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Räumliche Auswirkungen der Einführung gestufter Studiengänge in Deutschland

Spatial effects of the introduction of two-cycle degree courses in Germany

Gareis, Philipp


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-149085
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2019/14908/

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Freie Schlagwörter (Deutsch): Studierendenmobilität , räumliche Auswirkungen , Bologna-Reform
Freie Schlagwörter (Englisch): student mobility , spatial effects , Bologna reform
Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Institut für Geographie
Fachgebiet: Geographie
DDC-Sachgruppe: Geowissenschaften
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.10.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum: 24.10.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Das Thema dieser Dissertation sind die räumlichen Veränderungen durch die Zweiteilung der Studiengänge von den ehemaligen Diplom-/Magister- und Staatsexamensabschlüssen hin zu Bachelor- und Masterabschlüssen seit Umsetzung der Bologna-Reform. Dabei wird insbesondere der Aspekt der Studierendenmobilität untersucht, mit welchem weitreichende räumliche Effekte verbunden sind. Dies hängt mit der Homogenisierung und damit einhergehend besseren Vergleichbarkeit der Studienabschlüsse durch die Bologna-Reform, insbesondere der hiermit verbundenen Credit-Point-Struktur der Studiengänge, zusammen.
Um diesen Sachverhalt zu untersuchen wird folgendes empirisches Vorgehen genutzt: In drei aufeinander aufbauenden wissenschaftlichen Artikeln werden zum einen mittels Sekundärstatistiken, Daten des Gießener Studierendensekretariats sowie eines Mikrodatensatzes aller deutschen Studierenden die räumlichen Auswirkungen der Bologna-Reform untersucht. So kann festgestellt werden, dass Bachelorstudierende trotz der besseren Vergleichbarkeit der Studiengänge weniger mobil sind als es Studierende der eingliedrigen Studienabschlüsse waren. Die Befunde für Masterstudierende hingegen zeigen, dass diese deutlich distanzunabhängiger in ihrer Studien- und Studienstandortwahl sind. Hier gibt es jedoch fächerbedingte Unterschiede. Während Studierende der Wirtschaftswissenschaften sehr mobil sind und insbesondere im Masterstudium erste arbeitsorientierte Wanderungstendenzen aufweisen, unter-scheiden sich Studierende der Ingenieurswissenschaften im zweigeteilten Studiensystem nur unwesentlich von Studierenden mit dem Abschlussziel Diplom. Die politisch gewünschte Steigerung der Mobilität kann zwar empirisch nachgewiesen werden. Sie variiert jedoch stark zwischen Studienabschlussarten, Fächern und auch Hochschultypen. Hiervon sind insbesondere Hochschulen in ländlichen Regionen betroffen, welche weniger Anziehungskraft für potenzielle Masterstudierende besitzen.
Die in dieser Arbeit formulierten Limitationen aufgrund der genutzten Datengrundlage sowie die politischen Handlungsempfehlungen sollen Wege aufzeigen, Studierendenmobilität und deren Auswirkungen und Effekte zu evaluieren und mit Hilfe der vorgeschlagenen Maßnahmen in Zukunft besser zu steuern. Dabei bedarf es nicht nur hochschulspezifischer Projekte, sondern es wird vielmehr ein weiterreichendes regionales Konzept zur verbesserten Sichtbarkeit von Hochschulen benötigt. Zusammen mit Politik, Zivilgesellschaft und Unternehmen vor Ort sollen so die Studienangebote sowie Wege nach dem Studium für Studierende mit den Abschlusszielen Bachelor und/oder Master transparenter und nachhaltiger gestaltet werden.
Kurzfassung auf Englisch: The thematic focus of this dissertation are investigations of the spatial changes through the division of the degree programs of the former diploma, magister and state graduate degrees into bachelor and master degrees. In particular, the aspect of student mobility is examined which is connected to spatial effects. This connection is due to the increased probability of remaining at a place of study after graduation, which undergoes massive change because of the shortened duration of study and the additional decision regarding the master´s degree since the implementation of the Bologna reform.
Building on this, the empirical approach is based on the following: In three consecutive scientific articles, the spatial effects of the Bologna reform are examined using secondary statistics, data from the registrar´s office of the Justus-Liebig-University (JLU) Giessen and a microdata record of all German students. Here are some findings that reveal the serious changes caused by the Bologna reform. E.g., undergraduate bachelor students are less mobile than students of one-cycle degrees. However, master´s students show that they are significantly more distance-independent in their choice of study location. Nevertheless, there are subject-related differences. While students of economics are very mobile and show first work-oriented migration tendencies, students of engineering in the two-cycle study system differ only insignificantly from students aspiring diploma degrees. Although the politically desired increase in mobility can be demonstrated empirically, it varies significantly between degree types, subjects and also the type of institute. This particularly affects higher education institutions in rural areas, which are less attractive for po- tential master students of some subjects.
The limitations formulated in this work based on the data used and the political recommendations for action can in future be taken to evaluate student mobility and its effects and to be better able to control them with the help of the proposed measures. These activities require more than university-specific projects, but rather a more far-reaching regional concept for improving the visibility of higher education institutions in order to make them attractive to potential students. Cooperations with politics, civil society, and local companies have to be made to attract students with the goal of finishing bachelor and/or master degrees.
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