GEB - Chromatische Pupillometrie bei ehemaligen Extremfrühgeborenen mit und ohne Frühgeborenenretinopathie in der Anamnese - Raoof, Sinan 
 

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Chromatische Pupillometrie bei ehemaligen Extremfrühgeborenen mit und ohne Frühgeborenenretinopathie in der Anamnese

 Raoof, Sinan


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URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-149215
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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 15.08.2019
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 02.12.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Die Entwicklung der Netzhaut beginnt im 1. Monat der Schwangerschaft und persistiert bis zu einigen Jahren nach der Geburt. Eine verfrühte Entbindung stört diesen Reifungsprozess und kann zu postpartalen retinalen Schäden und einem erhöhten Risiko für Ametropien und Amblyopien im Kindesalter führen. Besonders Frühgeborene vor der 32. Gestationswoche sind von einer Frühgeborenenretinopathie (ROP) bedroht und bedürfen regelmäßiger ophthalmologischer Kontrollen und einer Therapie bei Progredienz der Erkrankung. Die Auswirkungen von Frühgeburt und ROP auf die Netzhaut sind bisher noch nicht vollständig geklärt und werden bisweilen in zahlreichen Studien erforscht. Ziel der vorliegenden Arbeit war es die kindliche Netzhaut durch Applikation rezeptorspezifischer Lichtstimuli und Messung ihrer Aktivität über den Pupillenlichtreflex näher zu beschreiben (Pupillometrie).
Die in dieser Studie durchgeführte Pupillometrie ist Teil einer prospektiven Langzeitnachverfolgungsstudie ehemals frühgeborener Kinder, die nach ihrer Geburt im Rahmen einer multizentrischen Studie in den Jahren 2001-2007 mittels digitaler Weitwinkelkamera (RetCam) untersucht wurden. Der Status der Netzhaut bezüglich akuter ROP sowie Geburtsgewicht, Gestationsalter und Komorbiditäten der Kinder wurde in einer digitalen Datenbank festgehalten. Diese diente als Grundlage der aktuellen Studie, welche 2011 initiiert wurde. Hierfür wurden 191 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahre rekrutiert und in vier Gruppen eingeteilt: Gesunde Frühgeborene ohne ROP, Frühgeborene mit spontan zurückgebildeter ROP, Frühgeborene mit behandlungsbedürftiger ROP und termingeborene Kinder.
Durch Reizung der Netzhaut mittels kurzwelliger Strahlung geringer Leuchtdichte bei dunkler Umgebung wurde vornehmlich das Stäbchensystem angesprochen, durch Applikation langwelliger Strahlung hoher Leuchtdichte bei Raumhelligkeit vornehmlich das Zapfensystem. Die Auswertung der Daten ergab eine signifikant geminderte Aktivität der Zapfen bei Frühgeborenen mit spontan zurückgebildeter ROP in der Anamnese. Eine makuläre Reifungsstörung im Rahmen der Frühgeburt scheint ebenfalls die Photorezeptoren längerfristig negativ zu beeinflussen. Zahlreiche Studien unterstützen unsere Ergebnisse.
Die chromatische Pupillometrie ermöglicht als schnelles und nicht invasives Verfahren ohne Weittropfen des Patientenauges die isolierte Messung der Aktivität von Stäbchen, und Zapfen über den Pupillenlichtreflex. Hierbei könnten in Zukunft nach Etablierung von Standards das Ausmaß retinaler Erkrankungen und deren Therapieverfahren objektiviert werden.
Kurzfassung auf Englisch: Retinal development begins 4 weeks post conception and lasts until early childhood. Preterm birth disrupts ocular development and may cause postpartal retinal dysfunction, ametropia and amblyopia. Especially preterm infants born before the 32nd week of gestation are at risk of developing retinopathy of prematurity (ROP) and thus need frequent ophthalmological eye examinations and, in cases where ROP persists, further treatment. The effect of ROP on the human retina is still not completely understood and is being evaluated in several clinical trials. We aimed to assess retinal function in young children who were born premature to blue and red light stimuli in order to measure rod and cone mediated pupillary responses (pupillometry).
Our pupillometric examinations are part of a long-term follow up study of former preterm children that had previously been screened for ROP employing digital wide- field retinal imaging (RetCam) between 2001 and 2007 and were part of a mulicenter study. Status of acute ROP, birth weight, gestational age and comorbidities were compiled in a database used for our study launched in 2011. We examined 191 children between the age of 6 to 13 years and categorised them into four groups: healthy preterms without ROP, preterms with spontaneously regressed ROP, preterms with severe laser treated ROP and term born children.
We applied short wavelength low intensity flash light in the dark to assess rod function and long wavelength high intensity flash light at day light to assess cone function.
Our data suggest a significantly attenuated cone driven light response in former preterms with spontaneously regressed ROP. In addition, macular developmental arrest in children with and without ROP was associated with decreased cone function in comparison to term borns. Our findings are supported by several other studies.
Chromatic pupillometry provides an easy and non-invasive way to examine the eyes without dilating patients’ pupils. Different light conditions and stimuli enable the examiner to assess rod and cone mediated retinal activity through measurement of the pupillary light reflex. Further research is needed to standardize chromatic pupillometry for clinical use and could contribute to assess the extent of retinal diseases and the effect of treatments.
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