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Untersuchungen zu Haltung und Handling von (Heim-) Kaninchen sowie zur Entwicklung einer geeigneten Rückzugsmöglichkeit

Spies, Moritz


Originalveröffentlichung: (2020) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (3.809 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-153880
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2020/15388/


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Tierzucht und Haustiergenetik, Professur für Tierhaltung und Haltungsbiologie
Fachgebiet: Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement fachübergreifend
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
ISBN / ISSN: 978-3-8359-6873-8
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 10.06.2020
Erstellungsjahr: 2020
Publikationsdatum: 24.09.2020
Kurzfassung auf Deutsch: Agonistisches Verhalten stellt in der Heimkaninchenhaltung ein Problem dar. Ziel dieser Untersuchung war die Beantwortung der Frage (A), ob es tierschutzrelevante Einflüsse auf das Verhalten der Kaninchen gibt, wenn eine Einzelhaltung angewendet wird. Zudem wurde untersucht, inwiefern sich tägliches Handling (auch in Kombination mit dem Parameter „Haltung“) auf das Verhalten der Tiere auswirkt. Der zweite Teil der Untersuchung beschäftigte sich mit der Fragestellung (B), welche Rückzugsmöglichkeiten (RB) geeignet sind, um Konflikte zu verringern oder zu entschärfen und den Tieren dennoch soziale Kontakte im Bedarfsfall zu ermöglichen.
In Untersuchungen (A) an 157 Kaninchen wurden keine Veränderungen des Verhaltens durch Haltung und / oder Handling in standardisierten Testsituationen festgestellt. Durch die Auswertung von Verhaltensreaktionen vor dem Handling konnte festgestellt werden, dass Tiere mit regelmäßigem Handling hochsignifikant häufiger positive Reaktionen zeigten als Tiere ohne Handlingserfahrung. Dieser Anstieg war bei Tieren aus Einzel- und Gruppenhaltung gleichermaßen erkennbar. Mit den Untersuchungen wurde die Wirkung der einzelnen Person auf die Reaktionen der Tiere wissenschaftlich nachgewiesen. Vor dem Hintergrund, dass Heimkaninchen sehr individuell betreut werden, wurde damit die hohe Verantwortung des Tierbesitzers für das Wohlergehen des / der von ihm betreuten Tiere(s) aufgezeigt. Die Einzelhaltung von Heimkaninchen stellt kein tierschutzrelevantes Problem dar, insbesondere dann nicht, wenn der Tierbetreuer sich um das ihm anvertraute Tier intensiv kümmert und er als Sozialpartner des Tieres agiert.
In Fragestellung B stellten alle drei RB-Varianten eine geeignete Rückzugsmöglichkeit für die Tiere dar. Die Nutzung der RB wurde jedoch durch die verfügbare Fläche beeinflusst. War die Möglichkeit zur Flucht gegeben, wurden viele Konflikte durch Distanzvergrößerung entschärft oder aufgelöst. Zur Fragestellung B kann geschlussfolgert werden, dass alle angebotenen Rückzugsboxen grundsätzlich angenommen wurden – wenn auch in unterschiedlicher Häufigkeit und Intensität. In Bodenhaltung mit einer reichlich bemessenen Fläche konnten sich die Tiere durch eine Flucht dem Angreifer entziehen. Alle Arten von eingesetzten Boxen wurden von den Tieren angenommen und konnten in unterschiedlicher Intensität helfen, Konflikte zu beenden oder zu entschärfen.
Kurzfassung auf Englisch: Agonistic behaviour presents a problem in housing of pet rabbits. Aim of this study was to answer the question (A) if in single housing of pet rabbits welfare-relevant effects on the behaviour of animals occur. Furthermore, it was analysed to what extent daily handling of animals (in combination with the parameter “housing”) had an effect on their behaviour. The second part of the study (B) dealt with the question which retreat options (RB) are suitable to reduce conflicts between rabbits or to ease them and still give the animals the chance for social contacts (in pair-wise housing) if needed.
Investigations (A) on 157 rabbits showed no effect of housing and / or handling on behaviour of animals in different standardized test situations. By analysing the behavioural responses of rabbits during catching before handling, it was found that animals with regular handling showed highly significant more positive reactions than rabbits without handling experience. A significant increase in frequency of positive reactions from week to week could be observed. This increase was found both in animals of single and of group housing. Also, for both housing variants a decrease in frequency of negative reactions over the four week period could be detected. The investigations scientifically proved the effect of a single person on the reactions of the animals. Regarding the background that pet rabbits are very individually taken care of, the high responsibility of the pet owner for the welfare of the animal(s) he is caring for was demonstrated. Single housing of pet rabbits presents no welfare problem, in particular not if the pet owner is intensively taking care of the animal entrusted to his care and if he acts as social partner of the animal.
In investigations on question B all RB-variants were found to be a suitable retreat option for the animals. Although, the use of RB was influenced by available space. If chance for escape was given, many conflicts were eased or solved by increasing the distance. Regarding question B, it can be concluded that all offered retreat boxes were accepted in principle – even though with different frequency and intensity. In floor housing with a large space offer animals were able to elude the attacker by escape. The intended purpose of the retreat box, to ease conflicts and stop escapes or fights, was reached depending on the general set-up (available space). Open retreat boxes as well as boxes with swing flap as well as lockable boxes were accepted by the animals and helped to end conflicts.
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