Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Mainstream, underground, avantgarde : Rockmusik und Publikumsverhalten

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): R├Âsing, Helmut
Arbeitskreis Studium Popul├Ąrer Musik


Originalveröffentlichung: (1996) Baden-Baden: CODA-Verlag

Siegfried Gruber: Das Independent-Publikum. Einige Ergebnisse einer Analyse der H├Ârer von "unpopul├Ąrer Musik"
Ferdinand Mitterlehner: Let┬┤s fly together! Zur Untersuchung ver├Ąnderter Bewu├čtseinszust├Ąnde w├Ąhrend einer Techno-Party
Christoph Bu├č: Vom Boasting-Blues zum Angeber-Rap. Zur Tradition und Aktualit├Ąt eines verbalen Rituals in der afro-amerikanischen Musik.
Christine Flender / Markus Heuger: Beatology. Musikwissenschaftliche Ann├Ąherungen an die Beatles-Songs.
Alenka Barber-Kersovan: "Pop goes Art" - "Art into Pop". Andy Warhol, The Velvet Underground und die Folgen.
Winfried Pape: Aspekte musikalischer Sozialisation.

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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-51684
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5168/


Universität Justus-Liebig-Universit├Ąt Gie├čen
Fachgebiet: Musikwissenschaft / Musikp├Ądagogik
DDC-Sachgruppe: Musik
Dokumentart: Buch (Monographie)
Zeitschrift, Serie: Beitr├Ąge zur Popularmusikforschung ; 18
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1996
Publikationsdatum: 07.01.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Sicherlich w├Ąre es ├╝bertrieben zu behaupten, da├č in diesem Heft
die gesamte Bandbreite rockmusikalischer Stile zur Sprache
kommt, Wohl aber geben die Artikel punktuell und durchaus exemplarisch
Einblick in Mainstream-, Underground- und Avantgarde-
Richtungen, die sich im Spannungsfeld von Technik, Kommerz
und Massenmedien als traditionsbewu├čte oder aber bewu├čt Traditionen
durchbrechende, in jedem Fall jedoch als authentische
Au├čerungen musikalischer Produktionskraft in der zweiten H├Ąlfte
unseres Jahrhunderts haben behaupten k├Ânnen. Und w├Ąhrend
teilweise auch im traditionell musikwissenschaftlichen Sinn handfeste
Analysen der "musikalischen Objekte" im Zentrum der Ausf├╝hrungen
stehen, wird teilweise - auf der Grundlage detaillierter
Sachinformationen - das Publikumsverhalten beschrieben, gem├Ą├č
der ├ťberzeugung, da├č Musik ihre volle Wirksamkeit erst entfaltet
im Kontext allgemeinen und musikbezogenen Handelns.
Die Kontext-Abh├Ąngigkeit ist in besonderem Ma├č bei der Independent-
Szene gegeben. Siegfried Gruber beschreibt anhand
einer F├╝lle von Beispielen die Signal-, Identifikations- und Bekenntnisfunktion
der Independent-Minderheitenmusik, Indie-H├Ârer suchen
Distanz gegen├╝ber der konsumorientierten Erwachsenenwelt.
Sie f├╝hlen sich verraten, wenn "ihre" Musik von der Unterhaltungsindustrie
vereinnahmt wird - ein nicht seltenes "Schicksal",
das zu immer wieder neuer Umorientierung zwingt. Ein weit weniger
individualistisches Konzept steht hinter dem Wunsch, eine
Technoparty als tranceprovozierendes Medium zu nutzen. Auf der
Grundlage umfangreicher Befragungen stellt Ferdinand Mitterlehner
dar, da├č Ausgangspunkt f├╝r die hedonistische Befriedigung
Einzelner das Gef├╝hl der Verbundenheit mit der gro├čen "Techno-
Family" ist - wobei (am Rande sei┬┤s vermerkt) Technosucht keineswegs
zwingend mit Drogensucht gleichzusetzen ist.
Mehr mit der Musik selbst als mit ihrer Rezeption befassen sich die
Autorinnen und Autoren der folgenden drei Artikel: Mit dem Rap
als poetisch-musikalischer Ausdrucksform setzt sich Christian Bu├č
auseinander, An oralen schwarzen Traditionen orientierte Erz├Ąhlformen
werden hier wie im Blues als Mittel der Darstellung und
Festigung sozialer Rollen verwendet. Verbale Macht ist Indikator
f├╝r Ansehen im Gro├čstadtghetto, und sie wird errungen durch verbaten
Wettstreit nach ├╝berkommenen Regeln. - Die vielen widerspr├╝chlichen
Aussagen ├╝ber die Songs der Beatles selbst in der
fachwissenschaftlichen Literatur waren f├╝r Christine Flender und
Markus Heuger der Anla├č, um eine computergest├╝tzte Analyse zur
Melodik der Songs durchzuf├╝hren. Am Beispiel der Kategorie
"Comedy-Songs" zeigen sie auf, da├č derartige quantitative Analysen
sehr wohl dazu beitragen k├Ânnen, die durch philologische
Betrachtungsweise gewonnenen Einsichten zu pr├Ązisieren, - Der
Schnittstelle zwischen Pop-Art und Avantgarde-Rock geht Alenka
Barber-Kersovan in ihrem Artikel nach. Gemeinsamer Nenner ist
dabei f├╝r sie das Sprengen von vertrauten Erwartungsmustern
durch das Aufbrechen der Grenze zwischen Hochkunst und Gebrauchskultur.
Ausf├╝hrlich beschreibt sie in diesem Kontext die
kurzfristige Zusammenarbeit zwischen Andy Warhol und Velvet
Underground sowie deren langfristige Folgen f├╝r die Rockmusik.
Allgemeine und musikalische Sozialisationsforschung stehen im
Mittelpunkt der Ausf├╝hrungen von Winfried Pape. Die Hypothesenbildung
f├╝r ein empirisches Forschungsprojekt ├╝ber musikalische
Werdeg├Ąnge von Amateurmusikern zwang zur kritischen
Sichtung der in musiksoziologischer, -psychologischer und -p├Ądagogischer
Literatur bislang vorgestellten Sozialisationsmodelle. Das
Ergebnis ist die Entwicklung eines eigenen Modells als programmatisches
Raster f├╝r weitere Theoriebildung.
Zu guter Letzt, wie gewohnt, die wo - was - wer-Rubrik, neben
Tagungsinformationen und Hinweisen auf neue B├╝cher mit den
aktuellen Daten zu Lehrveranstaltungen Ober Rock, Pop, Jazz an
deutschen Hochschulen und Universit├Ąten im Wintersemester
1996/97.
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