§chung des Femur 2 Monate post OP, die sich nach 4 Monaten nur noch tendenziell im Bereich der Tibia, jedoch nicht mehr am Femur zeigt. Nach 6 Monaten ist die kryobehandelte Tibia belastbarer als die der Kontrollseite. Erkl√§rbar erscheint dieser Effekt mit einer √ľberschie√üenden Regeneration und Reparation des Gewebes.

Zur histologischen Aufarbeitung werden alle Tiere in festgelegten Zeitintervallen mit Fluorochrommarkierungen versehen, die es m√∂glich machen sollte, die Regeneration des Gewebes in Abh√§ngigkeit von der Zeit zu dokumentieren. Es wird eine neuartige Technik verwendet, die eine histologische Aufarbeitung der Pr√§parate ohne vorherige Entkalkung erm√∂glicht. Zum Einsatz kommt die Trenn-D√ľnnschliff-Technik nicht schneidbarer Materialien nach Donath und Breuner im EXAKT-Trennschleifsystem und EXAKT-Mikroschleifsystem. Es zeigt sich, dass die histologischen Ergebnisse dieser Methode aus verschiedenen Gr√ľnden nicht auswertbar sind. Nach Entkalkung und HE- F√§rbung kann bewiesen werden, dass eine vollst√§ndige Apoptose des Knochengewebes im betroffenen Gebiet erzielt werden kann. Die Regeneration des Knochens kann im zeitlichen Verlauf dokumentiert werden.

Des Weiteren werden drei Fallbeispiele vorgestellt. Hierbei werden drei Osteosarkome bei Hunden kryochirurgisch behandelt und im postoperativen Verlauf beobachtet. Trotz unterschiedlicher Verl√§ufe werden Schwachstellen im Verfahren offensichtlich, die haupts√§chlich im mangelnden Weichteilschutz beim Friervorgang begr√ľndet sind. Die Vorteile liegen in der Remission der Tumormasse bis zum Beweis der vollst√§ndigen Apoptose der Tumorzellen.

Die kryochirurgische Behandlung sollte daher in Zukunft eine ernstzunehmende Alternative bei Gliedmaßen-erhaltenden Operationstechniken zur Behandlung von Osteosarkomen an langen Röhrenknochen bei Hunden gesehen werden.
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