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Ernährungsmuster von Brustkrebs-Patientinnen mit Hormonrezeptorpositiven und - negativen Tumoren

Ringsdorf, Uta


Originalveröffentlichung: (2004) Wettenberg : VVB Laufersweiler 2005
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (1.892 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-26808
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2680/

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Universität Justus-Liebig-Universit√§t Gie√üen
Institut: Institut f√ľr Ern√§hrungswissenschaft
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 3-89687-097-1
Sprache: Deutsch
Tag der m√ľndlichen Pr√ľfung: 14.09.2005
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 23.01.2006
Kurzfassung auf Deutsch: Das Mammakarzinom ist die h√§ufigste Krebserkrankung der Frau in der Bundesrepublik Deutschland. Zahlreiche Einflussfaktoren wie zum Beispiel eine genetische Disposition oder auch reproduktive Merkmale werden f√ľr die Entstehung des Mammakarzinoms mit verantwortlich gemacht. In den letzten Jahren kommt der Determinante Ern√§hrung eine wachsende Bedeutung zu. In den vorhandenen Studien wurden zahlreiche N√§hrstoffe f√ľr die √Ątiologie und Pathogenese des Mammakarzinoms als besonders bedeutsam identifiziert. Da ein positiver Hormonrezeptorstatus Einflu√ü auf Therapie und Prognose des Mammakarzinoms hat, wurde in dieser Studie ein Zusammenhang zwischen dem Hormonrezeptorstatus und einem neu gebildeten Ern√§hrungsmuster untersucht. Die Studie soll dar√ľber Aufschlu√ü geben, ob ein bestimmtes Ern√§hrungsmuster, dass aus f√ľnf bzw. drei relevanten N√§hrstoffen besteht, sich den Patientinnen mit rezeptornegativen oder rezeptorpositiven Tumoren zuordnen l√§sst. Au√üerdem wurden die allgemeinen Lebensumst√§nde der Patientinnen erfasst, sowie individuelle Risikofaktoren untersucht. Der Einflu√ü des BMI wurde in beiden Gruppen verglichen und dabei wurden spezielle individuelle Gewichtsschwankungen ber√ľcksichtigt.


Methodik:


Das Patientenkollektiv dieser Studie umfasste 100 Brustkrebspatientinnen im Alter zwischen 33 und 86 Jahren, aus dem gesamten Bundesgebiet, die während ihres Aufenthaltes im Reha-Zentrum Reichshof untersucht wurden. Das Patientenkollektiv wurde an Hand des Hormonrezeptorstatus in 50 Patientinnen mit rezeptorpositivem Tumor und 50 Patientinnen mit rezeptornegativem Tumor unterteilt.

Die individuelle N√§hrstoffzufuhr der Patientinnen vor Ausbruch der Krebserkrankung wurde mit Hilfe eines Food Frequency Questionaire mit gesch√§tzten Mengenangaben erhoben. Zus√§tzlich wurden allgemeine Fragen zur Krankengeschichte und zu Ern√§hrungs- und Lebensumst√§nden der Patientinnen gestellte. Bei der Risikoanamnese der Patientinnen flossen Fragen zu reproduktiven Merkmalen wie: Anzahl der Kinder, individuelle Stillzeit der Frauen, Zeitpunkt von Menarche und Menopause, ein. Die deskriptive und analytische statistische Auswertung der Daten erfolgte mit dem Programm Superior Performance Software System (SPSS¬ģ). Zur Auswertung des 7-Tage Ern√§hrungsbogens wurde das Nutrisurvey Programm genutzt (www.Nutrisurvey.de), das sich am Bundeslebensmittelschl√ľssel (BLS) und an den WHO-Zufuhrempfehlungen orientiert. Es wurden f√ľnf bzw. drei N√§hrstoffe untersucht, die bereits in der Krebsprotektion eine bedeutsame Rolle einnehmen. Diese N√§hrstoffe wurden erst gesondert betrachtet und dann zu einem Ern√§hrungsmuster zusammengefasst. Dieses Ern√§hrungsmuster ist reich an Vitamin C, Ballaststoffen, Carotinoiden und mehrfach unges√§ttigten Fetts√§uren und arm an Cholesterin.


Ergebnisse:


In dieser Studie zeigen die einzelnen N√§hrstoffe keine Verminderung des Risikos an einem Hormonrezeptornegativem Tumor zu erkranken. Bei dem gebildeten Ern√§hrungsmuster, das reich an Ballaststoffen, Carotinoiden, Vitamin C und MUFS sowie arm an Cholesterin ist, stimmen 18% der Frauen mit Hormonrezeptorpositiven Tumoren mit dem gebildeten Muster √ľberein. Mit dem Fisher¬īs Exact Test ergibt sich p=0,12. Reduziert man das Muster auf die variablen MUFS, Carotinoide und Ballaststoffe, so stimmen 52% der Frauen mit Hormonrezeptorpositiven Tumoren mit diesem Muster √ľberein. Es ergibt sich ein p-Wert von 0,001. In einem logistischen Regressionsmodell, in der die abh√§ngige Variable die Differenziertheit der Tumore darstellt, ergibt sich f√ľr das Drei-komponentige-Ern√§hrungsmuster eine Odd¬īs Ratio von 4 (95%-KI 1,74-10,27). Damit ist das Risiko, einen prognostisch ung√ľnstigen Tumor ( Hormonrezeptornegativ) zu entwickeln bei der Gruppe , die sich nicht nach dem gebildeten Ern√§hrungsmuster ern√§hrt, um ein 4faches erh√∂ht. Hinsichtlich des BMI-Wertes gab es nur geringgradige Unterschiede zwischen den beiden Patientengruppen. Die Patientinnen der rezeptornegativen Gruppe zeigten etwas h√∂here K√∂rpergewichte. Hinsichtlich der Frage nach m√∂glichen Gewichtsschwankungen der Patientinnen zeigten sich keine Unterschiede zwischen den beiden Patientenkollektiven.


Diskussion:


In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass sich bei Frauen die sich ballaststoffreich, carotinoidreich und MUFS-reich ern√§hren, h√§ufiger Rezeptor-positive Tumore fanden, die prognostisch g√ľnstiger sind. Ein Ern√§hrungsmuster, das den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung entspricht, wird damit h√§ufiger bei Patientinnen, die weniger entdifferenzierte Tumore aufweisen festgestellt. Da dieses Ern√§hrungsmuster speziell f√ľr diese Studie erstellt wurde, sollten die in dieser Arbeit ermittelten Ergebnisse in Studien mit gr√∂√üeren Patientenkollektiven nachuntersucht und best√§tigt werden.
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