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Vergleichende Untersuchung zweier unterschiedlicher Entnahmetechniken fĂŒr Endometriumbiopsien bei Stuten

Hecker, Claudia


Originalveröffentlichung: (2004) Wettenberg : VVB Laufersweiler 2004
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.888 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-18090
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2004/1809/

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Universität Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen
Institut: Klinik fĂŒr Geburtshilfe, GynĂ€kologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit TierĂ€rztlicher Ambulanz
Fachgebiet: VeterinÀrmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 3-89687-489-6
Sprache: Deutsch
Tag der mĂŒndlichen PrĂŒfung: 12.09.2004
Erstellungsjahr: 2004
Publikationsdatum: 26.10.2004
Kurzfassung auf Deutsch: Die Endometriumbiopsie der Stute ist in den meisten FĂ€llen das Mittel der Wahl, um eine Diagnose hinsichtlich des Zustandes des Endometriums und eine Prognose bezĂŒglich der FertilitĂ€t zu stellen. Dabei wird hĂ€ufig „blind“ im Corpus uteri beziehungsweise corpusnahen Bereich bioptiert. Aus der klinischen Beobachtung geht hervor, daß blind entnommene Bioptate nicht immer den wahren Befund des Endometriums widerspiegeln. Dies wird aus dem Vergleich der Biopsieergebnisse mit dem hysteroskopischen Befund deutlich. Eventuell vorliegende lokale VerĂ€nderungen des Endometriums bleiben unerkannt, obwohl sie potentielle Ursachen lĂ€nger andauernder InfertilitĂ€ten darstellen könnten. Demnach war es Ziel dieser Studie, die HĂ€ufigkeit lokaler VerĂ€nderungen zu bestimmen und den Stellenwert der Kombination von Hysteroskopie und Endometriumbiopsie zu ermitteln. Dazu wurde bei jeder Stute die konventionelle Art der Entnahme („blind“) einer Endoskopie mit Biopsie gegenĂŒbergestellt und die beiden Bioptate in ihren Diagnosen miteinander verglichen. Es wurde geprĂŒft, ob die endoskopisch entnommene Biopsie sich als vorteilhaft hinsichtlich der Diagnosestellung pathologischer VerĂ€nderungen des Endometriums gegenĂŒber der konventionell entnommenen Biopsie erweist.


In der vorliegenden Studie wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein einer lokalen VerĂ€nderung und der histologischen Beurteilung des Endometriums als pathologisch ermittelt (p=0,027). Dies wird durch das signifikante Ergebnis der exenterierten Uteri im Rahmen der Voruntersuchung bestĂ€tigt (p=0,003). Hier wird die Bedeutung der Hysteroskopie vor allem bei subfertilen Stuten erkennbar, da gerade bei diesen Stuten histopathologische VerĂ€nderungen hĂ€ufiger vorkommen. Eventuell vorhandene lokale VerĂ€nderungen des Endometriums wĂŒrden demnach ohne Hysteroskopie nicht entdeckt werden und könnten nicht in die Bewertung hinsichtlich Diagnose und Prognose einfließen.


Bei den in der eigenen Studie untersuchten Stuten handelte es sich um Problemstuten aus dem Patientenkollektiv der Klinik. Hier wiesen 68% der Tiere ein pathologisch verÀndertes Endometrium, von diesen wiederum 56% mindestens eine lokale VerÀnderung auf. Nur 23% der Stuten mit physiologischem Endometrium hingegen zeigten lokale VerÀnderungen.
Die beiden unterschiedlich entnommenen Biopsien wurden anhand ihrer histopathologischen Diagnosen miteinander verglichen. Bei den Stuten mit einer lokalen VerÀnderung resultierte die gezielt entnommene Biopsie signifikant hÀufiger in einer schlechteren Diagnose als die konventionell entnommene Biopsie (p=0,011 beziehungsweise p=0,045). Es zeigt sich demnach ein Vorteil der endoskopischen Bioptatentnahme bei Stuten mit einer lokalen VerÀnderung.


