Giessener Elektronische Bibliothek

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PopulÀre Musik, Politik und mehr ... : ein Forschungsmedley

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Rösing, Helmut
Arbeitskreis Studium PopulÀrer Musik


Originalveröffentlichung: (1998) Karben: CODA-Musikservice


Max Fuchs: PopulÀre Musik als (un-)heimliche Erzieherin. Zehn Thesen zum sozialen Gebrauch von Kunst.
GĂŒnther Jacob: Der Kampf um die "gute Platte": Pop, Politik und soziale Distinktion.
Dirk Budde: Stil und Stilbegriff in populÀrer Musik.
Ekkehard Jost: Der Jazz und die Politik. Szenen einer problematischen Beziehung.
Bernd Hoffmann: SEX MACHINE... is Black and Proud. Schwarze Musik und weiße Deutung.
Andreas Kunz: Aspekte der Entwicklung des persönlichen Musikgeschmacks.
Ulrich Dieter Einbrodt: Die Schwingungsknoten-DĂ€mpfungen beim elektrischen Gitarrensound.
Thomas Krettenauer: "Musicalmania" in Deutschland. HintergrĂŒnde und Folgen eines MassenphĂ€nomens.
Andreas W. Herkendell: "Ein himmelblauer Trabant". Studien zum DDR-Schlager.

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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-51704
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5170/


Universität Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen
Fachgebiet: Musikwissenschaft / MusikpÀdagogik
DDC-Sachgruppe: Musik
Dokumentart: InBuch (Kapitel / Teil einer Monographie)
Zeitschrift, Serie: BeitrÀge zur Popularmusikforschung ; 21/22
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1998
Publikationsdatum: 07.01.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Endlich wieder ein neues Heft mit BeitrÀgen zur Popularmusikforschung.
Und weil das ein Jahr gedauert hat, fĂŒhrte kein Weg an
einer Doppelnummer vorbei. Das Heft enthÀlt die Schriftfassung
von Referaten, die auf der ASPM-Jahrestagung im November
1996 in Halle und auf der ASPM-Jahrestagung im Mai 1997 in
Freudenberg zum Thema "PopulÀre Musik und Politik" gehalten
worden sind.
Dieser thematische Schwerpunkt kommt in den ersten fĂŒnf Artikeln
des vorliegenden Heftes explizit zum Tragen. In Thesenform umreißt
Max Fuchs die gesellschaftspolitischen Wirkungshoffnungen
und die tatsÀchlichen mittelbaren wie unmittelbaren politischen
Wirkungen von populÀrer Musik. Dabei geht es weniger um direkt
in das Medium Musik kodierte (politische) Inhalte als vielmehr um
die Formen, in denen populÀre Musik als politische Musik verbreitet
und wahrgenommen wird: Sie kann so je nach situativem Kontext
als Mittel der Selbstbehauptung wie als Mistel der Reproduktion
gesellschaftlicher Ungleichs- und UnterdrĂŒckungsstrukturen
fungieren, Dieser durch Feldtheorie und Wirkungsdiskurse (Pierre
Bourdieu) geprĂ€gte Ansatz wird von GĂŒnther Jacob im Hinblick
auf die popmusikalische Club Culture und den Willen zur Differenz
auch dort, wo eigentlich keine besteht, konkretisiert. Der Kampf
um die gute Platte hat demzufoge nicht nur etwas mit dem
(guten) Geschmack zu tun, sondern er erweist sich als ein Mittel
zum Erhalt bzw. zur Etablierung von politischer Macht. Auch die
Einteilung der populÀren Musik in unterschiedliche Stile - verstanden
als mentale Projektion zur Orientierung und Differenzierung
des musikalischen Erlebens - unterliegt dem Willen nach sozialer
Distinktion und Machterhalt. Dies gilt jedoch, wie Dirk Budde darlegt,
nicht fĂŒr die Binnenperspektive einer Szene: Hier lĂ€ĂŸt sich
ĂŒber Stil nicht diskutieren.
Auf welche Weise sich politisches Engagement in der musikalischen
Praxis zu artikulieren vermag, untersucht Ekkehard Jost am
Beispiel des Jazz. Einer Politisierung von innen wird die politische
Funktionalisierung von außen gegenĂŒbergestellt. Daß derartige
Außen-Funktionalisierungen sich auch in gĂ€ngigen Beurteilungsund
Rezeptionsklischees verfestigen und gesellschaftspolitisch
wirksam werden können, belegt Bernd Hoffmann auf der Grundlage
einer Inhaltsanalyse von Berichten Ober James-Brown-
Auftriffe zwischen 1969 und 1995 in deutschsprachigen Printmeden.
Die thematische Öffnung im Sinne eines Forschungsmedleys fĂŒhrt
bei den noch folgenden vier Artikeln zur BeschÀftigung mit sozialpsychologischen
Aspekten der musikalischen Geschmacksbildung
(Andreas Kunz), zur physikalisch-akustischen Feinanalyse
von Gitarrensounds (Ulrich D. Einbrodt), zur Aufarbeitung des nun
schon seit Jahren anhaltenden Musical-Booms (Thomas Krettenauer)
und zur liebevoll-engagierten RĂŒckblende auf den DDRSchlager
(Andreas W. Herkendell). SpÀtestens hier wird wieder
eine BrĂŒcke zum Schwerpunktthema geschlagen: Muß nicht gerade
der unpolitische deutsche Schlager gemĂ€ĂŸ den eingangs
skizzierten Theorien zum Wirkungsdiskurs als ein Politikum ersten
Ranges verstanden werden?
Einen nicht unerheblichen Raum nimmt auch in diesem Heft die
"www-Rubrik" mit Daten, Fakten und Informationen ein, redaktionell
betreut von Alenka Barber-Kersovan,
Last but not least möchte der bisherige Herausgeber der
BEITRÄGE seine Freude darĂŒber kundtun, daß er sich ab diesem
Heft die doch recht zeitintensive Herausgeber-Arbeit mit seinem
Freund und Kollegen Thomas Phleps teilen kann.
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