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Das Nachhaltigkeitszeichen : ein Instrument zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung?

Eberle, Ulrike


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-4174
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2001/417/


Universität Justus-Liebig-Universit├Ąt Gie├čen
Institut: Professur f├╝r Haushaltstechnik
Fachgebiet: Haushalts- und Ern├Ąhrungswissenschaften - ├ľkotrophologie
DDC-Sachgruppe: Haushaltswissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der m├╝ndlichen Pr├╝fung: 25.01.2001
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 09.04.2001
Kurzfassung auf Deutsch: Das in Rio de Janeiro 1992 gepr├Ągte Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ist aus der politischen Diskussion heute nicht mehr
wegzudenken. In den allt├Ąglichen Sprachgebrauch hat der Begriff hingegen noch keinen Einzug gefunden und ist den meisten
Bundesb├╝rgern auch g├Ąnzlich unbekannt. Betrachtet man jedoch die Stoffstr├Âme, die durch den privaten Konsum verursacht werden, so
zeigt sich, da├č hier Einiges getan werden m├╝├čte, um eine nachhaltige(re) Entwicklung zu erreichen. Bisher steht die Forschung hier noch
am Anfang: beispielsweise sind geeignete Instrumente zur Umsetzung von Nachhaltigkeit im Konsumbereich nur teilweise untersucht, es ist
bisher auch nicht klar, was nachhaltige Produkte eigentlich sind und wie bzw. woran die Verbraucher sie erkennen sollen. Ein denkbares
Instrument zur Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung im Konsumbereich w├Ąre daher eine Kennzeichnung solch nachhaltiger Produkte
mit einem Nachhaltigkeitszeichen, um den Verbrauchern eine Entscheidungshilfe beim Kauf zu bieten. Die vorliegende Arbeit untersucht
wissenschaftlich die These, ob und inwieweit ein Nachhaltigkeitszeichen einen sinnvolles Instrument zur Umsetzung einer nachhaltigen
Entwicklung sein k├Ânnte.


Aufgrund der interdisziplin├Ąren Anspruchs der Fragestellung wird eine Kombination verschiedener Methoden gew├Ąhlt, um der
Komplexizit├Ąt des Themas gerecht zu werden: Zuerst werden bereits existierende Produktlabel aus dem ├Âkologischen und sozialen
Bereich analysiert und mittels eines Analyserasters ausgewertet. Ziel ist es, daraus R├╝ckschl├╝sse f├╝r ein Nachhaltigkeitszeichen zu ziehen.
Weiterhin werden Experteninterviews gef├╝hrt, um die Arbeitshypothesen der Arbeit zu ├╝berpr├╝fen. Aus den Ergebnissen der Analyse und
der Interviews werden Vorschl├Ąge f├╝r die Gestaltung eines Nachhaltigkeitszeichens abgeleitet. Im Anschlu├č daran werden die Vorschl├Ąge
anhand von drei Produktbeispielen (Bekleidungstextilien, K├╝hlger├Ąte, Holzfertigh├Ąuser) ├╝berpr├╝ft.


Die Untersuchung zeigt, da├č ein Nachhaltigkeitszeichen durchaus ein sinnvolles Instrument zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung
sein kann - wenn es entsprechend konzipiert wird. Das hei├čt vor allem auch, da├č die Konzeption eines Nachhaltigkeitszeichens
methodisch und empirisch auf der wissenschaftlichen Ebene abgesichert sein sollte. Dar├╝ber hinaus sollte ein Nachhaltigkeitszeichen
unabh├Ąngig organisiert sein, die relevanten gesellschaftlichen Gruppen sollten in den Diskussionsproze├č einbezogen werden, es sollte mit
einer gut konzipierten Marketingkampagne verkn├╝pft sein und einen eing├Ąngigen Namen und Logo erhalten. Weiterhin sollte ein
Nachhaltigkeitszeichen im Gegensatz zu den existierenden Labeln ein Proze├č-Label sein, das eine Kriterienfortschreibung entsprechend
dem immer weiterlaufenden Nachhaltigkeitsproze├č erm├Âglicht. Ein so konzipiertes Nachhaltigkeitszeichen k├Ânnte - das zeigt auch die
├ťberpr├╝fung der Vorschl├Ąge an den drei Produktbeispielen - einen wertvollen Beitrag zur Information der Verbraucher in puncto
Nachhaltigkeit leisten und somit auch zur Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung beitragen. W├╝nschenswert erscheint zudem eine
Weiterf├╝hrung und Weiterentwicklung des interdisziplin├Ąren Forschungsansatzes, da im Rahmen dieser Arbeit nicht alle Fragen
abschlie├čend beantwortet werden k├Ânnen.
Kurzfassung auf Englisch: Today, the vision of sustainable development popularised in Rio de Janeiro in 1992 has become a central element of political debate.
Nonetheless, the concept has failed to become a part of general public awareness - indeed, most Germans have never even heard of it. If,
however, we consider the material flows generated by the consumption of consumer goods, it quickly becomes clear that a commitment in
this sphere is essential if we are to enter upon a (more) sustainable development pathway. Research in this area is still nascent: for
instance, research on suitable instruments by which to implement sustainability in this area is fragmentary, nor is it clear what sustainable
products actually are or by what the consumer can identify them. A conceivable instrument to translate sustainable development in the
consumption sector into action could therefore be to mark sustainable products with a sustainability label, thus giving the consumer
decision-making support in purchasing. This study examines scientifically the question of whether and to what extent a sustainability label
could be an expedient instrument to translate sustainable development into action.


In view of the interdisciplinary nature of the issue, a combination of different methods is used in order to do justice to the complexity of the
matter: First, existing environmental and social labels are analysed and screened by means of an evaluation matrix. This provides
indications for the design of a sustainability labelling scheme. Interviews are conducted with experts in order to test the working hypotheses
of the study. Proposals for the design of a sustainability labelling scheme are derived from the results of the analyses and interviews.
Subsequently, the proposals are tested for selected products (clothing, refrigerators, prefabricated wooden houses).


The study shows that a sustainability label could indeed be an expedient instrument to translate sustainable development into action - if the
scheme is designed appropriately. This means above all that the conception of a sustainability label must rest on a sound scientific and
empirical basis. Furthermore, a sustainability labelling scheme should be organised independently, the relevant social groups should be
involved in the discussion process, it should be combined with a well structured marketing campaign and should have an easily
remembered name and logo. In contrast to existing labels it should be a process label, which allows continuous development of the criteria
corresponding to the sustainability process. A sustainability labelling scheme designed in this manner could make a valuable contribution to
informing consumers about sustainability and therefore also to translating sustainable development into action. This is borne out by the test
of the studys proposals for the three selected products. Further development of the interdisciplinary approach would be a worthwhile
endeavour, as it was impossible within the scope of the present study to address all issues conclusively.
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