GEB - Urolithiasis bei Schafböcken - Sickinger, Marlene 
 

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Urolithiasis bei Schafböcken

 Sickinger, Marlene


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-150311
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2020/15031/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz
Fachgebiet: Veterinärmedizin
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft
Dokumentart: Habilitation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 01.07.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 19.03.2020
Kurzfassung auf Deutsch: Das Auftreten von Harnsteinen stellt sowohl im Bereich der Berufsschäferei als auch bei Hobbytieren insbesondere beim männlichen Tier ein folgenschweres Problem dar. Setzen sich Harnsteine in der Urethra fest, kommt es zu einer obstruktiven Urolithiasis mit Rückstau von Urin in die Blase. Dies ist als Notfall zu betrachten und endet ohne Therapie meist tödlich. Als Risikofaktoren dieser Erkrankung gelten die Fütterung, das Geschlecht, die Anatomie der Harnröhre, der Kastrationsstatus sowie geographische Daten hinsichtlich der Haltung (Weide, Flüssigkeitsversorgung).
In der eigenen Studie sollte daher anhand von Meta-Analysen die durchschnittliche Prävalenz von Harnsteinen, der Einfluss von Spezies- bzw. Rasse, der Einfluss der Kastration sowie die Erfolgsrate bei verschiedenen Therapieoptionen ermittelt werden.
In der Literatur wird häufig eine Prädisposition für das Entstehen einer obstruktiven Urolithiasis bei (früh-)kastrierten Böcken angeführt, wobei diese mit einer Minderentwicklung der Urethra nach der Kastration in Verbindung gebracht wird. Daher sollte in der eigenen Studie mittels sonographischer Vermessung der Harnröhre kastrierter sowie intakter Bocklämmer gezeigt werden, ob sich kastrierte Bocklämmer hinsichtlich ihres Urethrallumens von intakten Lämmern unterscheiden.
Da die Bildung von Harnsteinen stets um einen Nidus stattfindet, welcher außer durch Zelldetritus beispielsweise im Rahmen von Entzündungen des unteren Harntraktes entstehen kann wurden immunhistochemische Untersuchungen der Harnröhre sowie des Präputiums durchgeführt. Hier sollte geklärt werden, ob sich kastrierte, intakte und an Urolithiasis erkrankte Böcke hinsichtlich ihrer lokalen Immunabwehr im Präputium sowie hinsichtlich der periurethralen Neuropeptidgehalte unterscheiden. Hierfür wurden Untersuchungen zur Gewebeverfügbarkeit von CD-3-T-Zellen, CD-79 alpha-B-Zellen und MAC 387-Makrophagen ebenso durchgeführt wie Untersuchungen zu den Miktions-beeinflussenden Neuropeptiden Substanz P und VIP.
Abschließend wurde im Rahmen einer Kadaverstudie untersucht, ob die Modifikation bestehender Operationsmethoden die Möglichkeit bietet, eine obstruktive Urolithiasis unter Schonung der Urethra chirurgisch zu therapieren. Sinn dieser Methode ist es, ein solches Verfahren am Patienten zu etablieren und dadurch insbesondere den Besitzern von Liebhabertieren eine langfristig erfolgreiche Behandlungsmöglichkeit bei Urolithiasis bieten zu können.
Kurzfassung auf Englisch: The occurrence of uroliths in fattening lambs and companion animals presents a problem with serious consequences, especially among the males. The entrapment of uroliths in the urethra and consequent development of obstructive urolithiasis leads to retention of urine within the urinary bladder, an emergency with fatal consequence if no therapy is provided.
Nutrition, sex, anatomy of the urethra, castration status, and geographic data concerning housing (field, availability of water) are potential risk factors.
In this study, we aimed to determine the mean prevalence of uroliths and the influence of species, breed, and castration status, and to evaluate the success rates of several therapeutic options by means of meta-analyses.
Predisposition for the development of urolithiasis in early castrated wethers because of urethral hypotrophy after castration is well described in the literature. Therefore, we compared sonographic measurements of the urethra in castrated versus intact male lambs to detect possible differences in the luminal sizes of the urethra.
Moreover, the formation of uroliths always begins at a nidus that is formed by cell detritus or in the context of inflammatory processes in the lower urinary tract; hence, immunohistological examinations of the urethra and the prepuce were performed. To clarify if castrated and intact male lambs and animals with urolithiasis showed differences in local mucosal immunity at the prepuce or the periurethral neuropeptide distribution, we examined the tissue levels of CD-3-T-cells, CD-79 alpha-B-cells, and MAC 387-macrophages, and the miction-influencing neuropeptides, substance P and vasoactive intestinal peptide (VIP).
Finally, a cadaver study was conducted in male lambs to evaluate a modification of the existing surgical methods to reestablish urethral patency in patients with obstructive urolithiasis, in terms of the long-term success rate, especially in companion animals.
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