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Risikofaktoren und Einfluss der Translokation von beta-Catenin und p120ctn auf das Überleben von Patienten mit HPV-assoziierten und HPV-negativen Plattenepithelkarzinomen des Oropharynx

Jüttner, Theresa


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-148810
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2019/14881/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf-Halschirurgie und plastische Operationen
Fachgebiet: Medizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 24.06.2019
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 09.10.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Das Plattenepithelkarzinom des Oropharynx (OPSCC) wird anhand der Tumorentität in das HPV-assoziierte und das HPV-negative OPSCC untergliedert. Ziel der vorliegenden Arbeit war daher, Risikofaktoren für beide Tumorentitäten zu identifizieren und mögliche Überlebensunterschiede sowie molekulare Unterschiede zu untersuchen. Zur Erreichung der Ziele wurden die klinischen Daten von 396 Patienten mit invasiven OPSCC aus den Jahren 2000-2009 in Zusammenarbeit mit dem „Gießener Tumordokumentationssystem (GTDS)“ ausgewertet. Folgende Parameter wurden erhoben: Tumorstadium, anatomische Lokalisation, Geschlecht, Alter, Leistungszustand, Tabak- und Alkoholkonsum, Therapie und Überleben. Der HPV-Status der Tumor- und Metastasenproben wurde in Zusammenarbeit mit der „Abteilung für angewandte Tumorbiologie“ am Universitätsklinikum in Heidelberg analysiert. Für die molekulare Analyse wurden Patienten mit OPSCC der Tumorausdehnung T1-T3 einbezogen (n=40). Diese wurden nach Geschlecht, Tumorausdehnung und Alter gepaart. Im Paarvergleichs-Kollektiv waren 50% HPV-assoziierte und -negative OPSCC. Die Hälfte der OPSCC wies Lymphknotenmetastasen auf. Immunhistochemisch angefärbte Tumorschnitte wurden bezüglich der zellulären Lokalisation von beta-Catenin und p120ctn untersucht und das Überleben anhand des Nachweises der Catenine im Zellkern der Primärtumoren analysiert. In den Jahren 2000-2009 waren 20% der untersuchten OPSCC HPV-assoziiert. Unabhängig vom HPV-Status waren ein besserer Leistungszustand und jüngeres Alter, sowie die kurative Therapie mit Operation mit besserem Überleben assoziiert. Die 5-Jahresüberlebensrate der Patienten betrug mit HPV-assoziierten OPSCC 79,1% und mit HPV-negativen 36,8%. HPV-assoziierte OPSCC waren häufiger in den Tonsillen lokalisiert, hatten kleinere Tumorausdehnungen und waren häufiger lokal metastasiert als HPV-negative. Patienten mit HPV-negativen OPSCC wiesen häufiger regelmäßigen Tabak- und Alkoholkonsum auf als Patienten mit HPV-assoziierten OPSCC (p<=0,001).
Die molekulare Analyse der OPSCC hat ergeben, dass beta-Catenin und p120ctn vor allem im Zytoplasma und teilweise in den Zellkernen nachweisbar waren. p120ctn im Zellkern metastasierter Primärtumoren war für Patienten mit HPV-negativen OPSCC mit einem schlechteren Überleben assoziiert. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten zukünftig in Risikomodellen für die Stratifizierung der Therapie eingesetzt werden.
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