Giessener Elektronische Bibliothek

GEB - Giessener Elektronische Bibliothek

Grundlagen, Theorien, Perspektiven

Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Rösing, Helmut
Arbeitskreis Studium Populärer Musik


Originalveröffentlichung: (1994) Hamburg: CODA-Verlag


Hans-Peter Reinecke: Mystifizierung. Inszenierung und Institutionalisierung des Populären in der Musik.
Christian Rolle: "Der Rhythmus, daß ein Jeder mit muß" - Zur Leiblichkeit ästhetischer Erfahrung.
Bernd Hoffmann: Zur Tradition poetischer Strukturen in Blues- und Rap-Music.
Martin Pfleiderer: Der kollektive Improvisationsstil des Art Ensemble of Chicago. Ein Beitrag zur musikalischen Analyse in der Popularmusikforschung.
Helmut Rösing: Aspekte der Rezeption von populärer Musik.


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-51642
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5164/


Universität Justus-Liebig-Universit√§t Gie√üen
Fachgebiet: Musikwissenschaft / Musikpädagogik
DDC-Sachgruppe: Musik
Dokumentart: Buch (Monographie)
Zeitschrift, Serie: Beiträge zur Popularmusikforschung ; 14
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1994
Publikationsdatum: 07.01.2008
Kurzfassung auf Deutsch: Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen und immer noch
√ľber das F√ľr und Wider von Rock, Pop, Jazz in der akademischen
Lehre und in den Schulen streiten: Die Popularmusikforschung
verf√ľgt mittlerweile √ľber ein elaboriertes Instrumentarium wissenschaftlicher
Methoden, um ihrem Untersuchungsgegenstand gerecht
zu werden. In dem vorliegenden Heft sind f√ľnf Referate von
ASPM-Arbeitstagungen aus den Jahren 1993 (Rauischolzhausen
bei Gießen) und 1994 (Remscheid) zusammengefaßt, die das auf
unterschiedliche Weise belegen. Wie der Titel des Heftes
"Grundlagen - Theorien - Perspektiven" signalisiert, sind die forschungsleitenden
Erkenntnisinteressen und die Untersuchungsmethoden
vielfältig. Methoden der historischen Musikforschung
kommen ebenso zum Zuge wie Methoden der systematisch-vergleichenden
Musikwissenschaff, Die Trennung des Faches in zwei
unterschiedliche Teilgebiete ist damit praktisch aufgehoben.
In allen f√ľnf Beitr√§gen geht es um "Grundlagen", jedoch aus unterschiedlicher
Perspektive und mit unterschiedlicher Theoriebildung.
Hans-Peter Reinecke setzt sich mit der Frage auseinander,
was denn eigentlich der Begriff des Populären in der Musik
meine, und arbeitet ein St√ľck Mentalit√§tengeschichte des 19.
Jahrhunderts auf. Diese bildet die Voraussetzung f√ľr eine Neukonstruktion
der Begrifflichkeit des Populären im 20. Jahrhundert
jenseits verfestigter Stereotypien.
Aus ganz anderer Blickrichtung nähert sich Christian Rolle der populären
Musik unserer Zeit. Zentral ist f√ľr ihn der Begriff der √§sthetischen
Erfahrung, der √ľblicher Weise der Rezeption musikalischer
Kunstwerke vorbehalten bleibt. Nicht nur strukturelle Komplexität
- so die These - läßt Musik zum Medium ästhetischer Erfahrung
werden, sondern auch ihre rhythmische Seite. Hier stehen Groove
und musikalisches Timing f√ľr die "Leibhaftigkeit" √§sthetischer Erfahrung.
Grundlagen afro-amerikanischer Musik werden in dem Beitrag
von Bernd Hoffmann am Beispiel der Sprache in Blues und Rap
aufgezeigt. Das Black American English erweist sich hier als eine
Konstante schwarzer Identität Ober Jahrzehnte hinweg. Ohne
fundierte Kenntnis dieser Sprache und der dahinter stehenden
Vorstellungswelt ist eine angemessene Interpretation der Texte
von populärer afro-amerikanischer Musik schlichtweg unmöglich.
Handwerklich im positiven Sinn ist der Beitrag von Martin Pfleiderer.
Wie hilfreich Transkriptionen sein können, wenn es darum
geht, wichtige Strukturmerkmale und Charakteristika von Kollektivimprovisationen
zu benennen, belegt er an Beispielen aus dem
St√ľck "A Brain for the Seine" des Art Ensemble of Chicago. Allerdings
mit der Einschränkung, daß man sich dabei des Wechselverhältnisses
von Hörerfahrung, analytischer Fragestellung, Analysemethode
und Transkriptionsart sehr wohl bewußt sein muß.
In meinem eigenen Beitrag werden wahrnehmungs- und sozialpsychologische
Faktoren der Musikrezeption im √úberblick dargestellt.
Dabei ging es mir darum, deutlich zu machen, daß Musikrezeption
nicht ausschließlich musikstilabhängig ist (wie es Adorno
behauptete), sondern ein aktiver Prozeß in einem Netzwerk von
Variablen, welches erklingende Musik, rezipierende Person, aktuelle
Hörsituation und gesellschaftlich geprägte Vorstellungen
umfaßt.
Neu schließlich ist in diesem Heft die Informationsecke "wo - was -
wer". Sie soll zu einer festen Einrichtung werden. Dabei hoffen wir
auf die Mitarbeit unserer Leser. Die Info-Ecke wird umso reichhaltiger
werden, je mehr Informationen von Ihnen an unsere Geschäftsstelle
fließen.
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