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Zeit - zur Entwicklung des Zeitverständnisses : eine historische Übersicht

Kafitz, Willi


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-161136
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2021/16113/


Freie Schlagwörter (Deutsch): Zeitmessung und Zeitmentalität , Zeit bei Galilei , Weltzeit , Zeitverläufe und Entropie , Zeitverständnis bei Newton
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Fachgebiet: Externe Einrichtungen
DDC-Sachgruppe: Naturwissenschaften
Dokumentart: Aufsatz
Zeitschrift, Serie: Oberhessische Naturwissenschaftliche Zeitschrift ; 69; S. 58-138
ISBN / ISSN: 2907395-9
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2021
Publikationsdatum: 02.07.2021
Kurzfassung auf Deutsch: Das Zeitverständnis hat sich im Laufe der Jahrhunderte radikal geändert. Viele Jahrhunderte war in einer bäuerlichen Gesellschaft nur eine reine Naturbezogenheit auf Tageszeiten und Kalender erforderlich. Systematisches astronomisches Wissen war nur einer Elite vorbehalten. In der beginnenden Neuzeit, beginnend mit Galilei, musste besonders die Physik die Zeit als Parameter einbeziehen. Aber erst mit genaueren Uhren war eine wissenschaftlich orientierte Zeitmessung möglich. Gleichzeitig wurde es aus wirtschaftlichen Gründen nötig, die bis dahin bestehenden Ortszeiten, dann nationalen Zeiten, zu einer Weltzeit zu harmonisieren. Newton und Leibniz entwickelten ein vollkommen unterschiedliches Verständnis. Für Newton war die Zeit absolut, überall gleich fließend und unabhängig von den Dingen. Leibniz dagegen sah Abhängigkeiten. Er betrachtete die Zeit relativ zu den Geschehnissen. Doch diese Sicht setzte sich nicht durch. Erst mit der Relativitätstheorie wurde diese Sichtweise wieder aufgegriffen. Es gibt keine absolute Zeit und man kann deshalb bei zwei räumlich getrennten Ereignissen nicht von Gleichzeitigkeit sprechen. Zeit ist relativ zum Inertialsystem. Die Verbindung von Allgemeiner Relativitätstheorie und Quantentheorie ist noch ein großes ungelöstes Problem. Jedoch sind erste Theorien ausgearbeitet worden, die eine Quantisierung der Gravitation anstreben. Aus der mathematischen Beschreibung einiger Theorien ergibt sich scheinbar auf kleinsten Skalen im Bereich der Plancklänge und Planckzeit eine „Körnigkeit“ von Raum und Zeit. Raumeinheiten und Zeiteinheiten sind möglicherweise nicht mehr beliebig teilbar, sondern quantisiert. Der Zeitbegriff, wie wir ihn kennen, macht in diesen Größenordnungen keinen Sinn mehr.
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