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Retrospektive Studie zum Vergleich der Ergebnisse von chirurgischen und medikamentösen persistierenden Ductus arteriosus Verschlüssen

Herzig, Lea


Originalveröffentlichung: (2019) Giessen : VVB Laufersweiler Verlag
Zum Volltext im pdf-Format: Dokument 1.pdf (4.096 KB)


Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-150771
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2020/15077/


Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Kinderherzzentrum, Abteilung für Kinderherzchirurgie und angeborene Herzfehler
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Zeitschrift, Serie: Edition scientifique
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 21.01.2020
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 07.04.2020
Kurzfassung auf Deutsch: Das Ausbleiben eines physiologischen DA-Verschlusses in den ersten Lebenstagen und damit die Entstehung eines PDA ist ein überwiegendes Problem der Frühgeburtlichkeit, insbesondere bei einem Geburtsgewicht von unter 1500 g. Das primäre Ziel eines PDAVerschlusses liegt zum einen in der Prävention von kardialen, pulmonalen, zerebralen, gastrointestinalen und renalen Komplikationen und zum anderen in der Verbesserung der physischen und psychischen früh- und spätkindlichen Entwicklung. Die Therapie der ersten Wahl sieht eine medikamentöse Behandlung mit COX-Hemmern (Ibuprofen/Indometacin) vor. Situationsbedingt kann auch eine operative Ligation in Betracht gezogen werden. Entweder als primäre Therapie oder nach frustranem konservativen Therapieversuch. Sowohl während der Therapie, als auch außerhalb des stationären Aufenthaltes, haben beide Therapieoptionen ein nicht zu missachtendes Nebenwirkungsprofil gezeigt. Dadurch ist es von großer Bedeutung, für jeden Patienten die passende Therapie zum richtigen Zeitpunkt herauszufinden. Der Schwerpunkt hiesiger explorativen Studie liegt im retrospektiven Vergleich von 60 Probanden, die mit einem isolierten PDA im Kinderherzzentrum und der Neonatologie des UKGM, Standort Gießen von 2003-2013 behandelt worden sind. In der Studie konnte dargelegt werden, dass in der operativen Behandlungskohorte nicht nur Hinweise auf höhere posttherapeutische CRP-Werte deutlich geworden sind, sondern auch eine längere Beatmungszeit, eine längere Intensivliegedauer und eine geringere Urinausscheidung. Allerdings hat die operative Therapie schlussendlich eine Verschlussrate von 100 % gezeigt. Die medikamentöse Behandlungskohorte hat, ähnlich wie in anderen Studien, eine deutlich niedrigere dauerhafte Verschlussrate gezeigt (56,7 %). Eine gegenseitige Beeinflussung der Parameter, neben den unterschiedlichen Therapieformen (medikamentös/operativ, FL/SL, med. Vortherapiert/primär operativ), konnte nur innerhalb der Beatmungsdauer (vor/nach Therapie) bestätigt werden. Besonders auffällig ist in hiesigem Kollektiv die hohe Rate an pulmonalen Komplikationen. Hierbei hat sich die operative Behandlungskohorte im Vergleich zur medikamentösen Behandlungskohorte mit einer vermehrten Entwicklung von pulmonaler Blutungen (16,7 %) und einer pulmonalen Hypertonie (20 %) gezeigt. In der Zwei-Jahres-Entwicklung ist dahingegen ein Trend deutlich geworden, dass beide Behandlungskohorten im Bereich Motorik, Kognition sowie Hör- und Sprachentwicklung gleichermaßen unterentwickelte Ergebnisse erzielt haben. Auch eine mögliche präoperative Behandlung mit COX-Hemmern hat im direkten Vergleich zur alleinigen operativen Therapie keinen negativen Effekt auf die Zwei-Jahres-Entwicklung gezeigt. Insgesamt stimmen die Ergebnisse dieses Kollektivs mit der aktuellen Studienlage überein. Neue Erkenntnisse sind hinsichtlich der optimalen prätherapeutischen Beatmungslänge und ihren möglichen Einfluss auf die posttherapeutische Beatmungslänge sowie die Wahl des richtigen Operationszeitpunktes entstanden. Das gehäufte Auftreten von pulmonalen Komplikationen in der operativen Behandlungskohorte unterstützt das aktuelle leitlinienkonforme Therapieregime, welches eine primär konservative Therapie bei einem isolierten PDA vorsieht.
Kurzfassung auf Englisch: The missing of the physiological DA-occlusion in the first days of newborns and the following development of a PDA is a predominant prematurity-related problem of babies with a birth weight under 1500 g. The primary objective should be to prevent cardiac, pulmonary, cerebral, gastrointestinal and renal complications. The important intentions are to support the two-years-outcome of physical and mental development. The first-line therapy recommends a drug treatment with COX inhibitors (Ibuprofen/Indometacin). Depending on the situation or in case of an unsuccessful conservative therapy, a surgical ligation has to be considered. Both therapies have shown a measurable side effect profile during the therapy and throughout the stay in hospital. The treatment needs to be optimized through identifying the correct individually therapy at the right time scale for each individual patient. This exploratory study focuses on a retrospective comparison of 60 test persons, who were treated with an isolated PDA between 2003 and 2013 in the Paediatric Cardiac Centre and the department of neonatology from the University Hospital Giessen and Marburg, at Giessen. This study has shown based on the data that a post interventional laboratory-enhanced CRP level, as well as a longer inpatient ICU stay, an extended ventilation time and a lower urinary excretion (in the surgical treatment cohort) occurred. Nevertheless, the surgical treatment cohort has stated a 100% permanent closure rate. The drug treatment cohort has defined only a 56,7 % permanent closure rate, which is poor compared to surgical treatment, as shown in related studies. A mutual influence of the data could have been only statistically confirmed within the ventilation times (before/after therapy) in addition to the different treatment methods. The high rate of pulmonary diseases has been particularly evident in the overall collective. Especially the surgical treatment cohort has presented an increased proportion of acute pulmonary haemorrhage (16,7 %) and the development of pulmonary hypertension (20 %). The two-year-outcome has indicated that both cohorts have been equally underdeveloped in motor skills, cognition, hearing and speaking. A prior drug treatment with COX inhibitor has shown no negative effect on the development compared to the sole surgical treatment. In summary, the results of the collective are conforming the current study situation. New results arise regarding the optimal ventilation time frame before therapy and its influence to the postinterventional ventilation time frame as well as the right timing for the operation. This increased rate of pulmonary complications of the surgical treatment cohort in this study support the currently guideline-conform therapeutic regime, which provides a primary conservative therapy in isolated PDA.
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