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Das selbstgesteuerte Wortschatzlernverhalten von DaF-Studierenden: Medienwahl, Vorgehensweisen und Reflexion des Lernprozesses

Krau├č, Susanne


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-158104
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2021/15810/


Freie Schlagwörter (Deutsch): Wortschatz , DaF , Lernverhalten , Medien , Vorgehen
Universität Justus-Liebig-Universit├Ąt Gie├čen
Institut: Institut f├╝r Germanistik
Fachgebiet: Germanistik
DDC-Sachgruppe: Sprachwissenschaft, Linguistik
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der m├╝ndlichen Pr├╝fung: 28.01.2020
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 05.01.2021
Kurzfassung auf Deutsch: Wortschatz stellt beim Erlernen einer Fremdsprache einen zentralen und grundlegenden Bereich dar. Nicht nur aufgrund der Zeit, die man ben├Âtigt, sich einen umfangreichen Wortschatz anzueignen, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass Wortschatz gut in kleinere Einheiten aufgeteilt werden kann ist dieser Bereich f├╝r das selbstgesteuerte Lernen besonders gut geeignet und wird mit dem Ziel der dauerhaften Speicherung und des Wiederabrufens entsprechend h├Ąufig in das au├čerunterrichtliche Lernen delegiert. Wenn aber Wortschatz f├╝r das Fremdsprachenlernen so wichtig ist und sich f├╝r das selbstgesteuerte Lernen so gut eignet, stellt sich die Frage, wie Lernende dabei eigentlich vorgehen und in welchem Verh├Ąltnis dies zu den durch die Fremdsprachenforschung empfohlenen Vorgehensweisen steht.
Deutsch als Fremdsprache ist bez├╝glich empirischer Studien zum Wortschatzlernen unterrepr├Ąsentiert, insbesondere bez├╝glich der Zielgruppe von fortgeschrittenen Lernenden, deren tats├Ąchliches Wortschatzlernvorgehen in Form von offenen Befragungen erhoben wird. Daher besch├Ąftigt sich die vorliegende Arbeit mit der Frage, wie fortgeschrittene DaF-Studierende tats├Ąchlich au├čerhalb des Unterrichts Wortschatz lernen, wie sie dabei vorgehen, welche Strategien und (digitalen) Ressourcen sie nutzen und wie sie ihren Lernprozess reflektieren. Hierf├╝r wurden Studierende an einer britischen Universit├Ąt ├╝ber den Zeitraum eines kompletten Studienjahres zu ihrem Wortschatzlernvorgehen befragt.
Um aufzuzeigen, wie bei dem komplexen und h├Âchst individuellen Prozess des Wortschatzlernens verschiedene Aspekte zusammenspielen, n├Ąhert sich die vorliegende Arbeit diesem Thema aus drei Perspektiven: einer linguistischen, einer spracherwerbs- und ged├Ąchtnistheoretischen und einer didaktisch-methodischen. Da insbesondere digitalen Technologien ein gro├čes Potenzial zugeschrieben wird, das selbstgesteuerte Lernen unterst├╝tzen zu k├Ânnen, ist diesem Aspekt ein eigenes Kapitel gewidmet.
Die Ergebnisse zeigen, dass Aspekte wie Annahmen zum Wortschatzlernen, Vorlieben und individueller Lernfokus, das Wissen um Strategien und Ressourcen, die Motivation bzw. der Anreiz zum Wortschatzlernen sowie externe institutionelle Rahmenbedingungen in einer Wechselbeziehung zueinander stehen, die letztendlich das individuelle Vorgehen beschreibt. Anhand der aufgef├╝hrten Gr├╝nde f├╝r das individuelle Vorgehen werden Barrieren deutlich, die die Umsetzung des aus der Forschungsperspektive empfohlenen Vorgehens beeintr├Ąchtigen (k├Ânnen). Im Gegensatz zu den Empfehlungen aus der Wortschatzdidaktik liegt der Fokus der Untersuchungsteilnehmenden auf der Semantisierung und Anwendung. Mechanische Vorgehensweisen basieren in erster Linie auf einer wiederholten Enkodierung statt einer Vernetzung bzw. Assoziation.
Die Erkenntnisse aus der vorliegenden Untersuchung zeigen ferner, dass eine Thematisierung des Wortschatzlernens dazu f├╝hren kann, das eigene Vorgehen zu ├╝berdenken und Hinweise diesbzgl. durchaus gew├╝nscht sind und wahrgenommen werden.
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