Giessener Elektronische Bibliothek

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Über den Einfluss der Neurodermitisschulung auf die Resilienz von Patienten mit Neurodermitis unter Berücksichtigung der Interaktion von Resilienz mit biologischen Markern und Krankheitsverlauf

Zanjani, Scherwin


Originalveröffentlichung: (2020) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (8.153 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-161078
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2021/16107/


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Psychoneuroimmunologie Labor
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6944-5
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.03.2021
Erstellungsjahr: 2020
Publikationsdatum: 15.06.2021
Kurzfassung auf Deutsch: Die AD gehört zu den chronisch-rezidivierenden Hauterkrankungen und ist mit einer Prävalenz von 20 % im Kindesalter und 2-3 % im Erwachsenenalter eine häufige, das Gesundheitssystem und die Patienten gleichermaßen belastende, Erkrankung. Dass eine Exazerbation der Erkrankung durch psychischen Stress hervorgerufen werden kann, wurde in einer Vielzahl an Studie bereits beobachtet. Im Rahmen dieser Arbeit wurde die Resilienz als psychischer Faktor betrachtet. Resilienz als ein protektiver Mechanismus zur Aufrechterhaltung der mentalen Gesundheit und Stressbewältigung sollte erforscht werden. Dabei wurden unter anderem die Fragen gestellt, ob es grundsätzliche Unterschiede zwischen AD-Patienten und gesunden Probanden hinsichtlich ihrer Resilienz gibt und ob eine Neurodermitisschulung als Therapiemaßnahme eine mögliche Besserung des Hautzustandes durch Verbesserung der Resilienz hervorrufen kann. Dazu wurde ein Studienmodell aus drei Probandengruppen angewendet, die aus AD-Patienten mit Schulungsteilnahme (SND; n=34), AD-Patienten ohne Schulungsteilnahme (KND; n=33) und gesunden Kontrollen (KO; n=34) bestand. Alle drei Probandengruppen wurden über einen Zeitraum von drei Monaten untersucht. Die Schulungsteilnahme verbesserte den Hautzustand und den Juckreiz der Teilnehmer hochsignifikant. Beim Gruppenvergleich konnten Unterschiede bezüglich Resilienz-Indikatoren wie Selbstwirksamkeit zwischen AD-Patienten und gesunden Kontrollen zu Studienbeginn festgestellt werden. Es zeigte sich zudem, dass der Krankheitsausprägungsgrad von AD-Patienten gemessen an SCORAD negativ mit der Resilienz korrelierte. Veränderungen der Resilienz im Gesamten durch die Schulungsteilnahme konnten nicht beobachtet werden, wobei Aspekte, die Resilienz definieren, verbessert werden konnten. Es konnte zudem in einer Teilstichproben-Betrachtung beobachtet werden, dass die Resilienz von niedrig resilienten Schulungsteilnehmern mit Hilfe der Schulungsteilnahme gemessen anhand des Resilienz-Indikators BRCS stieg. Bei der Betrachtung biologischer Stressmediatoren gemessen an Cortisol, BDNF und SLURP-1 konnte gezeigt werden, dass SLURP-1 durch die Intervention sank, während es zum Anstieg der Cortisol-Werte bei Probanden kam, die nicht an der Schulung teilnahmen. Alles in allem gehen wir daher davon aus, dass es gezielter und langfristig angelegter psychotherapeutischer Interventionen bedarf, um stärkeren Einfluss auf die Resilienz von AD-Patienten nehmen zu können.
Kurzfassung auf Englisch: Atopic Dermatitis is a chronically-relapsing skin disease with a prevalence of 20 % in childhood and remains in 2-3 % in adults. Various publications have already shown that psychological stress can lead to an exacerbation of skin disease. This study focused on the construct of psychological resilience. As a protective mechanism in maintaining mental health and stress coping, the objective of the current study was the analysis of possible differences in resilience of patients with atopic dermatitis versus healthy control groups and to observe whether education program for patients with atopic dermatitis can improve the state of skin disease by increasing resilience. Thus, three groups containing a group of skin-diseased participating at the education program (SND; n=34), a skin-diseased control group without intervention (KND; n=33) and a healthy control group (KO; n=34) were performed and examined throughout three months. A highly significant improvement of pruritus and state of disease was observed due to participation at education program for patients suffering from atopic dermatitis. We confirmed differing levels of resilience indicators such as self-efficacy between skin-diseased patients and healthy control groups at the beginning of examination. Moreover, a negative correlation was found between resilience and state of disease using SCORAD. The education program improved aspects of resilience, though a general improvement of resilience could not be observed. Considering a partial sample, a rise of resilience in the group of low resilient probands after participating at education program measured by the resilience indicator BRCS was documented. Concerning changes in biological stress mediators such as cortisol, BDNF and SLURP-1 we observed a significant fall of SLURP-1 in patients due to education program, whereas serum cortisol rose rised in patients without intervention. All in all, we suggest that specific and longer psychological intervention is required to take stronger effects on resilience, even though aspects of resilience can be influenced by the education program for patients with atopic dermatitis.
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