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Bewährung neuer Werkstoffe zur Herstellung und Befestigung temporärer Restaurationen in der Zahnmedizin : eine prospektive klinische Studie

Performance of new materials for the manufacture and fixing of temporary restorations in dentistry : a prospective clinical trial

Senker, Gesine


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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:hebis:26-opus-142817
URL: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2019/14281/

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Universität Justus-Liebig-Universität Gießen
Institut: Poliklinik für zahnärztliche Prothetik
Fachgebiet: Zahnmedizin
DDC-Sachgruppe: Medizin
Dokumentart: Dissertation
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 26.02.2019
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum: 25.03.2019
Kurzfassung auf Deutsch: Eine zuverlässig befestigte und einwandfrei gefertigte temporäre Restauration spielt eine entscheidende Rolle in dem Behandlungskonzept einer definitiven, prothetischen Versorgung und ist demzufolge ausschlaggebend für einen langfristigen Zahnerhalt.
Ziel der vorliegenden prospektiven, klinischen Studie war es, zwei neu entwickelte Dentalmaterialien zur Herstellung (SuPro100) und Befestigung (3M Temporary Cement) temporärer Restaurationen jeweils mit einem etablierten Werkstoff (Protemp 4/ Temp Bond NE) bezüglich ihres Patientenkomforts, der Verarbeitbarkeit und der Retention zu vergleichen.
In die Studie wurden 67 Patienten mit insgesamt 102 vitalen Zähnen eingeschlossen. Im Anschluss an die Präparation erhielten die Studienzähne für einen einwöchigen Tragezeitraum eine aus Protemp 4 gefertigte temporäre Krone, welche anschließend für weitere zwei Wochen Tragezeit durch eine SuPro100-Restauration ersetzt wurde. Die zweite Restauration wurde jeweils eine Woche mit einem der beiden temporären Befestigungszemente eingegliedert (Cross-Over-Design).
An jedem der drei Behandlungstermine wurden die Patienten unter Verwendung eines Dokumentationsbogens zu momentanen Schmerzen und Empfindlichkeiten an den Studienzähnen befragt. Das Ausmaß der Zahnempfindlichkeit musste dabei auf einer VAS-Skala wiedergegeben werden. Außerdem ermittelten ausgewählte Zahnärzte die durch den Zement erzeugte Retention in Abhängigkeit von der für die Entfernung der temporären Krone notwendigen Kraft. Zum Abschluss der Datenerhebung mussten die Anwender ihre Einschätzung zu den Verarbeitungseigenschaften der Studienmaterialien abgeben.
Hinsichtlich des Patientenkomforts unterlag der neu entwickelte temporäre Befestigungszement dem etablierten Material statistisch signifikant (p<0,01; Wilcoxon-Rang-Test), wobei sich dieser signifikante Unterschied zwischen den beiden Materialien nach einem einwöchigen Tragezeitraum der Restauration nicht mehr in der statistischen Analyse nachweisen ließ (p>0,05; logistische Regression). Die Abwandlung der Befestigungsmethode, die einer Erhöhung des Feuchtigkeitsniveaus auf der Zahnoberfläche bei der Anwendung des 3M Temporary Cements entsprach, schwächte das Ausmaß der Zahnempfindlichkeiten. Ein signifikanter Komfortunterschied zwischen den Applikationsmethoden konnte jedoch statistisch nicht festgestellt werden. Die beiden temporären Restaurationsmaterialien unterschieden sich nicht signifikant bezüglich des Patientenkomforts (p>0,05; logistische Regression), wenngleich das neu entwickelte dem etablierten Material etwas überlegen schien. Der 3M Temporary Cement verfügte gegenüber dem etablierten Befestigungszement zudem über eine statistisch signifikant höhere Retention (p<0,001; Wilcoxon-Rang-Test).
Abschließend zeigen die beiden temporären Restaurationsmaterialien sich somit gleichermaßen geeignet für den gewünschten Anwendungsbereich, während der neu entwickelte temporäre Befestigungszement möglicherweise aufgrund seiner Retentionszuverlässigkeit und seiner anwenderfreundlichen Verarbeitungseigenschaften gegenüber dem etablierten Material präferiert werden könnte. Allerdings wies der 3M Temporary Cement deutliche Schwächen bezüglich des Patientenkomforts auf. Obwohl die zementinduzierte Pulpairritation die Gesundheit der Zähne offensichtlich nicht langfristig beeinflusste, kann zum jetzigen Zeitpunkt dennoch keine uneingeschränkte Anwendungsempfehlung für das neu entwickelte Befestigungsmaterial ausgesprochen werden.
Kurzfassung auf Englisch: A reliably attached and well fabricated temporary restoration plays an important role in the treatment concept of permanent fixed dental prostheses. Therefore, they are crucial for the long-term tooth conservation.
The objective of this prospective clinical study was to compare two newly developed dental materials for fabrication (SuPro100) and cementation (3M Temporary Cement) of temporary restorations with established temporary materials (Protemp 4/Temp Bond NE) in terms of patient´s comfort, processability and retention.
The study included 67 patients with a total of 102 vital teeth. After preparation the teeth were provided with a temporary restoration made of Protemp 4 for a wearing period of one week, which was subsequently replaced by a SuPro100-restoration for another two weeks. The second restoration was fixed one week each with one of the two temporary luting materials (cross-over-design).
At each of the three treatment sessions, the patients were interviewed about their current pain and tooth sensitivity at the study teeth using a questionnaire. In this case, they had to state the intensity of sensitivity on a VAS scale. In addition, selected dentists determined the retention produced by the cement as a function of the force required to remove the temporary crown.
The newly developed temporary cement presented a statistically significant reduction of patient´s comfort in comparison to the established material (p<0.01; Wilcoxon rank test). The statistical analysis showed that this significant difference between the two materials was not detectable after a wearing period of one week (p>0.05, logistic regression). The modification of the fixation method, which corresponded to an increase in level of moisture on the tooth surface while using the 3M Temporary Cement, weakened the intensity of tooth sensitivities. However, a significant comfort difference between the application methods could not be determined statistically. The two temporary restoration materials did not differ significantly in terms of comfort (p>0.05, logistic regression), but the newly developed material seemed slightly superior to the established one. The 3M Temporary Cement also displayed a statistically significantly higher retention in comparison to the established luting cement (p<0.001, Wilcoxon rank test).
Finally, the two temporary restoration materials are equally suitable for the desired scope of application. While the newly developed temporary luting cement might be preferred to the established material for its retention reliability and user-friendly processing properties. However, the 3M Temporary Cement clearly showed weaknesses in regard to patient´s comfort. Although, induced pulp irritation did not influence the dental health in the long term, no unlimited recommendation for the use of the new luting material can be given at this time.
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