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Entwicklung des longitudinalen Curriculums Sprechende Medizin "Communicare" in den klinischen Semestern des Fachbereichs Humanmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen : Hintergrund - Entwicklung/Konzeption - Inhalte

Mei, Sicco H. van der


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-155415
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2020/15541/


Freie Schlagwörter (Deutsch): Curriculum , Kommunikation , Schauspielpatienten
Freie Schlagwörter (Englisch): curriculum , communication , simulated patients
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Medizinisches Zentrum für Psychosomatische Medizin
Fachgebiet: Medizin fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.09.2020
Erstellungsjahr: 2020
Publikationsdatum: 05.10.2020
Kurzfassung auf Deutsch: Das longitudinale Curriculum Sprechende Medizin „Commuicare“ der klinischen Semester an der Medizinischen Fakultät der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen wurde im Jahr 2010 eingeführt und ständig weiterentwickelt. Sie richtet sich bis heute an die Studierenden der Humanmedizin und wird durch die „Mittel zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen und der Lehre“ (QSL-Mittel) finanziert.
Die zentrale Neuerung in diesem Curriculum war das Arbeiten mit Schauspielpatienten, die im didaktischen Konzept eine Praxisnähe einbringt und es den angehenden Ärzten ermöglicht, anspruchsvolle Gespräche mit geschulten Gesprächspartnern und fachlich (schwerwiegenden) Inhalten zu üben.
Ausgangspunkt für die Entwicklung des „Communicare“ war die Einschätzung vieler medizinischer Fakultäten in Deutschland, dass die kommunikativen Fähigkeiten der Medizinstudenten defizitär seien. Es entstand im Jahr 2008 das „Baseler Consensus Statement“. Nachfolgend wurde von Seiten des Medizinischen Fakultätentages (MFT) und der Gesellschaft Medizinische Ausbildung (GMA) der „Nationale Kompetenzbasierte Lernzielkatalog Medizin (NKLM)“ entwickelt, der im Jahr 2015 fertig gestellt wurde.
Der Autor dieser Dissertation war bei der Entwicklung im Bereich „ärztliche Gesprächsführung“ des NKLM aktiv beteiligt. Ebenso war er für die Konzeption, Organisation und Implementierung des “Communicare“ in den klinischen Semestern der JLU Gießen verantwortlich.
Ziel dieser Dissertation ist es, nachfolgend Hintergrund, Entwicklung, Konzeption und Inhalte des „Communicare“ in den klinischen Semestern darzustellen, um so einen Ein- und Überblick über die Struktur des Curriculums zu erhalten.
Neben der Darstellung des “Communicare“, den abgedeckten Lernzielen, waren die Ergebnisse einer vertieften Lehrevaluation ein wichtiger Bestandteil, um eine Einschätzung der Studierenden hinsichtlich ihres Lernerfolgs sowie die Qualität der Schauspielpatienten zu erhalten.
Die Rückmeldungen und Ergebnisse dieser vertieften Lehrevaluation geben Anlass zu der Schlussfolgerung, dass die Studierenden bezüglich ihrer Kommunikationsfähigkeit von den Seminaren mit Schauspielpatienten sehr profitieren. Dabei spielt der inhaltliche Aufbau der Seminare, wie auch die Qualität der Schauspielpatienten und die der Dozenten eine wichtige Rolle. Das Longitudinale Curriculum Sprechende Medizin „Communicare“ ist eine sehr gute Vorbereitung auf die anspruchsvollen kommunikativen Herausforderungen des späteren Berufslebens als Mediziner und sollte in der JLU Gießen daher nicht nur fest etabliert, sondern kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut werden.
Kurzfassung auf Englisch: Many medical faculties in Germany considered the communication skills of the medical students to be insufficient. With the aim to improve their communication skills, the longitudinal curriculum ‘Talking Medicine: Communicare’ was firstly introduced as part of the clinical semesters at the medical faculty of the Justus Liebig University (JLU) Giessen in 2010 (funding: ‘Mittel zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen und der Lehre’). After continuously developing it further, in now includes the ‘Baseler Consensus Statement’, which was created in 2008, as well as the "National Competence-Based Catalog of Learning Objectives Medicine (NKLM)" which was completed by the ‘Medizinischer Fakultätentag (MFT)’ and the Society for Medical Education (GMA) in 2015.
Compared to previous curricula, ‘Talking Medicine: Communicare’ offers a communication training that includes simulated patients played by trained actors. This innovative approach facilitates a more practical approach within the didactic concept, and hence, enables aspiring doctors to practice conversations on professionally demanding contents with the help of sophisticated, trained discussion partners.
The author of this thesis was actively involved in the development of the conceptual framework on medical communication and conversation at the JLU Giessen. He was also responsible for the conception, organization and implementation of the longitudinal curriculum ‘Talking Medicine: Communicare’ as part of the clinical semesters at the JLU Giessen.
The major aim of this thesis is a general outlay of ‘Talking Medicine: Communicare’s theoretical background, development process, conception, and overall content. Therefore, this thesis intends to give an overview on the structure of the curriculum, the learning objectives covered, as well he integrated the curriculum ‘Communicare’ into the faculty of medicine (practical semester) at the JLU Giessen. In addition, it evaluates medical students’ learning progress as well as the quality of the actors’ performance to offer insights on the benefits of such a curriculum.
Results of the evaluation show that students benefited greatly from seminars including simulated patients played by trained actors. Most important determinants for improved communication skills were the structural content of the seminars, as well as the quality of the actor´s performance.
Regarding the demanding communication skills necessary for the upcoming working life as a physician, the curriculum ‘Talking Medicine: Communicare’ proved to be an excellent preparation for medical students. Therefore, it should be an inherent part of the education of medical students at the JLU Giessen.

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