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Der niedergeschlagene Mensch : Depression, eine sozialwissenschaftliche Studie zu Geschichte und gesellschaftlicher Bedeutung einer Diagnose

Jurk, Charlotte


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-27116
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2711/


Freie Schlagwörter (Deutsch): Depression , Melancholie , Psychiatrie , Antidepressiva , Medikalisierung , Hirnforschung
Universität Justus-Liebig-Universit√§t Gie√üen
Institut: Institut f√ľr Soziologie
Fachgebiet: Soziologie
DDC-Sachgruppe: Sozialwissenschaften, Soziologie
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der m√ľndlichen Pr√ľfung: 12.02.2006
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 16.02.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Die Arbeit geht der Frage nach, wie das 'Massenph√§nomen' Depression entstehen konnte. Die Bedeutung der Diagnose spiegelt 100 Jahre Psychiatrie- und Gesellschaftsgeschichte. Urspr√ľnglich ein Symptom des Wahnsinns (Melancholie), bezeichnet Depression heute eine breite Palette von Befindlichkeitsst√∂rungen. Eine immer st√§rker biologisch ausgerichtete Psychiatrie interpretiert Depression als Stoffwechelst√∂rung, die medikament√∂s behebbar sein soll. Standardisierte Abfrageb√∂gen zeigen, wie gering die Schwelle ist, mit der heute jedermann in den 'Genu√ü' einer Depressionsdiagnose geraten kann.
Der psychisch behandlungsbed√ľrftige Mensch pa√üt in eine Zeit, in der die Bewertung psychischer Qualit√§t zu einem entscheidenden Merkmal sozialer Zugeh√∂rigkeit geworden ist. Die Anforderungen an das moderne Individuum, sich autonom und selbstsicher gegen Konkurrenz zu behaupten, f√∂rdert den Zerfall sozialer Netze und solidarischer Gemeinschaften. Das Leiden an den sozialen Verwerfungen wird in der Depressionsdiagnose zum eigenen Versagen uminterpretiert.
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