GEB - Translationale chirurgische Forschung: vom Labor an das Patientenbett, von deronkologischen Grundlagenforschung zur Transplantationsmedizin - Liese, Juliane 
 

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Translationale chirurgische Forschung: vom Labor an das Patientenbett, von deronkologischen Grundlagenforschung zur Transplantationsmedizin

 Liese, Juliane


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-150234
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2020/15023/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Transplantationsund Kinderchirurgie
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Habilitation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 09.12.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 19.03.2020
Kurzfassung auf Deutsch: In dieser kumulativen Habilitationsschrift konnten verschiedene translationale chirurgische Forschungsprojekte aus den Bereichen der onkologischen Grundlagenforschung und der Transplantationsmedizin zusammengefasst werden. Die Arbeiten in Kooperation mit dem Institut für experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie unter Leitung von Frau Prof. S. Fulda (Goethe-Universität Frankfurt am Main) führten zu einem verbesserten Verständnis der Chemotherapieresistenz des HCC und zeigten zugleich innovative experimentelle Ansätze zur Überwindung der Chemotherapieresistenz sowie für die Identifizierung von neuen Behandlungsstrategien des HCC auf. Wir konnten darlegen, dass insbesondere die Modulation des Redoxsystems ein vielversprechender Ansatz in der Entwicklung von zukünftigen Therapien des HCC sein könnte.
Bis zur Entwicklung von neuen Therapien im HCC stellt die Lebertransplantation eine der wichtigsten kurativen Therapieoptionen dar, deren Erfolg jedoch durch hohe Rezidivraten geschmälert wird. In Zusammenarbeit mit dem Dr. Senckenbergischen Institut für Pathologie und der Medizinischen Klinik I (Gastroenterologie und Hepatologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main) etablierten wir einen prädiktiven Score zur Patientenselektion vor Lebertransplantation. Dieser ist klinisch-praktisch anwendbar, da er radiologische Kriterien (Mailand-Kriterien), die im Rahmen eines jeden Tumorstagings vor Identifizierung geeigneter Transplantatempfänger erhoben werden, und Expressionsanalysen der miRNA-214 und miRNA-3187, welche aus Tumorbiopsien durchgeführt werden können, verbindet. Dieser Score korreliert signifikant mit dem HCCRezidiv nach Lebertransplantation und ist den bisher verwendeten Mailand-Kriterien signifikant überlegen.
Zugleich verdeutlicht die Etablierung dieses Scores die Möglichkeiten translationaler Forschung, da die Identifizierung von fehlregulierten miRNAs in Kombination mit klinischen Parametern neue diagnostische und prognostische Optionen eröffnet und ein solcher Score zeitnah in die klinische Praxis transferiert werden könnte. Auch ermöglicht die Korrelation von miRNA-Expressionsanalysen mit klinischen Parametern die Erforschung von neuen experimentellen Ansätzen, in denen klinisch relevante miRNAs mögliche Zielstrukturen innovativer Tumortherapien darstellen könnten.
Maligne Tumore sind bei Nierentransplantationen keine Transplantationsindikation. Hier sind unter anderem empfängerspezifische Faktoren für das Outcome nach Transplantation von Bedeutung. Wir konnten in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik III (Nephrologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main) zeigen, dass der BMI einen entscheidenden Einfluss auf das Outcome hat. Ein BMI >30 kg/m² geht mit einer signifikant höheren Rate an primären Transplantatversagen, verzögerter Funktionsaufnahme des Spenderorgans und einer erhöhten Rate an Transplantatversagen einher. Diese Erkenntnisse verdeutlichen die Wichtigkeit des Parameters BMI und die Notwendigkeit einer entsprechenden Empfängerevaluation sowie Maßnahmen zur Gewichtsreduktion vor einer Transplantation.
Die hier dargestellten Arbeiten belegen, wie translationale Forschung, zum einen durch die Verbindung von experimenteller Arbeit mit der Klinik, zum anderen durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, Möglichkeiten zur Optimierung der Patientenversorgung in der Transplantationsmedizin und Onkologie bietet. Es ist zu erwarten, dass dies auch in Zukunft, neben chirurgisch-technischen Faktoren und der perioperativen Betreuung, ein wichtiger Faktor für sehr gute medizinische Langzeitergebnisse sein wird.
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