Daraus lĂ€ĂŸt sich schließen, daß bei der Untersuchung auf Zuchttauglichkeit, wenn es sich vorberichtlich um eine subfertile Stute handelt, auf weiterfĂŒhrende Untersuchungsmethoden zurĂŒckgegriffen werden sollte. Hier sind vor allem Hysteroskopie und Biopsie zu nennen. Die VerknĂŒpfung dieser beiden Methoden ermöglicht außerdem die gezielte Bioptatentnahme. Dies ist besonders bei Stuten mit einer lokalen VerĂ€nderung zu empfehlen, da dann die verĂ€nderten Bereiche zusĂ€tzlich bioptiert werden können, und so eine grĂ¶ĂŸere Anzahl von Befunden fĂŒr die genauere Ermittlung der Prognose zur VerfĂŒgung stehen. Da die lokalen VerĂ€nderungen des Endometriums, die vor allem bei Stuten mit histopathologischen Befunden vorkommen, durch keine andere Methode als durch die Hysteroskopie erkannt werden können, empfiehlt es sich, bei Problemstuten die Hysteroskopie mit gezielter Bioptatentnahme der konventionellen Entnahme vorzuziehen.
Kurzfassung auf Englisch: The endometrial biopsy is, in most cases, the method of choice in diagnosing the condition of the endometrium in mares and making a prognosis regarding a mare’s fertility. In doing so, oftentimes a „blind“ biopsy in or near the corpus uteri is taken. Clinical trials have found, however, that blind biopsies do not always accurately reflect the true condition of the endometrium. This has become clear through comparison of biopsy results with results obtained by hysteroscopy. Possible local irregularities of the endometrium remain undetected even though they could be the potential cause of continual infertility. The aim of this study was to determine the frequency of local irregularities and the relevance of the use of a combination of hysteroscopy and endometrial biopsy. For each sample mare, a conventional („blind“) as well as endoscopic biopsy was taken and used to determine the diagnostic similarities and differences between the two methods. The study attempted to determine whether biopsies taken using endoscopy are preferable over conventional blind biopsies with respect to the quality of the diagnoses of pathological irregularities of the endometrium.


The results show a significant relation between the presence of a local irregularity and the histological assessment of the endometrium as pathologic (p=0.027). This was supported by the significant results of the exenterated uteri (p=0.003) obtained during preliminary examination. The results demonstrate the importance of hysteroscopy, especially in subfertile mares, since these exhibit pathohistologic irregularities more frequently. Without the use of hysteroscopy, potential local irregularities of the endometrium may not be detected and hence, would not be included in diagnosis and prognosis.


In the present study, the sample consisted of mares identified by the university clinic as problematic. 68% of the mares have a pathologically irregular endometrium, and of these, 56% display local irregularity. In contrast, only 23% of the mares that have physiological endometrium display local irregularities.


The two biopsies were compared with respect to their pathohistologic diagnoses. Among mares with local irregularities, biopsies taken by hysteroscopy resulted in significantly more frequent negative diagnoses than biopsies taken by the conventional method (p=0.011 and p=0.045, respectively). These results demonstrate the advantage to using endoscopically obtained biopsy specimens in mares with local irregularity.
Consequently, additional investigative methods, such as hysteroscopy and biopsy, should be applied when testing for breeding fitness in cases of known subfertile mares. Furthermore, the use of these two methods in combination allows for the biopsy to be obtained more precisely. This is especially recommended for mares with local irregularity, since then additional biopsies can be taken of those areas and hence, more data is available to make a more exact prognosis. Because local irregularities of the endometrium, especially prevalent among mares with pathohistologic diagnoses, can only be detected by hysteroscopy, it is recommended to use hysteroscopy in combination with targeted biopsy rather than blind biopsy in cases of mares identified as being problematic.
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