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Wirkeffekte additiver serieller lokoregionaler wassergefilterter Infrarot-A-Strahlung zu einer multimodalen rheumatologischen Komplexbehandlung bei ankylosierender Spondylitis : Nachweis des Ausmaßes der Wirksamkeit einer iterativen Anwendung von wIRA zusätzlich zur konventionellen Standardtherapie

Eichelmann, Markus Alexander


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-160058
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2021/16005/


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Campus Kerckhoff, Abteilung Rheumatologie, Klinische Immunologie, Osteologie, Physikalische Medizin
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 20.10.2020
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 08.04.2021
Kurzfassung auf Deutsch: Eine serielle Hyperthermieanwendung kommt bei diversen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises bereits erfolgreich zum Einsatz. Mehrere aktuelle Studien konnten eine Schmerzlinderung, sowie positive Effekte auf funktionelle Parameter nachweisen. Zudem wurden positive Veränderungen auf Zytokin-Ebene objektiviert. Spondyloarthritiden (SpA) nehmen dabei den bisher mit am besten untersuchten Stellenwert ein. Dennoch sind die dazu vorliegenden Studien oft aufgrund geringer Fallzahlen und methodischer Mängel wie fehlender Randomisierung in ihrer Aussagekraft eingeschränkt. In dieser Dissertation kommt eine Abwandlung eines bewährten Verfahrens zur Ganzkörperhyperthermie mittels wassergefiltertem Infrarot-A (wIRA) lokal zum Einsatz. Es handelt sich um die erste Studie, die eine lokale wIRA-Behandlung im Zusammenhang mit der ankylosierenden Spondylitis (AS) untersucht.
Insgesamt nahmen 71 Patienten mit radiografisch nachgewiesener axialer Spondylitis an der Studie teil. Alle erhielten für die Dauer ihres Klinikaufenthaltes eine multimodale rheumatologische Komplexbehandlung (MRKB). Mittels Randomisierung wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt. 36 Patienten unterliefen die Intervention (IG), während eine Kontrollgruppe (KG) von 35 Patienten lediglich die Standardtherapie erhielt. Die Medikation mit Nicht Steroidalen Antirheumatika (NSAR) blieb während der Studie stabil, eine Therapie mit Disease Modifying Antirheumatic Drugs (DMARD) bzw. Biologika bestand nicht.
Am ersten Tag vor der Intervention (IG) bzw. vor der Standardtherapie (KG) und nach der Therapie, sowie analog zum ersten Tag am zweiten, fünften und sechsten Tag wurden die Patienten gebeten ihre Schmerzstärke auf einer visuellen Analogskala (VAS) zu verbildlichen. Vor Interventions- bzw. Therapiebeginn (V0) füllten alle Patienten zudem standardisierte Fragebögen zu Krankheitsaktivität (BASDAI), gesundheitlichem Gesamtbefinden (BAS-G), funktionellen Fähigkeiten und Lebensqualität (FFbH, BASFI, HAQ) aus. Ein weiteres Mal wurden die Fragebögen nach Interventions- bzw. Therapieende (V1) und nach drei Monaten (V2) von allen Patienten ausgefüllt. Eine laborchemische Messung von AS-bezogenen Zytokinen/Interleukinen (IL-1ß, IL-6, IL-10 und TNF-alpha) fand jeweils zu den Zeitpunkten V0 und V1 statt. Nach drei Monaten wurde die Interventionsgruppe bezüglicher ihrer Zufriedenheit mit der Therapie befragt.
Es zeigte sich, dass es innerhalb der IG an allen untersuchten Tagen zu einer signifikanten Abnahme des Schmerzniveaus kam, nicht jedoch in der KG. Verglich man den Aufnahme-Wert mit dem letzten erhobenen Wert nach Beendigung der Therapie an Tag 6, zeigte sich eine hochsignifikante Schmerzreduktion in der IG, aber nicht in der KG.
Im funktionellen Assessment zeigten sich lediglich gruppeninterne Veränderungen, im Gruppenvergleich wurden allerdings keine signifikanten Differenzen deutlich. In den Laboruntersuchungen zeigte sich eine hochsignifikante Abnahme des TNF-alpha in der IG nach 6 Tagen, in der Kontrollgruppe kam es zu keiner signifikanten Abnahme. Die weiteren Interleukine wiesen keine signifikanten Veränderungen auf. Eine Korrelation der Schmerzstärke mit den Laborparametern wurde nicht nachgewiesen. Von den Assessment-Parametern korrelierte lediglich der BASF-Index deutlich mit den VAS-Werten.
Kurzfassung auf Englisch: An iterative application of hyperthermia is already being successfully used for various rheumatic diseases. Several current studies could prove significant pain relief, as well as positive effects on functional parameters. In addition, positive changes at the proinflammatory cytokine levels have been objectified. Spondyloarthitis (SpA) has the most scientific studies available amongst the rheumtaic deceases. Nevertheless, the available studies are often limited in their informative value due to low case numbers and methodological shortcomings such as lack of randomisation. In this dissertation, a modification of a proven procedure for whole-body hyperthermia using water-filtered infrared A (wIRA) is used locally on the lower back. This is the first study to investigate additive serial wIRA treatment in connection with AS.
A total of 71 patients with radiographically proven axial spondyloarthritis (ankylosing spondylitis, AS) participated in the study. All received a multimodal rheumatological complex therapy (MRKB) for the duration of their hospitalisation. They were randomly divided into two groups. 36 patients underwent intervention (IG), while a control group (CG) of 35 patients received only the standard therapy. The antirheumatic medication with Non Steroidal Antirheumatic-Drugs (NSAD) was held stable over the period of observation, further the patients did not receive treatment with Disease Modifying Antirheumatic Drugs (DMARDS) or Biologicals.
On the first day before intervention (IG) or before standard therapy (KG) and after therapy, and likewise on the second, fifth and sixth day, the patients were asked to visualise their pain-levels on a visual analogue scale (VAS). Before the start of intervention or therapy (V0), all patients completed standardized questionnaires on disease activity (BASDAI), overall health (BAS-G), functional abilities and quality of life (FFbH, BASFI, HAQ). Once again, the questionnaires were completed by all patients at the end of intervention or therapy (V1) and after three months (V2). The levels of AS-related interleukins (IL-1ß, IL-6, IL-10 and TNF-alpha) where determined at times V0 and V1 in the patient serum. After three months, the intervention group was asked about their satisfaction with the therapy.
It was shown that there was a significant decrease in the pain level within the IG on all examined days, but not in the KG. If the admission value was compared with the last recorded value after completion of therapy on day 6, a highly significant pain reduction was observed in the IG, but not in the KG.
In the functional assessment, only intra-group changes were observed, but no significant differences were found in group comparison. The laboratory tests showed a highly significant decrease of TNF-alpha in the IG after 6 days, in the control group there was no significant decrease. The other interleukins showed no significant changes. Further, the pain intensity did not correlate with laboratory parameters. Among the assessment parameters, only the BASF index correlated with the VAS values.
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